Martin Glade

deutscher Schauspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Martin Glade (* 1972 in Witzenhausen, Hessen) ist ein deutscher Schauspieler.

Leben

Martin Glade, der bereits sehr früh Schauspieler werden wollte, stammt aus Hessisch Lichtenau, wo er gemeinsam mit seinen zwei Schwestern aufwuchs.[1] Zu Glades Vorbildern gehörte Klaus Kinski, weshalb ihn sein Vater, der Steuerberater war, oft scherzhaft „Kinski“ nannte.[1] Als Jugendlicher gründete Martin Glade mit Freunden das „Dachbodentheater“ und schrieb eigene Stücke, die er in seiner Heimatstadt und in Witzenhausen zur Aufführung brachte.[1] Er machte auf Wunsch seiner Eltern zunächst das Fach-Abitur im Bereich „Wirtschaft und Verwaltung“.[1]

Von 1992 bis 1996 studierte er Schauspiel an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.[2] Sein Diplomstück war Tango von Sławomir Mrożek, wo er die Hauptrolle des Arthur spielte.[2] Während seines Studiums übernahm er bereits erste Bühnenrollen. Er war u. a. in der Martin-Luther-Kirche in Köln in Heinrich von Kleists Über das Marionettentheater und in der Orangerie Köln als Nathanael in E.T.A. Hoffmanns Der Sandmann zu sehen.[2][3][4] 1993 trat er an den Zeisehallen Hamburg in der Titelrolle von SophoklesOedipus auf.[2] 1995 gastierte er als Pantalone in König Hirsch von Carlo Gozzi am Thalia Theater Hamburg.[2] 1997/98 gastierte er in verschiedenen experimentellen Theaterprojekten an der „Baracke“ des Deutschen Theaters Berlin, im Brechthaus Berlin, auf Kampnagel, in den Kanonenhallen Kopenhagen und in der Speicherstadt Hamburg.[2][5]

Seit 1991 steht Glade für Film- und Fernsehproduktionen vor der Kamera. Sein Filmdebüt gab er als Simonus in Kai Wessels TV-Film Geboren 1999, der im Jahr 1992 erstmals ins Fernsehen kam. 1997 stand er erstmals für einen Film aus der Fernsehreihe Polizeiruf 110 vor der Kamera, in der einen traumatisierten jungen Mann verkörperte, der sich nach dem Tod seines Vaters in psychiatrische Behandlung begibt.[6] Danach spielte er in zwei weiteren Polizeiruf 110-Folgen in handlungstragenden Rollen mit, in Bruderliebe (2000) und Die Frau des Fleischers (2001).[7][8] In der ZDF-Serie Der letzte Zeuge (1999) spielte er den Sohn des Mordopfers, der ein Verhältnis mit der Gerichtsmedizinerin Dr. Judith Sommer (Gesine Cukrowski), die ihm zuvor Unterschlupf gewährt hatte, eingeht.[9]

Mittlerweile hat Glade in über 80 Film- und TV-Produktionen mitgewirkt. Er arbeitete u. a. mit Senta Berger, Gaby Dohm, Götz George, Ruth Maria Kubitschek und Til Schweiger.[1] Er drehte mit Regisseuren wie Rainer Kaufmann, Hermine Huntgeburth, Matti Geschonneck und Marc Rothemund. In Bernd Eichingers Der Baader Meinhof Komplex (2008) übernahm er die Rolle des Studenten Benno Ohnesorg, der im Juni 1967 während einer Demonstration durch einen Schuss in den Hinterkopf getötet wurde.[1] 2012 war er in Bernd Fischerauers dokumentarischem Spielfilm Die Reichsgründung als Friedrich von Preußen zu sehen.

Glade wirkte u. a. in den TV-Formaten Für alle Fälle Stefanie, Pfarrer Braun und Letzte Spur Berlin mit. Für seine Mitwirkung in der Krimiserie Doppelter Einsatz wurde er 2003 beim Deutschen Fernsehpreis in der Kategorie „Bester Schauspieler – Nebenrolle“ nominiert. In der TV-Serie Beutolomäus sucht den Weihnachtsmann (2005) spielte er den Weihnachtshasser „Pit Piestig“.[1] Seit 2018 steht er für die ARD-Fernsehreihe Die Drei von der Müllabfuhr an der Seite von Uwe Ochsenknecht und Rainer Strecker vor der Kamera, in der er die Rolle des Disponenten Gerry der Berliner Müllabfuhr spielt.[10][11] In der 3. Staffel der ZDF-Fernsehreihe Dr. Nice (2025) war er in einer Episodenrolle als Vater einer begabten jungen Beachvolleyballspielerin zu sehen.[12]

Martin Glade lebt in Berlin.[1][2]

Filmografie (Auswahl)

Kino

Fernsehen

Auszeichnungen

  • 1996: Alfini-Syllwasschy-Schauspielförderpreis
  • 2003: Nominierung – Deutscher Fernsehpreis in der Kategorie Bester Schauspieler Nebenrolle

Einzelnachweise

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