Martin Havenstein
deutscher Pädagoge, Philosoph und Kulturkritiker
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Martin Wilhelm Eduard Havenstein (* 28. November 1871 in Gramenz, Kreis Neustettin; † 26. Oktober 1945 in Blankenburg) war ein deutscher Pädagoge, Philosoph und Kulturkritiker.
Leben und Wirken
Nach seiner Reifeprüfung 1890 am König-Wilhelm-Gymnasium Stettin studierte Martin Havenstein Philologie, Philosophie und Evangelische Theologie an der Universität Bonn (1890), Halle/S. (1890 bis 1892), Marburg (1893 bis 1894) und Berlin (1894 bis 1897). Im Jahre 1897 legte er das Staatsexamen für den höheren Schuldienst an der Universität Berlin ab. Anschließend war er im Schuldienst tätig, seit 1903 als Studienrat, ab 1913 als Gymnasialprofessor am Städtischen Reform-Realgymnasium in Berlin-Grunewald. Von 1914 bis 1916 nahm er als Soldat am Ersten Weltkrieg teil. 1932 wurde er vorzeitig in den Ruhestand versetzt. Einer seiner Schüler war Dietrich Bonhoeffer.[1]
In seinen Schriften beschäftigte sich Havenstein vor allem mit Dichtung und Literatur im Deutschunterricht. Außerdem schrieb er u. a. über Friedrich Nietzsche und Thomas Mann.
Schriften (Auswahl)
- Friedrich Nietzsche ein Jugendverderber? Eine Verteidigungsschrift. Zeitler, Leipzig 1906.
- Pädagogische Auslese. Über Sonderschulen für Höherbegabte. In: Die Tat, Bd. 4 (1912/13), S. 465–481.
- Die alten Sprachen und die deutsche Bildung. Mittler, Berlin 1919.
- Fremdsprachenkenntnis und wahre Bildung. Betrachtungen über die notwendige Umgestaltung unsers Schulwesens. Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Berlin 1920.
- Nietzsche als Erzieher. Mittler, Berlin 1922.
- Vornehmheit und Tüchtigkeit. Dem deutschen Volke zur Einkehr. 5. Aufl. Mittler, Berlin 1923.
- Die Dichtung in der Schule (= Handbuch der Deutschkunde, Bd. 6). Diesterweg, Frankfurt/M. 1925.
- Die ersten drei Kapitel von Lessings Laokoon im deutschen Unterricht. In: Zeitschrift für Deutschkunde, Bd. 41 (1927), S. 48–57 u. 133–142.
- Thomas Mann. Der Dichter und Schriftsteller. Wiegandt u. Grieben, Berlin 1927.
- Die wissenschaftliche Erziehung in den Geistes- und Kulturwissenschaften. In: Herman Nohl/Ludwig Pallat (Hrsg.): Allgemeine Didaktik und Erziehungslehre (= Handbuch der Pädagogik, Bd. 3). Beltz, Langensalza 1930, S. 325–370.
- Zweierlei Historismus. In: Monatsschrift für höhere Schulen, Bd. 29 (1930), H. 5, S. 333–351.
- (Hrsg.): Philosophisches Lesebuch. 3. Aufl. Diesterweg, Frankfurt/M. 1930.
- Wahrheit und Irrtum in Schillers Unterscheidung von naiver und sentimentalischer Dichtung. In: Zeitschrift für Ästhetik und allgemeine Kunstwissenschaft, Bd. 32 (1938), S. 237–251.
- Deutsche Bildung? Briefwechsel zweier Schulmänner, Otto Schumann – Martin Havenstein, 1930–1944. Hrsg. von Notker Hammerstein. Insel-Verlag, Frankfurt/M. 1988, ISBN 3-458-14629-6.
Literatur
- Carsten Kretschmann: Havenstein, Martin Wilhelm Eduard. In: Christoph König (Hrsg.): Internationales Germanistenlexikon 1800–1950. Bd. 2. De Gruyter, Berlin 2003, S. 686, ISBN 3-11-015485-4 (Online).