Martin Hellwig

deutscher Volkswirtschaftler From Wikipedia, the free encyclopedia

Martin Hellwig (* 5. April 1949 in Düsseldorf) ist ein deutscher Volkswirt und Hochschullehrer. Von 2000 bis 2004 war er Vorsitzender der deutschen Monopolkommission. Von 2004 bis 2017 war er Direktor am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn.

Martin Hellwig (2004)

Leben und Wirken

Martin Hellwig ist ein Sohn des Politikers Fritz Hellwig (1912–2017)[1]. Nach seinem Schulabschluss am Atlantic College in Wales studierte er ab 1967 Volkswirtschaftslehre in Marburg und Heidelberg. Hellwig wurde 1967, wie bereits sein Vater und sein älterer Bruder vor ihm, als Student Mitglied der Marburger Burschenschaft Rheinfranken,[2] für die er sich auch im Hochschulpolitischen Ausschuss (HPA) der Deutschen Burschenschaft engagierte.[3] Später ging er ans Massachusetts Institute of Technology (MIT), wo er 1973 bei Peter A. Diamond[4] promoviert wurde. Hellwig machte Karriere an renommierten US-amerikanischen Hochschulen wie der Stanford University (1973/74) und der Princeton University (1974–77). Er kehrte 1977 nach Europa zurück und wurde auch ohne Habilitation als Professor für Wirtschaftstheorie an die Universität Bonn berufen. 1987 wechselte er an die Universität Basel, später an die Harvard University (1995–1996) und an die Universität Mannheim (1996–2004).

Er war 1999/2000 Mitglied im Kronberger Kreis, dem wissenschaftlichen Beirat der Stiftung Marktwirtschaft.

Hellwig war von 1998 bis 2004 Vorsitzender der unabhängigen Monopolkommission in Deutschland. Von 2004 bis 2017 war er Direktor und wissenschaftliches Mitglied am Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern in Bonn; seitdem ist der dort emeritiertes wissenschaftliches Mitglied.

Hellwig war jahrelang einer der forschungsstärksten deutschen Volkswirte.[5] Der FAZ-Autor Gerald Braunberger bezeichnete ihn 2009 als den „vielleicht angesehensten deutschen Ökonomen“.[6] Er ist im amerikanischen „Who’s who in economics“ aufgeführt. Am 1. Mai 2011 wurde Hellwig Chairman des Advisory Scientific Committee im Europäischen Ausschuss für Systemrisiken.[7] Er ist (Stand Juli 2018) einer der beiden stellvertretenden Vorsitzenden.[8]

Sein gemeinsam mit Anat R. Admati verfasstes Buch Des Bankers neue Kleider (Originaltitel The Bankers’ New Clothes) über die Notwendigkeit und Möglichkeiten einer schärferen Regulierung von Banken wurde positiv rezipiert:[9][10][11] Gerald Braunberger bezeichnet es als „Meisterwerk“.[12] Es ist auf Deutsch, Spanisch, Chinesisch, Japanisch, Hebräisch, Portugiesisch und Italienisch erhältlich.[13]

Veröffentlichungen

Ehrenämter und Auszeichnungen

Einzelnachweise

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