Martin Jäger

deutscher politischer Beamter und Diplomat From Wikipedia, the free encyclopedia

Martin Jäger (* 9. September 1964 in Ulm) ist ein deutscher Diplomat und seit 2025 Präsident des Bundesnachrichtendienstes.

Martin Jäger (2023)

Davor war er von 2023 bis 2025 deutscher Botschafter in der Ukraine, von 2021 bis 2023 deutscher Botschafter im Irak, von 2018 bis 2021 Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, von 2016 bis 2018 Staatssekretär im Ministerium für Inneres, Digitalisierung und Migration Baden-Württemberg, von 2014 bis 2016 Pressesprecher des Bundesministeriums der Finanzen und von 2013 bis 2014 Botschafter in Afghanistan.

Leben

Martin Jäger absolvierte nach dem Ablegen des Abiturs im Jahr 1984 von 1984 bis 1986 einen zweijährigen Wehrdienst als Soldat auf Zeit. Er erlernte den Beruf eines Fotografen und war von 1986 bis 1989 als freier Journalist tätig. Von 1989 bis 1994 studierte er Völkerkunde und Politische Wissenschaften an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

Jäger absolvierte von 1994 bis 1996 den Vorbereitungsdienst für den höheren Auswärtigen Dienst. Von 1996 bis 1998 war er im Auswärtigen Amt und 1998 bis 2002 im Bundeskanzleramt beschäftigt. 2002 bis 2004 war Jäger Leiter des Kulturreferats der Deutschen Botschaft Prag. Von 2004 bis 2005 war er als stellvertretender Referatsleiter für die Pressearbeit des Chefs des Bundeskanzleramtes, damals Frank-Walter Steinmeier, verantwortlich. Diesem diente er von 2005 bis 2008 auch als Sprecher und Leiter des Pressereferats in dessen Zeit als Bundesminister des Auswärtigen. Von 2008 bis 2013 war Jäger in der Privatwirtschaft Leiter des Bereichs Außenbeziehungen (Global External Affairs and Public Policy) der Daimler AG.

Im April 2013 stimmte das Bundeskabinett dem Personalvorschlag von Außenminister Guido Westerwelle zu, Jäger zum deutschen Botschafter in Afghanistan zu ernennen. Diese Aufgabe trat er als Nachfolger von Rüdiger König im September 2013 an. Sein Nachfolger bei der Daimler AG wurde zum 1. November 2013 Eckart von Klaeden (CDU).[1] Von Oktober 2014 bis Oktober 2016 war Jäger im Bundesministerium der Finanzen Leiter des Leitungsstabs und Abteilungsleiter sowie von Oktober 2016 bis März 2018 Staatssekretär im Ministerium des Inneren, für Digitalisierung und Kommunen Baden-Württemberg.[2][3][4] Der Spiegel benannte ihn als Mitglied einer einflussreichen Männerclique um Wolfgang Schäuble.[5]

Von März 2018 bis September 2021 war Jäger unter Gerd Müller (CSU) beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit.[6] Im September 2021 wurde er Botschafter der Bundesrepublik Deutschland im Irak[7] und im Juli 2023 Botschafter der Bundesrepublik Deutschland in der Ukraine,[8] wo er die Nachfolge von Anka Feldhusen antrat.[9]

Im Juni 2025 wurde Jäger vom Bundeskabinett zum Nachfolger von Bruno Kahl als Präsident des Bundesnachrichtendienstes bestimmt.[10] Er trat das Amt am 15. September 2025 an.[11][12]

Jäger war Vorsitzender des Ausschusses für Internationale Handels- und Weltwirtschaftsfragen des Verbands der Automobilindustrie. Zudem ist er Mitglied des Präsidiums der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, des EU Japan Business Round Tables sowie der Arbeitsgruppe „Anpassungsstrategien in der Klimapolitik“ bei acatech.

Seit 1994 ist Jäger Mitglied der CDU.[13] Er ist mit der Journalistin und Schriftstellerin Helena Reich verheiratet[14][15] und hat zwei Kinder.

Einzelnachweise

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