Martina Thom

geb. 23.04.1935 in Leipzig; From Wikipedia, the free encyclopedia

Martina Thom, geb. Müller (* 23. April 1935 in Leipzig; † 17. September 2019), war eine deutsche marxistische Philosophin. Von 1976 bis zur Institutsabwicklung 1991 war sie Professorin für Geschichte der marxistisch-leninistischen Philosophie.

Leben

Martina Thom wurde als Tochter des Schriftsetzers und Lehrers Gerhard Müller sowie der Sekretärin und Kontoristin Elisabeth Müller, geb. Knorr, geboren. Sie legte 1953 das Abitur an der Richard-Wagner-Oberschule in Leipzig ab und trat der SED bei. Danach war Thom als hauptamtliche FDJ-Schulgruppenleiterin tätig, bevor sie von 1954 bis 1959 Philosophie an der Karl-Marx-Universität Leipzig studierte. 1959 war sie Karl-Marx-Stipendiatin. Im Jahr 1964 promovierte sie bei Klaus Zweiling mit einer Arbeit über den neuhegelianischen Revisionismus von Georg Lukács und Karl Korsch. Nach der Ernennung zur Hochschuldozentin 1969 und der Habilitation zur Entstehungsgeschichte der Philosophie Immanuel Kants 1976 bei Helmut Seidel wurde sie 1976 auf eine ordentliche Professur für Geschichte der marxistisch-leninistischen Philosophie berufen. Von 1986 bis 1991 war sie Direktorin der Sektion marxistisch-leninistische Philosophie. Mit der Abwicklung des Instituts für Philosophie wurde sie 1992 von ihrer Professur abberufen und ging in den Vorruhestand.

Grabstätte Achim und Martina Thom

Sie war seit 1957 mit dem Medizinhistoriker und Philosophen Achim Thom verheiratet. Als ihr Sterbeort wird sowohl Leipzig[1] als auch Schwarz[2] im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte angegeben. Ihre Grabstätte befindet sich auf dem Südfriedhof in Leipzig.

Schriften (Auswahl)

  • Immanuel Kant. Urania-Verlag, Jena 1974; Pahl-Rugenstein, Köln 1978, ISBN 3-7609-0343-6 (2., überarb. Aufl. 1978).
  • mit Klaus Gößler: Die materielle Determiniertheit der Erkenntnis. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1976, OCLC 163218116.
  • Ideologie und Erkenntnistheorie. Untersuchung am Beispiel der Entstehung des Kritizismus und Transzendentalismus Immanuel Kants. Deutscher Verlag der Wissenschaften, Berlin 1980, OCLC 781256181.
  • Dr. Karl Marx. Das Werden der neuen Weltanschauung 1835–1843. Dietz, Berlin 1986, ISBN 3-320-00697-5.
  • mit Karl-Heinz Schwabe (Hrsg.): Naturzweckmässigkeit und ästhetische Kultur. Studien zu Kants Kritik der Urteilskraft. Academia-Verlag, Sankt Augustin 1993, ISBN 3-88345-415-X.

Literatur

Einzelnachweise

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