Marx Dormoy
französischer sozialistischer Politiker (SFIO)
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Marx Dormoy (* 1. August 1888 in Montluçon, Allier; † 26. Juli 1941 in Montélimar, Drôme) war ein französischer sozialistischer Politiker.[1]


Leben


Marx Dormoy war der Sohn von Jean Dormoy, einem der Gründer der sozialistischen Bewegung in Frankreich und erstem sozialistischen Bürgermeister der Arbeitergemeinde Montluçon, der den Ideen von Jules Guesde nahe stand. Ab dem Alter von zehn Jahren war Marx Dormoy Waise und verbrachte die Sommerferien in Draveil bei Laura Lafargue, einer Tochter von Karl Marx.[2]
Nach seinem Militärdienst in Algerien und im Ersten Weltkrieg wird er Handelsvertreter und 1919 Abgeordneter der sozialistischen Partei (SFIO), zunächst auf lokaler Ebene, ab 1931 dann in der Nationalversammlung. Seit 1925 und bis im Jahr vor seinem Tod war er, als Nachfolger von Paul Constans (ebenfalls ein Sozialist) der Bürgermeister[2] von Montluçon. 1936 tritt Dormoy als Nachfolger von Roger Salengro nach dessen Selbstmord als Innenminister der Volksfrontregierung unter Léon Blum bei; ein Amt, das er auch in zwei weiteren Regierungen innehatte.
Bekannt wurde er insbesondere für seinen Kampf gegen faschistische Bewegungen im Ausland und in Frankreich selbst, so deckte er die Verschwörung der rechtsextremen Geheimorganisation Cagoule auf. 1935 wurde er mit 70 %[2] der Wählerstimmen als Bürgermeister von Montluçon bestätigt. In seine Amtszeit fallen große Arbeiten zur Verschönerung der Stadt. Nach seinem Ausscheiden aus der französischen Regierung wurde er 1938 zum Senator gewählt.[1]
Dormoy stimmte 1940 als einer von 80 Abgeordneten gegen die erweiterten Vollmachten für Marschall Pétain. Kurze Zeit später wurde er als Bürgermeister von Montluçon abgesetzt und inhaftiert. In der Nacht des 26. Juli 1941 wurde Dormoy in seinem Hotelzimmer von den ehemaligen Cagoule-Mitgliedern Maurice Marbach, Yves Moynier und Horace Vaillant (unter Beihilfe der Schauspielerin Annie Mourraille[3]) mit einer Zeitbombe ermordet. Vaillant starb wenige Tage später bei einem weiteren Attentat durch die eigene Bombe; die anderen wurden verhaftet. Die Auftraggeber des Attentats blieben unbekannt.[4][5] Die Täter wurden nie vor Gericht gestellt. Sie wurden 1943 von der deutschen Armee aus dem Gefängnis befreit.[6] Nach dem Kriegsende und der Befreiung von der deutschen Besatzung in der Libération wurde er feierlich beigesetzt.
Ehrungen
Heute ist die Hauptstraße seines Heimatortes nach ihm benannt sowie weitere Straßen in Paris und zahlreichen anderen Städten wie beispielsweise der Place Marx Dormoy in Moulins. In Montluçon wurde ein Denkmal für ihn errichtet. Er wurde postum mit der Citation à l’ordre de la Nation[7] und der Médaille de la Résistance geehrt.
Weblinks
- DORMOY Marx Ancien sénateur de l'Allier. In: Sénat.fr. (französisch).
- Angaben zu Marx Dormoy in der Datenbank der Bibliothèque nationale de France.