Mary Khan-Hohloch

deutsche Politikerin (AfD), MdEP From Wikipedia, the free encyclopedia

Mary Fatima Khan-Hohloch, geborene Khan (* 25. Juni 1994 in Frankfurt am Main), ist eine deutsche Politikerin der Alternative für Deutschland (AfD) und seit 2024 Mitglied des Europäischen Parlaments.[1]

Mary Khan-Hohloch (2024)

Leben

Khan-Hohloch wuchs in einer deutsch-pakistanischen Familie auf. Ihre deutsche Mutter war eine SPD-Unterstützerin.[2] Die Familie stammt väterlicherseits aus Lahore in Pakistan und ist im Sufismus verwurzelt.[3] Ihr Vater Zahid Khan,[4] der 1989 nach Deutschland auswanderte,[2] bezeichnete sich öffentlich als Prophet und behauptete, durch ihn habe der Prophet Mohammed „die Möglichkeit, zu beichten, was im Islam und in seinem eigenen Leben falsch gelaufen ist“.[3] Er sah im Islam „eine Wurzel von Terrorismus und Extremismus“[3] und erlangte Bekanntheit als dezidierter Kritiker dieser Religion. Zur Konfession seiner Tochter Mary Khan-Hohloch gibt es keine öffentlich bekannten Informationen.[5]

Sie ist seit 2019 mit dem vom Verfassungsschutz als rechtsextrem eingestuften[6] AfD-Politiker Dennis Hohloch verheiratet, mit dem sie eine gemeinsame Tochter hat.

Nach eigenen Angaben – etwa auf ihrer Lebenslaufseite auf der Website des Europäischen Parlaments – studierte sie von 2019 bis 2023 Religionswissenschaft und Öffentliches Recht mit Abschluss. Angaben zum Namen der Universität und zum Studienort machte sie nicht.[7][8] Von 2020 bis 2024 war sie zudem selbstständig im Medienbereich tätig.[9][8] Bevor sie ins Europaparlament einzog, arbeitete sie für mehrere Bundestagsabgeordnete, darunter Alice Weidel.[10]

Politische Laufbahn

Im Jahr 2016 trat Khan-Hohloch der AfD bei.[5] Zunächst war sie im AfD-Landesverband Hessen als Ortsvorsitzende in Rodgau, als Fraktionsgeschäftsführerin der AfD-Stadtfraktion in Rodgau und im Kreisvorstand Offenbach-Land tätig, bevor sie nach Brandenburg wechselte. Bis zu diesem Wechsel war sie auch stellvertretende Landessprecherin der JA-Hessen und Beisitzerin im AfD-Landesvorstand. Von 2018 bis 2022 war sie stellvertretende Bundessprecherin der Jungen Alternative für Deutschland.

Khan-Hohloch kandidierte für die Wahl zum Europäischen Parlament 2024 auf Listenplatz 14[7] und zog ins Europäische Parlament ein.[11] Im Europäischen Parlament gehört Khan-Hohloch der im Juli 2024 neu gebildeten rechtsextremen Fraktion Europa der Souveränen Nationen an. Sie ist in der 10. Legislaturperiode (2024–2029) Mitglied im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz.[12]

Skandale

Hochstapler-Affäre

Im Vorfeld der Europawahl 2024 hatte die AfD 2023 in der sogenannten „Hochstapler-Affäre“ zwei ihrer Kandidaten, Mary Khan-Hohloch und Arno Bausemer, wegen ungenauer Angaben in ihren Lebensläufen gerügt. Die Antragssteller in der Partei erhoben an dem von ihr angegebenen abgeschlossenen Studium sowie der vierjährigen Berufserfahrung außerhalb der Politik Zweifel. Begründet wurden diese Zweifel damit, dass es höchst unwahrscheinlich sei, dass Khan-Hohloch während ihrer reiseintensiven Arbeit für die Junge Alternative seit 2015 ein Erwerbsleben geführt habe.[13] In der Folge beschloss der Bundesvorstand der AfD Anfang Oktober 2023, dass Khan-Hohloch zwei Jahre lang keine Parteiämter bekleiden darf.[1] An der Kandidatenliste für die Europawahl 2024 hielt die Partei jedoch fest, obwohl von der Parteibasis Forderungen gekommen waren, die Kandidaten nicht für die AfD ins EU-Parlament einziehen zu lassen und gegebenenfalls die Kandidatenaufstellung zu wiederholen.[14][15]

Vorwürfe der Vetternwirtschaft

Laut Freitag beschäftigt Mary Khan-Hohloch Ulrike Hohm, die Ehefrau des brandenburgischen Landtagsabgeordneten und Vorsitzenden der AfD-Jugendorganisation Jean-Pascal Hohm.[16] Khan-Hohloch bestätigte die Beschäftigung gegenüber Table Media.[17]

Einzelnachweise

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