Massimo D’Anolfi
Regisseur und filmschaffende Persönlichkeit
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Leben und Werk
D’Anolfi arbeitet seit 1993 als Videofilmer. 2003 drehte er seinen ersten Kurzdokumentarfilm Si torna a casa. Appunti per un film, der auf dem Torino Film Festival 2003 gezeigt wurde. In dem Film geht es um zwei Männer einer kriminellen Bande, die in den 1980er Jahren Banken überfallen haben, denen unter Waffengewalt eine spektakuläre Flucht aus einem Gefängnis in Pescara gelungen ist, und die schließlich beide zu 30 Jahren Haft verurteilt wurden.
Seit 2006 arbeitet D’Anolfi eng mit der Filmemacherin Martina Parenti (* 1972) zusammen. Gemeinsam schufen sie eine Reihe künstlerisch anspruchsvoller Dokumentarfilme, die auf internationalen Festivals vorgestellt und mehrfach ausgezeichnet wurden. Ihre Filme greifen häufig gesellschaftlich relevante Themen auf, in denen sie historische oder ästhetische Fragestellungen mit einer „poetischen Bildsprache“ und „mit dokumentarischer Präzision“ verbinden.[2] 2006 drehten sie ihren gemeinsamen Film I promessi sposi, in dem beide an Drehbuch, Regie und Schnitt beteiligt waren. Der Film wurde am Locarno Film Festival im Rahmen von ’Ici & Ailleurs’ gezeigt und beim Festival dei Popoli in Florenz und dem Film Fest International in Mailand ausgezeichnet.[3] In dem Film geht es um die bürokratischen Hürden, die ein heiratswilliges Paar in Italien zu überwinden hat.
2024 hatte ihr Film Bestiari, erbari, lapidari auf dem International Documentary Film Festival Amsterdam (IDFA) Premiere, wo er mit dem Regiepreis ausgezeichnet wurde. Der Film mit einer „enzyklopädischen“ Länge von 3h 26min ist in drei Akte unterteilt, die jeweils Tiere, Pflanzen und Steine zum Thema haben. Visions du Réel nennt den Film einen „fulminante[n] Filmessay, der an ein Kuriositätenkabinett erinnert. Auf drei zeitlichen und inhaltlichen Ebenen schreibt der Film eine kritische und poetische Geschichte der Beziehung des Menschen zur Tier-, Mineral- und Pflanzenwelt.“[4]
Preise und Auszeichnungen
D’Anolfi/Parenti haben sieben Filmpreise gewonnen und wurden für 14 weitere nominiert. 2016, 2018 und 2020 wurden Filme des Gespanns D’Anolfi/Pareti in Venedig gezeigt und ausgezeichnet. Bestiari, erbari, lapidari lief 2024 in Venedig Out of Competition.
Filmografie (Auswahl)
- 2002: Angela, Drehbuch; Regie Roberta Torre
- 2003: Si torna a casa. Appunti per un film
- 2004: Play
- mit Martina Parenti
Drehbuch, Regie, Kamera, Schnitt, Sound/Musik
- 2006: I promessi sposi
- 2009: Grandi speranze
- 2011: Il castello
- 2013: Materia oscura
- 2016: Spira Mirabilis
- 2018: Blue, Kurzfilm
- 2020: Guerra e pace
- 2022: Una giornata nell'Archivio Piero Bottoni
- 2024: Bestiari, erbari, lapidari
- 2025: Un documento
- 2025: L’infinita Fabbrica del Duomo
Bilderbuch
- Massimo D’Anolfi: Un tempo il mondo era di chi dormiva più a lungo. Ill. Giulia Pastorino. Terre di Mezuzo, Mailand 2026. ISBN 979-1-25996326-0
Weblinks
- Massimo D’Anolfi bei IMDb
- Martina Parenti und Massimo D’Anolfi, Atelier Visions du réel, Festival
- Massimo D’Anolfi Swiss Films 2024