Mathilde von Jordan

Adlige, Ehefrau des Grafen Friedrich Ferdinand von Beust From Wikipedia, the free encyclopedia

Mathilde Freiin von Jordan (* 12. Mai 1817 in München oder Wackerstein Lkr. Eichstätt; † 12. Dezember 1886 in Schloss Altenberg, Niederösterreich) war eine bayerische Generalstochter und Diplomatenehefrau. Ihr Porträt fand 1837 Eingang in die Schönheitengalerie von König Ludwig I. von Bayern.

Mathilde von Jordan, 1837, Gemälde von Joseph Karl Stieler, in der Schönheitengalerie Schloß Nymphenburg

Leben

Mathilde von Jordan war eine Tochter des aus Pommern gebürtigen Freiherrn Wilhelm Friedrich von Jordan (1775–1841), der königlich bayerischer Kämmerer und Generalleutnant war. Ihre Mutter Violante (1783–1859), geborene Gräfin von und zu Sandizell, war vor ihrer Ehe Hofdame gewesen. Der gelegentlich überlieferte Geburtsort Regensburg, der wohl fälschlich auf der Rückseite des Portäts vermerkt ist, ist nach Oelwein nicht korrekt, da Mathildes Vater erst nach Mathildes Geburt nach Regensburg versetzt worden war.[1]

Mathilde wurde als Ehrendame in den bayerischen Theresienorden aufgenommen. Um in diesen elitären Damenorden einzutreten, hatte man eine nicht geringe Aufnahmegebühr zu zahlen, weshalb man annehmen darf, dass die Familie wohlhabend war. 1823 hatte ihr Vater zusätzlich zum Famiienbesitz in Wackerstein bei Eichstätt, den er 1811 gekauft hatte, das Schloß Suresnes in Schwabing bei München erworben (und 1839 wieder verkauft). 1843 kauft er zusätzlich noch das ehemalige Kloster Andechs, das er schon drei Jahre spät, 1846, für 65.000 Gulden an König Ludwig I. weiterverkaufte.

Mathilde heiratete am 15. Mai 1843 den sächsischen Kammerherren und aufstrebenden künftigen Diplomaten Friedrich Ferdinand von Beust, der einer der wichtigsten und umstrittensten Staatsmänner seiner Zeit werden sollte. Die beiden hatten vier Kinder, drei Söhne, Friedrich, Heinrich (* 1855) und Adolph (* 1848) sowie eine Tochter. Der älteste Sohn Friedrich von Beust wurde ebenfalls Diplomat (u. a. an der österreichischen Botschaft in London), die Tochter Maria Violante Auguste Ermuthe von Beust war mit dem späteren sächsischen Finanzminister Léonce Freiherr von Könneritz verheiratet (1835–1890). Da Mathildes Ehemann nach der Schlacht bei Königsgrätz von sächsischen in österreichische Dienste wechselte, musste die Familie häufig umziehen. Mathilde wird in zeitgenössischen Berichten als sehr offenherzig und direkt beschrieben, was im Diplomatenhaushalt nicht immer von Vorteil gewesen sein dürfte. Die Ehe war nicht glücklich, der Ehemann sehr untreu, doch lebte das Ehepaar am Ende seines Lebens gemeinsam und zurückgezogen auf Schloß Altenberg bei St. Andrä in Niederösterreich, wo beide im Jahr 1886 starben. Der Ehemann wurde auf dem Evangelischen Friedhof Matzleinsdorf begraben, Mathilde auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden. Zu der gemeinsamen Gruft in Dresden kam es nicht mehr.[2]

Porträt

König Ludwig I. von Bayern war Mathilde von Jordan vermutlich in München begegnet. Sie galt als herrliche Erscheinung, die alle Welt in ihren Zauberkreis zu bannen wußte.[3] Der Maler Joseph Karl Stieler, der das Brustbild für die königliche Schönheitengalerie anfertigte, hat Mathilde in einem prächtigen, leuchtend gelben Kleid porträtiert, auf dessen Mittelschleife eine üppige rubin - und perlenbesetzte Brosche prangt. Ins modisch streng hochgesteckte Haar sind große dunkelrote Seidenschleifen gesteckt. Darüber trägt sie locker einen weiten Samtumhang, der mit weißen Schwanenfedern besetzt ist.

Literatur

  • Cornelia Oelwein: Nicht nur schön … Die Lebensgeschichten der Damen aus der Schönheitengalerie König Ludwigs I. Volk Verlag, München 2021, S. 184–194, ISBN 978-3-86222-354-1.

Einzelnachweise

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