Matthias Bolliger
Schweizerisch-deutscher Kameramann
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Matthias Bolliger (* 1975 in Luzern) ist ein schweizerisch-deutscher Kameramann/Director of photography (DoP), Dozent und Coach. Nach seinem Studium der Kamera/Bildgestaltung in Zürich, Berlin und Hamburg arbeitet er seit vielen Jahren für Kino-, TV- und Serienproduktionen im fiktionalen und dokumentarischen Bereich. Er lebt und arbeitet in Hamburg und Luzern

Matthias Bolliger wurde 1975 in der Schweiz geboren. Von 1994 bis 1997 leitete Bolliger die „Innerschweizer Filmtage“ und war an der Gründung der Arcanusfilm AG, später Arcmedia AG Luzern, beteiligt.[1] Seit seinem Filmstudium im Bereich “Kamera/Bildregie” in Zürich, Berlin und Hamburg arbeitet er als lichtsetzender Kameramann/DoP für szenische und dokumentarische Produktionen sowie im Image-/Werbefilmbereich.[2]
Werdegang
Seinen Kinodurchbruch hatte Bolliger 2007 mit Chiko (Regie Özgür Yıldırım und Fatih Akıns Produktionsfirma Corazón International). Der Film wurde für den Deutschen Kamerapreis nominiert und erhielt zwei Deutsche Filmpreise. Es folgten u. a. der Musikfilm Blutzbrüdaz (2011) mit Rapper Sido in der Hauptrolle sowie mehrere prägende Arbeiten für den Tatort, darunter der erste Nord-Tatort mit Wotan Wilke Möhring und Zorn Gottes (2016).
Internationales Augenmerk erhielt Bolliger durch seine dokumentarischen Langzeitprojekte, darunter die stereoskopische ZDF/Arte-Produktion über Alexander Gersts ISS-Mission sowie „16 levers de soleil / 16 sunrises“ über den ESA-Astronauten Thomas Pesquet – realisiert als Multiformat-Projekt für Kino, TV, Planetarium und VR.
Im Serienbereich prägte er maßgeblich den Look der Erfolgsserie 4 Blocks (Staffel 2 & 3). Das Spin-off „PARA - Wir sind King“ wurde 2021 mehrfach für den Deutschen Fernsehpreis nominiert, gewann als Beste Drama-Serie und wurde zusätzlich mit dem Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen für „Beste Bildgestaltung“ ausgezeichnet. Für die internationale Dokumentation „Lebanon - Borders of Blood“[3] erhielt er 2021 den Award für Best Cinematography der Israeli Academy of Motion Pictures and TV.
Zu seinen jüngeren Arbeiten zählen die Dokufiction-Serie „Reeperbahn Spezialeinheit FD65“, die Bestseller-Verfilmung Ein Mann seiner Klasse von Christian Baron (Deutscher Fernsehpreis 2025: Bester Fernsehfilm), die Young-Adult-Serie Schattenseite sowie 2025 das HBO-Original „4 Blocks ZERO“, ein Prequel zur Erfolgs-Serie 4 Blocks, bei dem Bolliger als Lead-Creative fünf Episoden verantwortete.
Neben seiner praktischen Arbeit unterrichtet Matthias Bolliger an der Hamburg Media School, der Filmakademie Baden-Württemberg und der Internationalen Filmschule Köln. Er schreibt regelmäßig für die Fachzeitschrift Film & TV Kamera und ist Mitglied der Deutschen Filmakademie sowie der Swiss Cinematographers Society (SCS). Er ist zudem Host des jährlich erscheinenden EXPOSURE – Videocasts zu Visual Storytelling.[4]
Filmografie (Auswahl)
Langfilme
- 2008: Chiko, Regie: Özgür Yıldırım
- 2009: Koyamas Menü, Regie: Fabian Feiner
- 2011: Blutzbrüdaz, Regie: Özgür Yıldırım
- 2012: Violinissimo, Regie: Stephan Anspichler / Radoslaw Wegrzyn
- 2012: Begegnung im All 3D, Regie: Jürgen Hansen
- 2013: Tatort: Feuerteufel, Regie: Özgür Yıldırım
- 2014: Wacken 3D, Regie: Norbert Heitker
- 2015: Boy 7, Regie: Özgür Yıldırım
- 2014: Zero Gravity – Mission im All, Regie: Jürgen Hansen
- 2016: Tatort: Zorn Gottes, Regie: Özgür Yıldırım
- 2016: Tatort: Fünf Minuten Himmel, Regie: Katrin Gebbe
- 2016: The school on magic mountain, Regie: Radek Wegrzyn
- 2017: 16 levers de soleil, Regie: Pierre-Emmanuel Le Goff / Jürgen Hansen
- 2017: Nur Gott kann mich richten, Regie: Özgür Yıldırım
- 2018: Tatort: Alles was Sie sagen, Regie: Özgür Yıldırım
- 2018: 4 Blocks – Staffel 2, Regie: Özgür Yıldırım
- 2019: Miss Holocaust Survivor, Regie: Radek Wegrzyn
- 2019: 4 Blocks – Staffel 3, Regie: Özgür Yıldırım
- 2020: PARA – Wir sind King – Staffel 1, Regie: Özgür Yıldırım
- 2021: Das Haus, Regie: Rick Ostermann
- 2022: PARA – Wir sind King – Staffel 2, Regie: Özgür Yıldırım
- 2024: Ein Mann seiner Klasse, Regie: Marc Brummund
- 2025: Schattenseite, Regie: Özgür Yıldırım, Alison Kuhn
Kurzfilme
- Life Has No Undo (2000), Regie: Matthias Bolliger
- Join the real life (2001), Regie: Matthias Bolliger
- Der nötige Schneid (2002), Regie: Özgür Yıldırım
- Himmelfahrt (2003), Regie: Ulrike Grote
- Alim Market (2004), Regie: Özgür Yıldırım
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2000 Silver Award am Tokyo Video Festival, Victor 2000 für „Die Seilschaft von der Schwandi“ (1998)
- 2003 1. Preis, Internat. Wettbewerb Unimovie 2004, Pescara (I) für „Himmelfahrt“ (2003)
- 2004 2. Preis, Kategorie „Erzählkino“, Athens Int. Film Festival 2005 (USA) für „Alim Market“
- 2004 Hauptpreis des 45. Internat. Festivals „Brünner Sechzehn“ für „Alim Market“ (2004)
- 2004 PRO 7 Nachwuchspreis, Internat. Filmfestival der Filmhochschulen für „Himmelfahrt“ (2003)
- 2005 PSP Film und 50 – Filmfestival Hamburg: „Publikumspreis“ für „Bisschen Schwund is’ immer“ (2005)
- 2009 Die Klappe 2010: 2× Bronze Unternehmensfilm, Internet / Spotlight-Festival 2010: Silber Fachjury Award / ADC 2010: 2× Silber, 1× Bronze, Auszeichnung in der Kategorie Casting / Annual Multimedia Award / DMMA-Online Star: Silber für „15 Jahre Kolle Rebbe“ (2009)
- 2009 Corporate Media 2009: Award of Master für „The birth of a Remos-Aircraft“
- 2010 ITVA Award-Stereoskopie für Deutsche Telekom „Tele Presence“
- 2013 3D Korea International Film Festival: „Special Prize“
- 2013 Festival Aérospatial des etoiles et des aires: „Grand Prix de la Jury“
- 2021 Preis der Deutschen Akademie für Fernsehen in der Kategorie Bildgestaltung für „PARA – Wir sind King“