Matthias Koeppel

deutscher Maler und Dichter From Wikipedia, the free encyclopedia

Matthias Koeppel (* 22. August 1937 in Hamburg;[1]26. Februar 2026 in Berlin[2]) war ein deutscher Maler und Dichter.

Matthias Koeppel (2014)

Leben

Der Mitbegründer der Schule der neuen Prächtigkeit (1973) wurde einem größeren Publikum vor allem durch seine Gedichte in Starckdeutsch (Erstveröffentlichung 1972, im Juliheft der Zeitschrift Pardon) bekannt (Selbstbezeichnung „Sprachkünstler“). Ab 1975 textete Koeppel auch für das Männer-Vokalensemble Berliner Hymnentafel.[3]

Koeppel war von 1981 bis 2003 Professor für Freies Malen und Zeichnen an der Fakultät für Architektur der TU Berlin. In dieser Zeit unterstützte er den Ullstein Verlag, Künstler für die Buddy Bär Berlin Show[4] zu rekrutieren. Er selbst beteiligte sich mit zwei von ihm gestalteten Bären, die später zur Unterstützung von „Kindern in Not“ versteigert wurden.

Als ordentliches Mitglied des Deutschen Künstlerbundes nahm er an mehreren großen Jahresausstellungen des DKB zwischen 1972 und 1985 teil. Im Jahr 1990 gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Künstlersonderbundes in Deutschland (KSB). Außerdem war er Ehrenmitglied im Verein Berliner Künstler.[5]

Koeppel setzte ab den 1970er Jahren die Berliner Mauer kontinuierlich ins Bild und kann als Historienmaler des Mauerfalls bezeichnet werden. In zahlreichen Arbeiten zwischen 1990 und 2008 ließ er die Nacht vom 9. zum 10. November 1989 Revue passieren.[6] 1997 vollendete Koeppel das Triptychon Die Öffnung der Berliner Mauer für den Preußischen Landtag, Berlin.[7]

Schnelle Fakten ...und alles wird wieder gut. Der 3. Oktober '90 vor der Neuen Wache ...
...und alles wird wieder gut. Der 3. Oktober '90 vor der Neuen Wache
Matthias Koeppel, 1991
Öl auf Leinwand
Deutsches Historisches Museum, Berlin

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Neben seiner Konzentration auf Berlin war Koeppel bekannt für seine großen Himmel über Berlin, unter denen sich deutsche Zeitgeschichte vollzieht, und seinen Realismus. Ab Mitte der 2010er Jahre entwickelte er einen neuen Stil, den Neokubismus.[8][9][10][11]

Als Sprachkünstler veröffentlichte Koeppel auch Schüttelreime und Sonette. In parodistischen Gedichte nutzte er Starckdeutsch, eine Kunstsprache, die er selbst erdacht hatte.[12]

Privates

Koeppel war ab 1995 mit der koreanisch-deutschen Malerin Youn-Sook Hong, gen. Sooki verheiratet, mit der er eine Tochter hatte.[13]

Koeppel hinterlässt insgesamt fünf Kinder (zwei Töchter und drei Söhne) aus drei Ehen.[14]

Veröffentlichungen

  • Jenseits von Duden: Ein interaktives Wörterbuch der neuschwachhochdeutschen Sprache. Libelli-Ars, Fuldatal 2003, ISBN 3-936744-06-8.
  • Um die Wurst. Sonette zur Lage. Tenzone & Coda. Wohlleben, Hamburg 2006, ISBN 3-88159-066-8 (mit Klaus M. Rarisch).
  • Gemalt auf Spiekeroog. Edition Walfisch, Bremen 2007, ISBN 978-3-938737-20-0.
  • Schüttelreime – Rüttelscheime. Gezeichnet, gefunden und erfunden von Matthias Koeppel. B & S Siebenhaar, Berlin / Kassel 2012, ISBN 978-3-943132-12-0.
  • Jörg Deuter (Hrsg.): Festschrift für Matthias Koeppel zum 85. Geburtstag. Laugwitz Verlag, Buchholz in der Nordheide 2022, ISBN 978-3-933077-66-0 (mit Erinnerungen Koeppels an Armin T. Wegner und über seine Bezüge zu Werner Heldts Malerei)

Auszeichnungen

Ausstellungen (Auswahl)

Einzelnachweise

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