Matthias Meitzler
Soziologe
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Matthias Meitzler (* 20. Juni 1986 in Groß-Umstadt) ist ein deutscher Soziologe.
Leben
Meitzler studierte an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main Soziologie, Psychoanalyse und Geschichtswissenschaft.
Aus seiner soziologischen Abschlussarbeit entstand das Buch Soziologie der Vergänglichkeit (2011). Er forscht aktuell an der Eberhard Karls Universität Tübingen als Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Medienethik, Technikphilosophie und KI. Seine Arbeitsschwerpunkte liegen vor allem in der Wissenssoziologie, der Thanatosoziologie und der qualitativen Sozialforschung.[1]
In verschiedenen Forschungsprojekten untersucht Meitzler Aspekte des Umgangs der Gesellschaft mit Sterben, Tod und Trauer. Seine Erkenntnisse hat er in zahlreichen Büchern, Fachartikeln und Vorträgen im In- und Ausland veröffentlicht.[2] Seit 2022 beschäftigt er sich intensiv mit Formen der digitalen Fortexistenz Verstorbener durch Künstliche Intelligenz[3] und war an der ersten umfangreichen deutschen Studie zu diesem Phänomen maßgeblich beteiligt.[4] Er ist außerdem Mitbegründer des Arbeitskreises Thanatologie[5] sowie Mitherausgeber des Jahrbuchs für Tod und Gesellschaft.[6] Mit dem Soziologen Thorsten Benkel veröffentlichte er neben weiteren Arbeiten u. a. Bücher über „ungewöhnliche Grabsteine“.[7]
Veröffentlichungen (Auswahl)
- Soziologie der Vergänglichkeit. Zeit, Altern, Tod und Erinnern im gesellschaftlichen Kontext. Hamburg 2011, ISBN 978-3-8300-5455-9.
- mit Thorsten Benkel: Gestatten Sie, dass ich liegen bleibe. Ungewöhnliche Grabsteine. Eine Reise über die Friedhöfe von heute. 4. Auflage. Köln 2016, ISBN 978-3-462-04608-3.
- mit Thorsten Benkel: Game Over. Neue ungewöhnliche Grabsteine. Köln 2016, ISBN 978-3-462-04905-3.
- mit Jo Reichertz und Caroline Plewnia: Wissenssoziologische Medienwirkungsforschung. Zur Mediatisierung des forensischen Feldes. Weinheim 2017, ISBN 978-3-7799-3676-3.
- mit Thorsten Benkel (Hrsg.): Zwischen Leben und Tod. Sozialwissenschaftliche Grenzgänge. Wiesbaden 2018, ISBN 978-3-658-22277-2.
- mit Thorsten Benkel und Dirk Preuß: Autonomie der Trauer. Zur Ambivalenz des sozialen Wandels. Baden-Baden 2019, ISBN 978-3-8487-6032-9.
- mit Thorsten Benkel und Thomas Klie: Der Glanz des Lebens. Aschediamant und Erinnerungskörper. Göttingen 2019, ISBN 978-3-525-61630-7.
- Norbert Elias und der Tod. Eine empirische Überprüfung. Springer VS, Wiesbaden 2021, ISBN 978-3-658-34653-9.
- mit Regina Ammicht Quinn, Ines Geissler, Jessica Heesen, Martin Hennig, Thomas Kunz und Ulrich Waldmann: Ethik, Recht und Sicherheit des digitalen Weiterlebens. Forschungsergebnisse und Gestaltungsvorschläge zum Umgang mit Avataren und Chatbots von Verstorbenen. Tübingen/Darmstadt 2024. (zenodo.org)
- mit Thorsten Benkel (Hrsg.): Ethnografie des Ungewohnten. Empirisches Forschen in außergewöhnlichen Kontexten. Weinheim/Basel 2025, ISBN 978-3-7799-7280-8.