Mattsee

Marktgemeinde im Bezirk Salzburg-Umgebung, Land Salzburg From Wikipedia, the free encyclopedia

Mattsee ist eine Marktgemeinde im Flachgau (Salzburg, Österreich) mit 3538 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025). Der Ort liegt am gleichnamigen Mattsee.

Schnelle Fakten Marktgemeinde, Wappen ...
Marktgemeinde
Mattsee
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Mattsee
Mattsee (Österreich)
Mattsee (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Land Salzburg Salzburg
Politischer Bezirk: Salzburg-Umgebung
Kfz-Kennzeichen: SL
Fläche: 24,59 km²
Koordinaten: 47° 58′ N, 13° 6′ O
Höhe: 505 m ü. A.
Einwohner: 3.538 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 144 Einw. pro km²
Postleitzahl: 5163
Vorwahl: 06217
Gemeindekennziffer: 5 03 23
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Gemeindeweg 1
5163 Mattsee
Website: mattsee.at
Politik
Bürgermeister: Michael Schwarzmayr (SPÖ)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2024)
(21 Mitglieder)
   
Insgesamt 21 Sitze
Lage von Mattsee im Bezirk Salzburg-Umgebung
Lage der Gemeinde Mattsee im Bezirk Salzburg-Umgebung (anklickbare Karte)BergheimHinterseeSalzburg
Lage der Gemeinde Mattsee im Bezirk Salzburg-Umgebung (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Luftbild von Mattsee
Luftbild von Mattsee
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Schließen
Ort und See Mattsee, Mitte die Stiftskirche dahinter Wartstein, rechts Schloss Mattsee

Geographie

Mattsee ist Teil des Gerichtsbezirks Seekirchen am Wallersee.

Die beiden nur durch eine schmale Landzunge getrennten Seen Mattsee und Obertrumer See liegen rund 500 Meter über dem Meeresniveau. Der höchste Punkt der Gemeinde ist der Buchberg mit einer Höhe von 801 Meter.

Die Gemeinde hat eine Fläche von 24,59 Quadratkilometer. Davon sind 38 Prozent landwirtschaftliche Nutzfläche, 18 Prozent sind bewaldet und 35 Prozent entfallen auf die beiden Seen.[1]

Gemeindegliederung

Einzige Ortschaft der Gemeinde ist Mattsee. Ortsteile sind:

  • Anzing
  • Aug
  • Außerhof
  • Bindergrub
  • Bodenstätt
  • Buchberg
  • Feichten
  • Fisching
  • Gaisberg
  • Guglmoos
  • Haag
  • Hof
  • Hofer
  • Leitgermoos
  • Lofer
  • Mitterhof
  • Nußbaum
  • Obernberg
  • Ochsenharing
  • Paltingmoos
  • Pfaffenberg
  • Ramoos
  • Römersberg
  • Saulach
  • Schalkham
  • Untermayerhof
  • Unternberg
  • Wallmannsberg
  • Weyer
  • Zellhof

Klima

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Mattsee
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Temperatur (°C) −1,0 −0,3 3,7 8,4 13,7 16,6 18,6 18,0 13,9 9,3 3,8 0,5 8,8
Mittl. Tagesmax. (°C) 2,6 4,4 8,8 14,1 19,3 22,0 24,2 23,6 19,1 14,0 7,5 3,5 13,6
Mittl. Tagesmin. (°C) −3,8 −3,7 0,1 4,0 9,0 12,2 14,1 13,8 10,3 6,2 1,3 −2,0 5,2
Niederschlag (mm) 79 81 108 88 117 147 158 143 114 80 85 95 Σ 1295
Luftfeuchtigkeit (%) 79,0 71,8 66,0 59,6 59,4 63,3 62,6 63,1 68,9 73,0 79,0 82,8 69
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,6
−3,8
4,4
−3,7
8,8
0,1
14,1
4,0
19,3
9,0
22,0
12,2
24,2
14,1
23,6
13,8
19,1
10,3
14,0
6,2
7,5
1,3
3,5
−2,0
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

Nachbargemeinden

Zwei der sieben Nachbargemeinden liegen im Bezirk Braunau (BR) in Oberösterreich.

Berndorf bei Salzburg Palting (BR) Lochen am See (BR)
Seeham Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Schleedorf
Obertrum am See Seekirchen am Wallersee

Geschichte

Die erste Besiedlung erfolgte in der Jung-Steinzeit, auf dem Plateau des Schlossbergs befand sich eine bedeutende Höhensiedlung.[2]

Um 770 wurde das Stift Mattsee durch Bayernherzog Tassilo III. gegründet. Mattsee war Sitz eines Pfleggerichts der Salzburger Fürstbischöfe. Der Ort kam mit Salzburg 1816 zu Österreich.

Aufsehen erregte der einstimmige Beschluss des Gemeinderates vom 19. Juni 1921, der sich entrüstet zeigte, „dass einzelne Vermieter von Sommerwohnungen in Mattsee dieselben Juden überließen und dadurch den allbekannten Ruf Mattsees als ‚judenreine Sommerfrische‘ schwer geschädigt haben“.[3]

Der Ort Mattsee ist seit 1935 Marktgemeinde. Mattsee war bis Ende Mai 1923 Sitz eines Bezirksgerichts des Gerichtsbezirks Mattsee, per 1. Juni 1923 wurde dieser aufgelöst und Mattsee dem Gerichtsbezirk Neumarkt bei Salzburg zugewiesen.

Einwohnerentwicklung

Mattsee: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
1.029
1880
 
987
1890
 
1.006
1900
 
1.017
1910
 
1.063
1923
 
1.051
1934
 
1.094
1939
 
1.026
1951
 
1.478
1961
 
1.552
1971
 
1.858
1981
 
2.089
1991
 
2.550
2001
 
2.850
2011
 
3.114
2021
 
3.442
2025
 
3.538
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Schloss Mattsee
Stiftskirche Mattsee
Strandbad Mattsee
Wartsteinkapelle

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Von den 57 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 44 Haupterwerbsbauern. Diese bewirtschafteten 90 Prozent der Flächen. Im Produktionssektor arbeiteten 236 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren, 30 in der Bauwirtschaft und 8 in der Wasserver- und Abfallentsorgung. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (192), Handel (176), Beherbergung und Gastronomie (88) und freiberufliche Dienstleistungen (66 Mitarbeiter).[5][6][7]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 57 69 66 86
Produktion 31 28 274 333
Dienstleistung 218 139 588 554
Schließen

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Tourismus

Die wichtigsten Attraktionen für den Fremdenverkehr sind der Mattsee und der Obertrumer See. Dies spiegelt sich auch in den Übernachtungszahlen, 85 Prozent der Nächtigungen entfallen auf die vier Monate Juni bis September. Die Anzahl der Übernachtungen lag in den Jahren von 2011 bis 2018 zwischen 58.000 und 78.000, ging im COVID-Jahr 2020 auf 28.000 zurück.[8][9]

Politik

Die Wikipedia wünscht sich an dieser Stelle ein Bild vom hier behandelten Ort.

Motiv: Gemeindeamt/Rathaus der Gemeinde

Falls du dabei helfen möchtest, erklärt die Anleitung, wie das geht.
BW

Gemeinderat

Gemeinderatswahl 2024
Wahlbeteiligung: 73,3 %
 %
70
60
50
40
30
20
10
0
61,3 %
(+30,8 %p)
30,1 %
(−11,6 %p)
7,5 %
(−3,2 %p)
1,1 %
(n. k. %p)
n. k. %
(−17,1 %p)
20192024

Die Gemeindevertretung hat 21 Mitglieder. Nach den Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahlen in Salzburg hatte/hat die Gemeindevertretung folgende Verteilungen:

  • 2004: 12 ÖVP, 6 SPÖ, und 1 FPÖ.
  • 2009: 13 ÖVP, 3 SPÖ, 2 Grüne, und 1 FPÖ.[10]
  • 2014: 11 ÖVP, 3 SPÖ, 3 Grüne, und 2 FPÖ.[11]
  • 2019: 8 ÖVP, 6 SPÖ, 3 Grüne und 2 FPÖ.[12]
  • 2024: 14 SPÖ, 6 ÖVP und 1 FPÖ.[13]

Bürgermeister

  • 1945–1959 Josef Lindner
  • 1959–1984 Josef Furthner (ÖVP)[14]
  • 1984–2012 Matthäus Maislinger (ÖVP)[15]
  • 2012–2019 René Kuel (ÖVP)[16]
  • seit 2019 Michael Schwarzmayr (SPÖ)[17]

Wappen

Der Gemeinde wurde 1935 ein Wappen verliehen.

Blasonierung (Wappenbeschreibung):

„Im roten Feld ein von einem aufrecht gestellten flammenden Schwert mit goldenem Griff belegter silberner Pfahl, der beiderseits von je einem auswärts gekehrten, silbernen Spießträger begleitet ist.“

Das flammende Schwert steht für den heiligen Michael, dem die Kirche des Stiftes Mattsee geweiht ist. Die Spießträger sind dem Wappen der Herren von Hausperg entnommen, die Besitzungen in Mattsee hatten und sich auch Herren von Mattsee nannten.[18]

Persönlichkeiten

Ehrenbürger der Gemeinde

  • Josef Lindner (1915–1999), Bürgermeister von Mattsee 1945–1959
  • Karl Gebetsberger (1903–1993), Probst des Stiftes Mattsee
  • Josef Furthner (1922–1992), Bürgermeister von Mattsee 1959–1984
  • Simon Feichtner (1928–2012), ehem. Vizebürgermeister
  • Hannes Maringer (1932–2022), Hauptschul-Direktor i. R.
  • Rupert Felber, Kustos des Heimatmuseums
  • Matthäus Maislinger, Bürgermeister von Mattsee 1984–2012[19]
  • 2010: Vinzenz Baldemair (1940–2012), Stiftspropst und 35 Jahre Pfarrer

Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen mit Bezug zur Gemeinde

Literatur

  • Hannes Maringer: Kleines Mattseebuch. Unser Ort einst und jetzt. Führer durch Natur – Kultur – Geschichte – Wirtschaft. Für Urlaub und Leben im Salzburger Dreiseenland. Fremdenverkehrsverband Mattsee, Mattsee 1994.
  • Hermann Dannheimer, Heinz Dopsch: Die Bajuwaren: von Severin bis Tassilo 488-788: gemeinsame Landesausstellung des Freistaates Bayern und des Landes Salzburg, Rosenheim/Bayern, Mattsee/Salzburg, 19. Mai bis 6. November 1988. Ueberreuter, Korneuburg 1988.
  • Marktgemeinde Mattsee (Hrsg.) (Redaktion: Gerda Dohle, Oskar Dohle): Mattsee-Chronik. Marktgemeinde Mattsee. Mattsee 2005.[21]
  • Marktgemeinde Mattsee (Hrsg.) (Redaktion: Siegfried Hetz, Wolfgang Neuper, Manuel Bödendorfer, Paul Sturm): Mattsee: Landschaft, Lebensraum, Natur, Geschichte, Kirche, Kunst, Kultur, Brauchtum, Volkskultur, Lebensformen, Wirtschaft, Landwirtschaft, Tourismus, Gemeinde, Vereinswesen. Zwei Bände, Marktgemeinde Mattsee, Mattsee 2023, ISBN 978-3-200-09502-1.
Commons: Mattsee – Sammlung von Bildern
Wikivoyage: Mattsee – Reiseführer

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI