Mau-Ubo

Suco in Osttimor From Wikipedia, the free encyclopedia

Mau-Ubo (Mau-Ubu, Mauabu, Maubo, Mahubo, Mauhubo) ist ein osttimoresischer Suco im Verwaltungsamt Hatulia B (Gemeinde Ermera).

Schnelle Fakten Daten ...
Mau-Ubo
Versammlung in der Aldeia Caisoru
Daten
Fläche 8,53 km²[1]
Einwohnerzahl 2.577 (2022)[2]
Chefe de Suco Sabino Fatima Martins
(Wahl 2023)
Aldeias Einwohner (2015)[1]
Arleu 788
Caisoru 404
Grotu 433
Leburema 65
Der Suco Mau-Ubo
Arleu (Osttimor)
Arleu (Osttimor)
Arleu
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Geographie

Schnelle Fakten Orte, Position ...
Mau-Ubo
Orte Position[3] Höhe
Arleu  43′ 46″ S, 125° 20′ 26″ O 1140 m
Caisoru  44′ 0″ S, 125° 20′ 26″ O 1294 m
Grotu  44′ 8″ S, 125° 21′ 8″ O 1037 m
Leburema  43′ 36″ S, 125° 17′ 47″ O 275 m
Mukrema  43′ 53″ S, 125° 20′ 15″ O 1173 m
Samalaka Lara  44′ 7″ S, 125° 20′ 37″ O 1259 m
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Mau-Ubo liegt im Norden des Verwaltungsamts Hatulia B und teilt sich in zwei Territorien. Das Westliche mit der Aldeia Leburema (Leborema) grenzt an Fatubessi, im Süden und Urahou im Nordosten. Südwestlich befindet sich das Verwaltungsamt Hatulia mit seinem Suco Aculau und nordwestlich die Gemeinde Liquiçá mit ihrem Suco Leotala (Verwaltungsamt Liquiçá). Das Ostterritorium von Mau-Ubo liegt südöstlich von Urahou, nordöstlich von Fatubessi, nordwestlich von Fatubolo und westlich von Lisapat. Hier befinden sich die Aldeias Arleu (Arle), Caisoru (Caisoro, Kaisoru) und Grotu (Groto).[4][5]

Fast die gesamte Grenze zu Lisapat bildet der Fluss Guotclua, der in den Gleno weiter nördlich fließt. Der Gleno bildet später auch die Nordgrenze der Aldeia Leburema, deren Südgrenze dem Lauf des Acolaco folgt, eines weiteren Nebenflusses des Gleno. Der Gleno selbst gehört zum System des Lóis.[6] Im Westterritorium befinden sich die Berge Foho Gumanhati (292 m, !491.2786655625.2848195Lage), Foho Malau (289 m, !491.2793945625.2874245Lage), im Ostterritorium die Berge Foho Laklolau (1359 m, !491.2561685625.3440815Lage) und Foho Aifunalaran (1303 m, !491.2663415625.3393795Lage).[7]

Mau-Ubo hat eine Fläche von 8,53 km².[1] Im Ostterritorium liegen die Dörfer Arleu, Grotu, Samalaka Lara, Mukrema und Caisoru. Das Dorf Tidibessi gehört seit 2015 zum Suco Lisapat. Das Dorf Leburema befindet sich im Westterritorium. In Arleu stehen der Sitz des Sucos, ein Hospital, eine Kapelle und eine Grundschule, die Escola Primaria Mau-Ubo.[4][8][9]

Einwohner

In Mau-Ubo leben 2.577 Einwohner (2022), davon sind 1.266 Männer und 1.311 Frauen. Im Suco gibt es 452 Haushalte.[2] Über 81 % der Einwohner geben Mambai als ihre Muttersprache an. Über 18 % sprechen Tetum Prasa.[10]

Geschichte

Mau-Ubo stand unter der Oberhoheit des Tokodede-Reichs von Maubara.[11.1] Bereits in einer Version der Legende der Gründung Maubaras werden die vier Herrscher von Atsabe, Deribate, Leimea und Mau-Ubo als untergeordnete Herrscher aufgeführt.[11.2]

„Mahubo“ wird in der Liste der Reiche in Portugiesisch-Timor von Afonso de Castro mit aufgeführt, dem ehemaligen Gouverneur der Kolonie (1859–1863).[12][13] Um 1854 soll das Reich etwa 2500 Einwohner gehabt haben.[14] 1860 wurde Mau-Ubo von den Portugiesen der Militärkommandantur Cailaco zugeordnet.[15][16.1] Um 1863 stiftete der korrupte, portugiesische Beamte Duarte Leão Cabreira das Reich Deribate zum Krieg gegen Mau-Ubo an, weil dieses sich geweigert hatte, Handelspreise so anzusetzen, wie der portugiesische Major es gefordert hatte.[16.2]

Bei der Neuordnung der Kolonie 1883 kam Mau-Ubo zur Militärkommandantur Maubara[17] und blieb es auch 1891. Damals hatte Mau-Ubo 900 Herdfeuer und 2000 Einwohner.[18]

1896 führte Dom Grégorio mit 60 Mann einen Angriff gegen Fatumasi und kam dabei ums Leben. Unter Aufsicht der Portugiesen wurde Dom Paulo (Berack) am 5. November 1896 in Railete (Suco Fatubolo) vom Volk zum neuen Herrscher gewählt.[18] Nach dem erfolgreichen Krieg gegen Deribate, Cotubaba, Sanirin und Cowa erklärte Gouverneur José Celestino da Silva (1894–1908) die vier Reiche 1897 für aufgelöst. Das Territorium von Deribate wurde unter Ermera, Mau-Ubo, Atsabe, Cailaco und Leimea aufgeteilt.[19]

1900 wurde der Herrscher Dom Paulo wegen „Nachlässigkeit in der Verwaltung seines Volkes“ von den Portugiesen abgesetzt. Er soll seine Leute zum Diebstahl angestiftet haben, was die Ordnung im wichtigen Kaffeeanbaugebiet von Maubara bedrohte. Neuer Herrscher wurde Saca-Bere.[16.3] 1911 führte die Empresa Commerçial Agricola e Industrial de Timor eine Kaffeeplantage in Mau-Ubo.[16.4]

Krieger aus Mau-Ubo unterstützten die Portugiesen in der Rebellion von Manufahi bei der Verteidigung von Soro am 28. Dezember 1911. Als Leutnant Valente, dem Militärkommandanten von Hatulia, aber befohlen wurde, Rebellen in Atsabe zu bekämpfen fehlten unter den Führern der Krieger aus Mau-Ubo Manuel da Silva, der Sohn von Saca-Bere und António da Silva, der Sohn von Dom Paulo. Valente wurde erklärt, sie und ihre Männer würden Nachschub aus Mau-Ubo holen, was der Leutnant nicht glauben wollte.[16.5] Nach dem Krieg verlor Mau-Ubo an Bedeutung.[18]

Weitere Informationen Herrscher von Mahubo, Liurai ...
Herrscher von Mahubo
Liurai Nennung Bemerkungen
Dom José Rodrigues Pereira 1815 führte den Rang eines Oberst (coronel)[18]
Dom João Rodrigues Pereira 1845
Dom Grégorio[18] vor 1863–1896 (†) führte den Rang eines Oberst (coronel)[18]
Dom Paulo (Berack) 1896–1900 Am 5. November 1896 in Railete vom Volk zum Herrscher gewählt, 1900 abgesetzt.
Saca-Bere 1900 – vor 1912
Dom António da Silva ? – 15. September 1946 (†) Herrscher in den 1930er und 1940er Jahren
Belarmino de Jesus Soares 1946 – nach 1964 Neffe von Dom António
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Am 7. Februar 1979 ergaben sich in Caisoru Filomeno Paixão, der FALINTIL-Kommandeur des Widerstandssektors Fronteira Norte und ein Großteil dessen militärischen und zivilen osttimoresischen Führer dem indonesischen Bataillon 512.[11.3][20.1]

Während der Unruhen von 1999 operierten zwischen dem 27. Januar und September in der Region die pro-indonesischen Milizen Darah Merah, Aitarak und Pancasila zusammen mit dem indonesischen Militär gegen Befürworter der Unabhängigkeit Osttimors. Zwischen dem 10. und 14. Mai wurden Mau-Ubo und andere Sucos in der Region überfallen.[21] Ein Mann namens Constancio Carvalho wurde von der Darah Merah ermordet.[22.1]

Am 1. Januar 2022 wurde Mau-Ubo vom Verwaltungsamt Hatulia abgetrennt und Teil des neuen Verwaltungsamtes Hatulia B.[23][24]

Politik

Bei den Wahlen von 2004/2005 wurde Jacinto de Jesus Soares zum Chefe de Suco gewählt.[25] Bei den Wahlen 2009 gewann Domingos Noronha[26] und wurde 2016 in seinem Amt bestätigt.[27] Bei den Wahlen 2023 wurde Sabino Fatima Martins gewählt.[28]

Commons: Mau-Ubo – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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