Maud Bregeon

französische Politikerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Maud Bregeon (* 11. Februar 1991 in Poitiers) ist eine französische Politikerin der Partei Renaissance.

Maud Bregeon (2023)

Leben

Maud Bregeon wurde am 11. Februar 1991 in Poitiers geboren.[1] Ihr politisch links orientierter Vater stammte aus der Vendée, hatte die Schule mit 14 Jahren verlassen und als Holzfäller gearbeitet, bevor er die Ausbildung wieder aufnahm, dann zunächst Erzieher und schließlich an der Universität Poitiers Professor für Soziologie wurde. Ihre Mutter war Sekretärin und arbeitete lange Zeit in einer Aufnahmestelle für Asylbewerber.[2]

Maud Bregeon absolvierte die Schulzeit in ihrer Heimatstadt Poitiers, wo sie das Collège Théophraste Renaudot und dann das Lycée du Bois d’Amour besuchte.[1] Anschließend begann sie ein Studium der Ingenieurwissenschaften,[2] das sie mit einem Abschluss der École polytechnique universitaire de Nantes Université, einer Ingenieurhochschule der Universität Nantes, abschloss.[1]

Nach ihrer Hochschulausbildung arbeitete sie von 2014 bis Juli 2022 für den Kernenergie-Bereich des staatlichen französischen Energiekonzerns Électricité de France (EDF).[1] Sie war dort in einer Abteilung tätig, die nach dem Unglück von Fukushima 2011 ins Leben gerufen worden war und Einsatzpläne für den Fall eines schweren Reaktorunfalls erarbeitete.[2]

Bregeon, die nach eigenen Angaben bei der Präsidentschaftswahl 2012 für Nicolas Sarkozy gestimmt hatte, trat im November 2016 der von Emmanuel Macron zur Vorbereitung seiner eigenen Präsidentschaftskandidatur bei den Wahlen 2017 gegründeten Partei En Marche !, der späteren Partei Renaissance, bei.[1]

Von 2020 bis 2022 war sie Mitglied des Stadtrats von Levallois-Perret im an die Hauptstadt Paris grenzenden Département Hauts-de-Seine.[1]

Im November 2020 wurde sie gemeinsam mit Prisca Thevenot zur Sprecherin ihrer nun als La République en Marche firmierenden Partei. Bei den Parlamentswahlen im Juni 2022 wurde sie im 13. Wahlkreis des Départements Hauts-de-Seine in die Nationalversammlung gewählt. Nach der erfolgreichen Wahl ins Parlament kündigte sie ihre Stelle bei EDF. Bei den vorgezogenen Neuwahlen im Juli 2024 konnte sie ihren Sitz verteidigen.[1]

Im von September bis Dezember 2024 wirkenden Kabinett Barnier war sie Regierungssprecherin. Dieses Amt bekam sie erneut im Mitte Oktober 2025 gebildeten Kabinett Lecornu II.[1]

Positionen

Bregeon wurde einer breiteren Öffentlichkeit während des Lockdowns im Frühjahr 2020 aus Anlass der COVID-19-Pandemie bekannt. Sie sprach sich für eine nationale Autonomie („Souveränität“) Frankreichs in den Bereichen der Industrie und vor allem der Energieversorgung aus und propagierte einen Wiedereinstieg in die Kernenergie, was nach dem unter Staatspräsident François Hollande erfolgten weitgehenden Ausstieg eine Außenseitermeinung war. Die von ihr vertretene Position fand jedoch spätestens nach dem russischen Überfall auf die Ukraine 2022, in dessen Folge die Abhängigkeit Westeuropas von russischen Erdgas­lieferungen zum Problem wurde, breite Anhängerschaft.[2]

Im Gespräch mit einer Journalistin der linksliberalen Zeitung Libération 2022 erklärte sich Bregeon als Anhängerin der Ideen von Elisabeth Badinter zum Feminismus. Als Hauptaufgabe des 2022 begonnenen zweiten Präsidentschaftsmandats Emmanuel Macrons bezeichnete sie die Verhinderung eines Wahlsiegs von Marine Le Pen bei der folgenden, turnusmäßig 2027 zu erwartenden Wahl. Von der gaullistischen Rechten, mit der sie noch 2012 sympathisierte, entfremdeten sie ihren Angaben zufolge endgültig der Sieg von François Fillon bei den Vorwahlen zur Präsidentschaftswahl 2017 und Fillons Programm, das sie als „Ausländer und Beamten stigmatisierend“ empfand und dessen sozialkonservative Positionen, insbesondere die Gegnerschaft zur Ehe für alle, sie ablehnte.[2]

Commons: Maud Bregeon – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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