Maurice André

französischer Trompeter From Wikipedia, the free encyclopedia

Maurice André (* 21. Mai 1933 in Alès; † 25. Februar 2012 in Bayonne) war ein französischer klassischer Trompeter und Hochschullehrer.

Maurice André (1969)

Leben und Laufbahn

Maurice André wurde nahe der südfranzösischen Stadt Alès geboren. Als Vierzehnjähriger erlernte er das Spiel der Trompete neben einer Bergmannslehre im Kohlerevier der Cevennen. Die Zeit als Bergmann war für ihn „eine Schule der gegenseitigen Hilfe, der Aufrichtigkeit, ganz das Gegenteil der Musik- und Medienwelt“.[1] Sein Vater, selbst Bergmann, ermöglichte ihm Privatstunden bei Barthélemy am Conservatoire de Paris, das den jungen Mann aufgrund seiner außerordentlichen Begabung bald als Studenten aufnahm. Im ersten Jahr bereits erhielt er den ersten Ehrenpreis für Kornett, ein Jahr später für Trompete.

Nach dem Konservatorium wirkte er mehrere Jahre im Orchestre Lamoureux als Solo-Trompeter. 1955 erhielt er den ersten Preis beim Concours de Genève, 1963 siegte er beim Internationalen Musikwettbewerb der ARD in München. Danach begann eine Zeit der Tourneen und Teilnahme an internationalen Festivals, z. B. in Athen, Bordeaux, Salzburg und Wien, Oxford und Cambridge, Moskau und New York. Für Aufführungen von Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium und Georg Friedrich Händels Oratorien wurde André bald einer der gefragtesten Solisten. Er verhalf seinem Instrument zu neuer Popularität, indem er die Piccolotrompete in die Barockmusik einführte, durch neue Interpretationen klassischer Partituren und indem er zeitgenössische Komponisten wie André Jolivet, Marcel Landowski und Henri Tomasi anregte, Stücke für Trompete zu komponieren.[2] Sein Repertoire umfasste vor allem Werke des 17. und 18. Jahrhunderts, aber auch zeitgenössische Stücke. 1981 spielte er mit dem Pianisten Claude Bolling eine jazzorientierte Produktion ein, die Toot Suite. Auch mit der Big Band von Michel Legrand nahm er Jazzstücke auf.

Insgesamt hat André mehr als 250 Schallplatten aufgenommen. Mehr als zehnmal wurde ihm der Grand Prix du Disque verliehen. Das Album The Pachelbel Canon wurde in den USA mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet. In Frankreich erhielt er eine Goldene Schallplatte für das Album La Trompette de toutes les mélodies.[3]

Von 1967 bis 1978 unterrichtete Maurice André als Professor am Conservatoire de Paris. Zu seinen Schülern gehörten unter anderen Bernard Soustrot und Guy Touvron.

2003 sagte Maurice André in einem Interview mit der Zeitung Le Monde:[4] „Die Trompete ist ein schwieriges Instrument. Sie löst gemischte Gefühle aus, weil sie ihren kriegerischen Einsatz, den Goût des Triumphs sowie das biblische Bild der Apokalypse behalten hat. Die Trompete kann aber auch Mädchen im Reigen tanzen lassen.“

Literatur

  • Guy Touvron: Das Wunder der Trompete – Maurice André. Übersetzt und herausgegeben von Hans Kloter 2020, Schott Verlag.
Commons: Maurice André – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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