Maurice Ronet
französischer Schauspieler
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Leben und Laufbahn
Ronet stammte aus einer Schauspielerfamilie. Er studierte am Conservatoire national supérieur d’art dramatique in Paris, wo er ein Schüler von Jean-Louis Barrault war. Außerdem nahm er Unterricht bei Bernard Blier, Robert Dhéry, Julien Bertheau, René Simon und René Alexandre. Bereits während seiner Ausbildung war Ronet ab 1947 auf Pariser Bühnen in klassischen Stücken von Jean Racine, Pierre Corneille und Alfred de Musset sowie in Jean Cocteaus Les Parents terribles und Jean-Pierre Aumonts Lustspiel Un beau dimanche zu sehen.[1] Ronet hatte vielseitige musische Begabungen: Neben der Schauspielkunst malte er und war als Bildhauer tätig, formte Keramiken und war ein exzellenter Orgelspieler. Zudem verfasste er philosophische Essays über Søren Kierkegaard und Arthur Schopenhauer.
Zu einem großen persönlichen Erfolg in seinen Anfangsjahren wurden für Ronet zwei Filme des Nouvelle-Vague-Regisseurs Louis Malle, der Kriminalfilm Fahrstuhl zum Schafott (1958) und die Literaturverfilmung Das Irrlicht (1963), das Porträt eines Selbstmörders, beide mit Jeanne Moreau. Neben Malle drehte Ronet auch mit dem Regisseur Claude Chabrol und zählte zusammen mit Alain Delon, Jean-Paul Belmondo und Jean-Louis Trintignant zu den renommiertesten jungen Filmschauspielern Frankreichs.[1] Einige seiner Filmpartnerinnen waren Romy Schneider, Jean Seberg, Simone Signoret, Marina Vlady, Lilli Palmer, Brigitte Bardot und Annie Girardot ebenso wie Virna Lisi, Mylène Demongeot, Jane Fonda, Faye Dunaway, Audrey Hepburn und Irene Papas.
Zu Ronets erfolgreichsten Filmen zählt Nur die Sonne war Zeuge, die Verfilmung eines Kriminalromans von Patricia Highsmith durch René Clément mit Alain Delon und Marie Laforêt in weiteren Hauptrollen. Einen Höhepunkt in seiner Karriere bildete auch der 1969 erschienene Kriminalfilm Der Swimmingpool mit Delon, Romy Schneider und Jane Birkin. Mit Schneider arbeitete er erneut in dem Thriller Die Geliebte des Anderen (1970) und Blutspur (1979) zusammen.
1974 drehte er seinen ersten deutschen Film, Die Antwort kennt nur der Wind nach dem Bestsellerroman von Johannes Mario Simmel. Im folgenden Jahr wirkte er in seinem zweiten Simmel-Film mit, Bis zur bitteren Neige. Seine Partnerinnen waren Suzy Kendall und Susanne Uhlen.
Im Jahr 1965 drehte Ronet in Barcelona den Film Le Voleur du Tibidabo, dessen Autor, Regisseur und Hauptdarsteller er war. Der bekannteste Film, in dem er selbst Regie führte, war das Drama Bartleby (1976).
Ronet war zweimal verheiratet: von 1950 bis 1956 mit Maria Pacôme und von 1977 bis zu seinem Tod mit Josephine Chaplin, die auch die Mutter seines Sohnes war. Ronet starb im März 1983 im Alter von 55 Jahren an einer Krebserkrankung.[2]
Filmografie (Auswahl)
Schauspieler
- 1949: Jugend von heute (Rendez-vous de juillet)
- 1951: Chefarzt Dr. Delius (Un grand patron)
- 1952: Die junge Irre (La Jeune Folle)
- 1953: Hélène Boucher: Ein Fliegerleben (Horizons sans fin)
- 1953: Im Banne des blonden Satans (La Môme vert-de-gris)
- 1953: Lucrezia Borgia (Lucrèce Borgia)
- 1953: Der Arzt und das Mädchen (Le Guérisseur)
- 1954: Liebe in Moll (Casta diva)
- 1954: Casa Ricordi (Casa Ricordi)
- 1955: Aristokraten (Les Aristocrates)
- 1956: Die blonde Hexe (La Sorcière)
- 1957: Der Mann, der sterben muß (Celui qui doit mourir)
- 1957: Fahrstuhl zum Schafott (L’Ascenseur pour l’échafaud)
- 1958: Carve Her Name with Pride
- 1958: Mädchen des Lasters (Ce corps tant désiré)
- 1958: Die Nacht und ihr Preis (Cette nuit-là)
- 1959: Das Mädchen aus Granada (Carmen de la ronda)
- 1959: Nur die Sonne war Zeuge (Plein soleil)
- 1960: Il peccato degli anni verdi
- 1960: Die Erwachsenen (Les Grandes Personnes)
- 1963: Das Todesauge von Ceylon
- 1963: Das Irrlicht (Le Feu follet)
- 1963: Der Mörder (Le Meurtrier)
- 1963: Die Sieger (The Victors)
- 1964: Der Brunnen und das Pendel (Le Puits et le Pendule) (Fernsehfilm)
- 1963: Bis unter die Haut (Les Parias de la gloire)
- 1964: Der Reigen (La Ronde)
- 1965: Drei Zimmer in Manhattan (Trois chambres à Manhattan)
- 1966: Sie fürchten weder Tod noch Teufel (Lost Command)
- 1966: Champagner-Mörder (Le Scandale)
- 1967: Die Straße von Korinth (La Route de Corinthe)
- 1968: Vögel sterben in Peru (Les oiseuax vont mourir au Pérou)
- 1968: Der türkisfarbene Bikini (How Sweet It Is)
- 1968: Der Swimmingpool (La Piscine)
- 1969: Die untreue Frau (La Femme infidèle)
- 1969: Kalte Augen (La Femme écarlate)
- 1969: Oh, diese Frauen (Les Femmes)
- 1970: Der Fallschirmspringer (Le Dernier Saut)
- 1970: Die Geliebte des Anderen (Qui?)
- 1971: Raphael, der Wüstling (Raphael ou le Débauche)
- 1971: Das Haus unter den Bäumen (La Maison sous les arbres)
- 1972: Tödliche Schlagzeilen (L’Odeur des fauves)
- 1972: Die Liebenden von Etretat (Les Galets d’Etretat)
- 1973: Ohne Warnung (Sans sommation)
- 1973: Don Juan 73 (Don Juan 73 ou Et si Don Juan était une femme)
- 1973: Verführung einer Sizilianerin (La seduzione)
- 1974: Fluchtpunkt Marseille (The Marseille Contract)
- 1974: Der Schrei des Herzens (Le Cri du coeur)
- 1974: Die Antwort kennt nur der Wind
- 1974: Das Ritual (La Messe dorée)
- 1975: Bis zur bitteren Neige
- 1976: Nuit D’Or – Die Nacht aus Gold (Nuit d’or)
- 1976: Madame Claude und ihre Gazellen (Madame Claude)
- 1977: Der Fall Serrano (Mort d’un pourri)
- 1979: Blutspur (Bloodline)
- 1981: Der Fluch der Sphinx (Sphinx)
- 1981: Ausgerechnet ihr Stiefvater (Beau-père)
- 1982: La Balance – Der Verrat (La Balance)
- 1982: Der Morgen der Rache (Un matin rouge)
- 1983: Surprise Part
Regisseur und Autor
- 1965: Le Voleur du Tibidabo
- 1973: Vers l’île des dragons (Dokumentarkurzfilm; auch Kamera)
- 1976: Bartleby
- 1981: Ligeia (Fernsehfilm)
- 1981: Edgar Allan Poe – Ungewöhnliche Geschichten (2 Episoden)
Weblinks
- Maurice Ronet bei IMDb
- Maurice Ronet in der Deutschen Synchronkartei
