Max Reisel
Niederlandist und Gelehrter der semitischen Sprachen
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Max Reisel (* 25. April 1913 in Amsterdam; † 26. Januar 1989 in Jerusalem) war Niederlandist und Gelehrter der semitischen Sprachen. Er setzte sich für die Verbreitung des Wissens über das jüdische Leben und das Judentum im Allgemeinen sowie über die hebräische Sprache im Besonderen ein. In den Niederlanden spielte er eine bedeutende Rolle im Bildungsbereich.[1]
Leben
Max Reisel wurde am 25. April 1913 in Amsterdam geboren.[2] Er war das fünfte Kind von Pinchas Wolf Reisel (1881–1943), Chasan der Neie Sjoel (der Neuen Synagoge in Amsterdam, heute Jüdisches Historisches Museum),[3][4] und Sonie Wigdorowitz (1884–1943). Das Paar hatte acht Kinder: Barend (1908–1943), Lilly (1909–1945), Slata (1910, kurz nach der Geburt verstorben), Ellie (1911–1999), Max selbst, Jacques (1915–1976), Rudolf (1920–1998) und Mirjam (1925–1943).[5][6]
In seiner Jugend besuchte Max die Hendrik-Westerschool, eine öffentliche Schule am Weesperplein.[7]
Später wurde er Vorsitzender der Jüdischen Jugendorganisation und verfasste eine Abschlussarbeit über die Richtlinien dieser Organisation.[8]
1930 begann Reisel in Amsterdam seine Lehrerausbildung. 1932 wurde er jedoch für den Militärdienst abgelehnt.[9] 1937 legte er die Prüfung zum israelischen Religionslehrer ab.[10]
Kriegsjahre
Reisel setzte sein Studium fort und schloss 1941 sein Studium der Pädagogik sowie 1942 sein Studium der niederländischen Sprache und Literatur ab.[11] Allerdings wurde er erst nach dem Krieg als Lehrer tätig.[12]
Max Reisel heiratete während des Krieges, im Jahr 1942, Clara Frederika Levie (1920–2000).[13][14][15] Die Hochzeit fand nach jüdischer Tradition statt: Die Chuppa wurde im Haus seiner Eltern aufgestellt. Max und Clara bekamen eine Tochter.[16] Im selben Jahr wurde er Kulturredakteur bei Het Joodsch Weekblad.[13][17]
Während des Krieges beantragte er die Aufnahme in die Barneveld-Liste, wurde jedoch abgelehnt.[18] Sein Bruder Jacques, obwohl damals nur ein einfacher Assistenzarzt, wurde in diese Liste aufgenommen.[19] Trotz dieser Ablehnung überlebte Max den Krieg. Von seiner Familie überlebten außer ihm nur seine Schwester Rachel (Ellie) und seine Brüder Jacques und Rudolf. Beide Elternteile,[20][21] sein Bruder Barend (Benno)[22] sowie seine Schwestern Lina (Lilly)[23] und Mirjam[24] kamen im Holocaust ums Leben.[25]
Nach dem Krieg
1946 wurde Reisel Lehrer für Niederländisch am Montessori-Lyceum in Rotterdam. Von 1946 bis 1964 war er Sekretär der Niederländisch-Israelitischen Gemeinde in Rotterdam und Mitglied der Zentralen Bildungskommission der Niederländisch-Israelitischen Kirche (NIK).[26][27][8][12]
Reisel studierte zudem semitische Sprachen und promovierte 1957 an der Universität Amsterdam in Literaturwissenschaft und Philosophie mit der Dissertation Observations on אהיה אשר אהיה, הואהא and שם המפורש, oder Observations on the Tetragrammaton.[28] Diese Dissertation wurde noch im selben Jahr in Buchform unter dem Titel The Mysterious Name of Y.H.W.H. veröffentlicht. Die englische Übersetzung stammt von Henriëtte Boas.[29] Reisels Werk gilt 2014 als eine der gründlichsten Studien über das Tetragrammaton.[30][31]
Im selben Jahr wurde in Rotterdam die Schule für Hebräische Sprache und Literatur sowie Judaistik gegründet, die von Anfang an unter Reisels Leitung stand. Die Schule hatte zum Ziel, dem damals wachsenden Interesse an der hebräischen Sprache und Literatur gerecht zu werden.[32]
Im Laufe der Jahre verfasste er mehrere Bücher, darunter eine Biografie über Maimonides, Werke über das Judentum in der modernen Gesellschaft sowie eine Übersetzung der Genesis.[8]
Reisel wanderte Ende der 1970er Jahre nach Israel aus,[33][34] wo er 1989 in Jerusalem verstarb.[35]
Schriften (Auswahl)
Dissertation
- Max Reisel: Observations on Ehyeh aéser ehyeh, Hûhâ and éSēm ham-mefôrāés. (Zugl.: Amsterdam, Univ., PhD Diss.). Assen van Gorcum, 1957.
Bücher
- Max Reisel, Nederlands Israëlitische Gemeente (Rotterdam): De positie van de eerstgeborene. 1954, OCLC 67861869.
- Max Reisel: The mysterious name of Y.H.W.H.: the tetragrammaton in connection with the names of EHYEH ašer EHYEH-Hūhā-and S̈̌em Hammephôrǎs. Assen: Van Gorcum, 1957, ISBN 90-04-35486-7, doi:10.1163/9789004354876 (englisch).
- Max Reisel: Observations on Eheyeh asher eheyeh. Assen: Van Gorcum, G.A. Hak & Prakke, 1957.
- Max Reisel: Het Jodendom in de moderne samenleving; enige feiten typerend voor het Jodendom in het licht van de herrezen Staat Israël. 's-Gravenhage, L.J.C. Boucher, 1959.
- Multatuli, M. Reisel: Het jodendom in de moderne samenleving : enige feiten typerend voor het jodendom als achtergrond van de herrezen staat Israël (= Klassieken-reeks). Nederlands-Israëlitisch kerkgenootschap, Amsterdam 1979, ISBN 90-986300-1-4.
- Max Reisel, Mūsā b ʿUbayd Ibn Maymūn: Maimonides (= Helden van de geest. Band 30). Kruseman, Den Haag 1963, LCCN 79-376729, OCLC 5649608.
- Max Reisel, Stichting voor Hebreeuwse taal- en letterkunde (Rotterdam): Genesis = Bere·šît: transcriptie, verklaring, vertaling. Kruseman, Den Haag 1966, ISBN 90-233-0419-5.
Artikel
Reisel schrieb viel für die Zeitschrift Nieuw Israëlietisch Weekblad. Einige seiner Artikel sind:
- Een "Joodsche Beweging"? In: Nieuw Israëlietisch Weekblad. 26. April 1940 (delpher.nl).
- Moses. In: Nieuw Israëlietisch Weekblad. 8. Mai 1953 (delpher.nl).
- Liberalisme, Orthodoxie en Kerkgenootschap. In: Nieuw Israëlietisch Weekblad. 21. Januar 1955, S. 4–5 (delpher.nl).
- Fundamenteel werk over Jodendom. In: Nieuw Israëlietisch Weekblad. 29. April 1955 (delpher.nl).
- Wat komt er van het Jodendom terecht? In: Nieuw Israëlietisch Weekblad. 1. Januar 1956 (delpher.nl).
- Wie heeft gelijk? In: Nieuw Israëlietisch Weekblad. 3. April 1979 (delpher.nl).
- Uitverkorenheid roept taken op. In: Nieuw Israëlietisch Weekblad. 7. Dezember 1979 (delpher.nl).
Als Niederlandist schrieb er unter anderem:
- Samenstellingen. In: Onze Taal (= Jaargang. Band 29). Genootschap Onze Taal, Den Haag 1960 (dbnl.org [PDF]).