Max Wiese

deutscher Bildhauer und Professor an der Kunstakademie in Hanau (1846–1925) From Wikipedia, the free encyclopedia

Max Wiese (* 1. August 1846 in Danzig; † 23. Juni 1925 in Neuruppin; vollständiger Name Eduard Friedrich Max Wiese) war ein deutscher Bildhauer, Medailleur[1] und Hochschullehrer an der Staatlichen Zeichenakademie in Hanau.

Max Wiese

Die Denkmäler für Karl Friedrich Schinkel (1883) und Theodor Fontane (1907) in Neuruppin sind bedeutende Werke Max Wieses. Weiterhin stammen von ihm Kriegerdenkmale in Fehrbellin (1913), Kerzlin und Walsleben; in Neuruppin "Der Fahnenträger von Vionville" (1913).

Leben

Kurz nach dem Tod seines Vaters, der königlicher Polizeiinspektor in Danzig war, übersiedelte die Mutter mit Max Wiese 1854 nach Neuruppin. Von 1856 bis 1864 besuchte er das Neuruppiner Gymnasium, von 1864 bis 1868 studierte er an der Kunstakademie Berlin. Wiese arbeitete anschließend bis 1870 als Gehilfe im Atelier von Rudolf Siemering in Berlin.

Im Deutsch-Französischen Krieg erlitt er 1870 in der Schlacht bei Gravelotte eine schwere Schussverletzung an der Schulter, sein rechter Arm war zwei Jahre gelähmt, der vierte und fünfte Finger der rechten Hand blieben zeit seines Lebens unbeweglich. Weitaus größer war die seelische Verwundung durch die Ereignisse der opferreichen Schlacht. Dieses Kriegstrauma führte ihn zunächst in eine Depression. Der Unternehmer Alexander Gentz in Neuruppin unterstützte ihn in dieser Zeit als Freund. Als 1865 der preußische Landeskonservator Ferdinand Alexander v. Quast (Radensleben, Berlin) in einem Vortrag am Friedrich-Wilhelms-Gymnasium zu Neuruppin zum großen Sohn der Stadt Karl Friedrich Schinkel ein Denkmal anregte, gründete Alexander Gentz mit dem Gymnasialdirektor Dr. Wilhelm Schwartz und dem Bürgermeister v. Schultz ein Unterstützungskomitée, das 1880 den Bildhauer Max Wiese für die Denkmalarbeit gewann. Das auf dem Neuruppiner Kirchplatz zum 100. Geburtstag Schinkels 1881 begonnene und 1883 vollendete Denkmal wurde seine erste große Denkmalarbeit.[2]

Ab 1872 war Wiese selbstständig in Berlin tätig. 1875 unternahm er eine Studienreise nach Italien. Am 27. Januar 1877 heiratete er Gertrud Renowitzky, die Tochter eines Berliner Großkaufmanns. Die Familie lebte er in Berlin in der Großbeerenstraße 34. Im Jahr 1883 übernahm Wiese einen Lehrauftrag für Modellieren an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums Berlin, ab August 1884 arbeitete er als Erster Lehrer an der Zeichenakademie in Hanau. In dieser Funktion wurde ihm 1886 der Titel Professor verliehen. Von 1887 bis 1905 amtierte er als Direktor der Zeichenakademie. Eine Anerkennung seiner Arbeit als Hochschullehrer war die Entsendung als einer von 77 deutschen Preisrichtern zur Weltausstellung Chicago 1893. 1903 wurde er Ehrenmitglied des Berlinischen Künstler-Vereins und 1920 dessen Vorsitzender. Max Wiese war Verfasser der „Geschichte des Berlinischen-Künstler-Vereins 1814–1914 nebst Mitglieder-Verzeichnis“.[3] Ab 1905 war er wiederum in Berlin, diesmal in Charlottenburg, ansässig und tätig.

Die Stadt Neuruppin verlieh Max Wiese die Ehrenbürgerschaft. Sein Tod war die Folge eines Unfalls; nach einer Trauerfeier in der Pfarrkirche Sankt Marien erfolgte die Beisetzung am 27. Juni 1925 in Neuruppin.[4]

Werke (Auswahl)

sowie undatiert:

Literatur

Commons: Max Wiese – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Anmerkungen

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