Medlitz

Ortsteil von Rattelsdorf From Wikipedia, the free encyclopedia

Medlitz (fränkisch: Melz[2]) ist ein Gemeindeteil des Marktes Rattelsdorf im oberfränkischen Landkreis Bamberg in Bayern.[3] Die Gemarkung Medlitz hat eine Fläche von 4,930 km². Sie ist in 716 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 6886 m² haben.[4] In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hilkersdorf und Speiersberg.[5]

Schnelle Fakten Markt Rattelsdorf ...
Medlitz
Koordinaten: 50° 3′ N, 10° 53′ O
Höhe: 253 (246–264) m ü. NHN
Einwohner: 237 (30. Sep. 2023)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 96179
Vorwahl: 09547
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Kuratiekirche Mariae Himmelfahrt
Innenansicht

Geografie

Das Pfarrdorf Medlitz liegt auf freier Flur am Unteren Kreuzbach, einem linken Zufluss der Itz, in dessen Talgrund sich der Ort noch befindet. Die Bundesstraße 4 führt nach Speiersberg (1,6 km nördlich) bzw. nach Rattelsdorf (3,6 km südlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Birkach zur Kreisstraße LIF 25 (2,6 km nordöstlich) bzw. nach Zaugendorf (0,7 km westlich).[6] Durch den Ort verläuft der Fränkische Marienweg.

Geschichte

Im Jahr 1057 wurde Medlitz mit dem Namen „Metilici“ zusammen mit dem dortigen Zentgericht des Bistums Würzburg genannt. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs, die genaue Bedeutung kann heute nicht mehr ermittelt werden.[7]

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts bestand Medlitz aus 37 Anwesen. Das Hochgericht hatte teils das bambergische Centamt Döringstadt, teils das würzburgische Centamt Medlitz. Centgrenze ist der Untere Kreuzbach. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft übte das bambergische Dompropsteiamt Döringstadt aus. Grundherren waren das Dompropsteiamt Döringstadt (17 Güter, 2 Häuser) und das Kloster Michelsberg (1 Hof, 16 Güter, 1 Wirtshaus).[8]

Im Jahre 1802 kam Medlitz an das Kurfürstentum Bayern. Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1812 der Steuerdistrikt Medlitz gebildet. Zu diesem gehörten Hilkersdorf, Speiersberg und Ziegenmühle. 1818 entstand die Ruralgemeinde Medlitz, die deckungsgleich mit dem Steuerdistrikt war. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Seßlach zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Ebern. Ab 1862 war das neu gebildete Bezirksamt Staffelstein (1939 in Landkreis Staffelstein umbenannt) für die Verwaltung zuständig und ab 1866 das neu gebildete Rentamt Staffelstein für die Finanzverwaltung (1919 in Finanzamt Staffelstein umbenannt, ab 1929 Finanzamt Bamberg-Land). Die Gerichtsbarkeit lag ab 1862 beim neu gebildeten Landgericht Staffelstein (1880 in Amtsgericht Staffelstein umbenannt, 1956 aufgelöst, bis 1972 Amtsgericht Lichtenfels).[9] Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 4,947 km².[10]

Am 1. Juli 1972 wurde die Gemeinde Medlitz im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Rattelsdorf eingemeindet.[11][12]

Baudenkmäler

In Medlitz gibt es 11 Baudenkmäler:[13]

  • Haus Nr. 1: Gasthof Schwarzer Adler
  • Haus Nr. 3: Wohnstallhaus
  • Haus Nr. 16: Wohnstallhaus und Fachwerkstadel eines Bauernhofes
  • Haus Nr. 34: Backofen
  • Haus Nr. 39: Kuratiekirche, die 1914 nach Plänen von Otto Schulz (1877–1960) im Neo-Barock-Stil erbaut wurde, mit Dachreiter von 1739. In der Kirche befindet sich ein Muttergottesbild, das ab dem 18. Jahrhundert Anlass zu Wallfahrten gab.
  • Sandsteintisch auf dem Weg zum Friedhof
  • zwei Feldkapellen
  • Feldkapelle
  • Bildstock
  • Dorfbrunnen
  • Statue des Heiligen Nepomuk
ehemalige Baudenkmäler
  • Haus Nr. 5: Eingeschossiges Wohnstallhaus aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, mit Satteldach; abgesehen vom massiv erneuerten rückwärtigen Teil des Stalls in Fachwerk, mit K-Streben und Andreaskreuzen; Rahm- und Schwellholz, sowie Kehlbalken giebelseitig profiliert; hofseitige Traufüberstand.[14]
  • Haus Nr. 36: Bierwirtschaft zum Goldenen Stern. Eingeschossiges Wohnstallhaus, wohl erste Hälfte des 18. Jahrhunderts, mit Satteldach; bis in Traufhöhe verputzt massiv erneuert; Giebel in Fachwerk, mit geschwungenen und genasten Andreaskreuzen, sowie Feldern mit Andreaskreuzen und gebogenen Eckstreben.[14]

Bodendenkmäler

In der Gemarkung Medlitz gibt es zwei Bodendenkmäler.[13]

Einwohnerentwicklung

Gemeinde Medlitz

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 181818401852185518611867187118751880188518901895190019051910191919251933193919461950195219611970
Einwohner 296362372369405392373359384337323327308310315321311306327416416405313320
Häuser[15] 5969686566646264
Quelle [9][16][16][16][17][18][19][20][21][22][23][16][24][16][25][16][26][16][16][16][27][16][10][28]
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Ort Medlitz

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr 001818001861001871001885001900001925001950001961001970001987002023
Einwohner 187280247211210202290213212199237
Häuser[15] 39424345434552
Quelle [9][17][19][22][24][26][27][10][28][29][1]
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Religion

Medlitz ist römisch-katholisch geprägt und war ursprünglich nach St. Sebastian (Mürsbach) gepfarrt,[8] seit dem 19. Jahrhundert war die Pfarrei St. Peter und Paul (Rattelsdorf) zuständig,[17] in den 1910er Jahren wurde die Filialkirche in Medlitz zur Kuratie erhoben.[26]

Wirtschaft

In Medlitz gab es bis zum Jahre 1986 die Brauerei Schwarzer Adler.

Verkehr

Medlitz hatte vom 1. Oktober 1913 bis 28. September 1975 einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Breitengüßbach–Dietersdorf.

Literatur

Commons: Medlitz – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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