Mel Novak

US-amerikanischer Schauspieler From Wikipedia, the free encyclopedia

Mel Novak (* 16. Juni 1934 in Pittsburgh, Pennsylvania; † 9. April 2025 in Granada Hills, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Schauspieler serbischer Abstammung, der von 1967 bis 2024 aktiv war. Er wurde durch seine Schurkenrollen in Freie Fahrt ins Jenseits, Bruce Lee – Mein letzter Kampf und Der Gigant bekannt sowie durch Rollen in zahlreichen Martial-Arts-Filmen.[1][2][3][4][5]

Mel Novak (2020)

Leben

Novak wurde als Milan Mrdjenovich[6][7] (Милан Мрђеновић, Milan Mrđenović)[8] als Sohn serbischer Eltern,[9] in Pittsburgh im US-Bundesstaat Pennsylvania geboren. Er hatte zwei Töchter aus der Ehe mit Vera Novak, Nikol Conant und Lea, sowie drei Enkelkinder von Tochter Lea.[1]

Ursprünglich wollte er Baseball für sein Heimatteam, die Pittsburgh Pirates, spielen, doch eine Verletzung der Rotatorenmanschette machte diesen Traum zunichte. Später wandte er sich nach seinem Umzug nach Kalifornien dem Modeln und der Schauspielerei zu. Im Jahr 1998 überlebte er nur knapp eine Bauchfellentzündung, die durch ein verschriebenes Medikament verursacht wurde.[1][1][10]

Novak erhielt zahlreiche Auszeichnungen für sein soziales Engagement, darunter den Golden Halo Award des Southern California Motion Pictures Council, den Spirit Award der Multicultural Motion Pictures Association und den Golden Mask Award der Hollywood Appreciation Society.[1]

Er starb im Alter von 90 Jahren in einem Hospiz und hinterließ seine beiden Töchter sowie zwei Enkelkinder, Ali und Ryan. Sein Enkel Eli verstarb im Jahr 2024.[1][10][11]

Karriere

Novak hatte sein Filmdebüt im Jahr 1967 in The Love-Ins und trat Mitte der 1970er-Jahre in zwei Blaxploitation-Filmen auf: Truck Turner mit Isaac Hayes in der Hauptrolle und Freie Fahrt ins Jenseits mit Jim Kelly, unter der Regie von Robert Clouse. Dies führte zu einer weiteren Rolle in Clouses Film New York antwortet nicht mehr mit Yul Brynner. Es folgten weitere Produktionen wie Cat in the Cage mit Sybil Danning und Colleen Camp, mit der er auch in Bruce Lee – Mein letzter Kampf zu sehen war. Er wurde auch regelmäßig vom Regisseur Dustin Ferguson besetzt.[1]

Eine seiner bekanntesten Rollen der 1970er-Jahre war die des Auftragskillers „Stick“ in Bruce Lee – Mein letzter Kampf – erneut unter der Regie von Robert Clouse. Novak spielte außerdem in zwei Filmen mit Chuck Norris: A Force of One und Tony Montoya in der Der Gigant, in dem er zunächst Nicky LaBelle spielen sollte; die Rolle ging später an Stuart Pankin. Er war auch für die Rolle des Mikhail Rostov im Chuck-Norris-Actionfilm Invasion U.S.A. im Gespräch. In den 1980er-Jahren trat Novak überwiegend in Independent-Film-Produktionen auf, darunter Lovely But Deadly unter der Regie und Produktion von David Sheldon, mit der B-Movie-Darstellerin Lucinda Dooling in der Hauptrolle. In den 1990er-Jahren spielte Novak in zwei Filmen unter der Regie von Garry Marshall: Undercover Cops, basierend auf dem Roman Exit to Eden von Anne Rice, und Dear God. Danach folgten ab Mitte der 1990er-Jahre meist Auftritte in weiteren Independent-Filmen und B-Movies.[1]

Im Jahr 2005 trat Novak im Horrorfilm Vampire Assassin auf, gemeinsam mit Rudy Ray Moore und Gerald Okamura, mit dem er in mehreren Filmen gespielt hatte. 2008 wurde Novak in die Martial Arts Hall of Fame in London aufgenommen. 2015 übernahm er eine prominente Rolle im Actionfilm Samurai Cop 2: Deadly Vengeance. Die Hauptrolle des Tim Ochopee im Film Stanley lehnte er im Jahr 1972 ab. Er war auch für die Rolle des Paul McAnn im Charles-Bronson-Film Ein Mann wie Dynamit aus dem Jahr 1983 im Gespräch. Er spielte in zwei Filmen an der Seite von William Forsythe mit: Direct Hit (1994) und Check Point (2017).[1]

Novak war bekannt dafür, seine Stunts und Kampfszenen selbst auszuführen, was zu zahlreichen Verletzungen und Schmerzen im Alter führte. Im Jahr 2015 erhielt er den Titel „Martial Arts Master of Fame“.[1][12][13]

Novak stand bis ins hohe Alter vor der Kamera, zuletzt als Steve Owens in dem Film Space Sharks im Jahr 2024. Er trat auch als Produzent in Erscheinung. Neben seiner Arbeit vor der Kamera war er ordinierter Geistlicher und bekannt für die Durchführung von Prominenten-Beerdigungen und Gedenkfeiern, unter anderem für Jeffrey Alan Connors, den Sohn von Chuck Connors, sowie Bill Burton, den Vater von Tim Burton. Zudem engagierte er sich annähernd vierzig Jahre lang in der Obdachlosen- und Gefängnisseelsorge.[1]

Im deutschen Sprachraum wurde Novak unter anderem von Friedrich Georg Beckhaus, Norbert Gastell, Achim Geisler, Klaus Kindler, Randolf Kronberg, Jürg Löw, Dieter Okras, Joachim Pukaß, Thomas Rath, Willi Röbke, Manfred Seipold und Helmut Winkelmann synchronisiert.[14]

Auszeichnungen

Novak gewann sechzehn Auszeichnungen, darunter auf dem Indie Gathering International Film Festival, dem Action on Film International Film Festival, bei den Rondo Hatton Classic Horror Awards und den Top Indie Film Awards, beim WideScreen Film & Music Video Festival, dem WIND International Film Festival, dem Universe Multicultural Film Festival und dem Paris Play Film Festival, bei den Los Angeles Nollywood Film Awards und auf dem Lucky Strike Film Festival sowie beim Mindfield Film Festival in Albuquerque. Er war zudem weitere neun Mal für weitere Preise nominiert.[1]

Filmografie (Auswahl)

Schauspieler

  • 1967: The Love-Ins
  • 1970: Wo, bitte, geht’s zur Front?
  • 1971: FBI (Fernsehserie)
  • 1973: Mannix (Fernsehserie)
  • 1974: Freie Fahrt ins Jenseits
  • 1974: Chikago Poker
  • 1974: Virginia Hill (Fernsehfilm)
  • 1975: New York antwortet nicht mehr
  • 1976: Bumpers Revier (Fernsehserie)
  • 1976: Baretta (Fernsehserie)
  • 1976: Ark II (Fernsehserie)
  • 1978: Bruce Lee – Mein letzter Kampf
  • 1978: Katzen töten leise…
  • 1979: Geheimauftrag zur Hölle – Die Neutronenbombe
  • 1979: Der Bulldozer
  • 1980: Ich, Tom Horn
  • 1981: Der Gigant (auch: Die Macht der Fünf)
  • 1981: Lovely But Deadly
  • 1985: Sword of Heaven
  • 1985: Force of Darkness
  • 1989: Picknick in Ghost City
  • 1991: Kickbox Terminator
  • 1993: Expert Weapon
  • 1994: Direct Hit – Im Todeskreis der Angst
  • 1994: Undercover Cops
  • 1996: Hilfe, ich komm’ in den Himmel
  • 1997: Future War (Video)
  • 1997: Pocket Ninjas (Video)
  • 1997: Moonbase
  • 1997: The F-Zone
  • 2000: Giants (Videospiel)
  • 2002: Power Elite
  • 2004: SWAT: Warhead One (Video)
  • 2005: Vampire Assassin (Video)
  • 2006: Pastor Greg (Fernsehserie)
  • 2006: Big Guns (Video)
  • 2008: GiAnts (Video)
  • 2008: Drifter TKD
  • 2008: Thunderkick (Video)
  • 2010: Kill Factor (Video)
  • 2010: Hard Way Heroes
  • 2014: Critical Fumble (Fernsehserie)
  • 2015: Samurai Cop 2: Deadly Vengeance
  • 2015: Bad Fellaz
  • 2016: Rolan Bolan: Children of the Revolution (Musikvideo)
  • 2016: Fight or Die (Fernsehserie)
  • 2017: Collateral Terror – Battle for America
  • 2017: Last Convict Standing (Fernsehserie)
  • 2017: Syndicate Smasher
  • 2017: Holy Terror
  • 2017: Nemesis 5: The New Model
  • 2017: Scorpion Girl (Fernsehserie)
  • 2018: 3rd Eye (Fernsehserie)
  • 2018: An Hour to Kill
  • 2018: Tales of Frankenstein
  • 2016–2019: Suspense (Fernsehserie)
  • 2019: RoboWoman
  • 2019: The Match-Stick Flame Prologue (Kurzfilm)
  • 2019: Eternal Code
  • 2020: Scorpion Girl: The Awakening
  • 2020: Tales from the Campfire 3
  • 2020: Banned, Exploited & Blacklisted: The Underground Work of Controversial Filmmaker Shane Ryan
  • 2020: Arachnado
  • 2021: The Creeps 2 (Kurzfilm)
  • 2021: Rattlers 2
  • 2021: Urban Decay
  • 2021: Ebola Rex Versus Murder Hornets
  • 2021: Arachnado 2: Flaming Spiders
  • 2021: Apex Predators
  • 2021: Ebola Rex
  • 2021: Doll Killer 2
  • 2022: Kung Fu Drifter
  • 2022: The Paradise Motel
  • 2022: Last American Horror Show: Volume II
  • 2022: 5 to Die
  • 2022: Ash and Bone
  • 2022: Quakeasaurus
  • 2023: Big Freakin’ Snake
  • 2023: Hell of the Screaming Undead
  • 2023: The Beast Beneath
  • 2023: Mega Ape
  • 2023: When It Rings
  • 2024: Realm of Shadows
  • 2024: Space Sharks

Produzent

  • 1981: Der Gigant
  • 2002: Power Elite
  • 2004: SWAT: Warhead One (Video)
  • 2005: Vampire Assassin (Video)
  • 2008: GiAnts (Video)
  • 2008: Thunderkick (Video)
  • 2010: Kill Factor (Video)
  • 2017: Eye on Entertainment (Fernsehserie)
  • 2017: Toxic Tutu

Literatur

  • Gods in Polyester or, a Survivor’s Account of 70s Cinema Obscura. Succubus Press, 2004, ISBN 90-808700-1-3 (englisch).
  • Gods In Spandex or, a Survivor’s Account of 80s Cinema Obscura. 2007 (englisch).
Commons: Mel Novak – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

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