Melkow

Ortsteil von Wust-Fischbeck im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt From Wikipedia, the free encyclopedia

Melkow ist ein Ortsteil der Gemeinde Wust-Fischbeck im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt, (Deutschland).

Schnelle Fakten Gemeinde Wust-Fischbeck ...
Melkow
Koordinaten: 52° 32′ N, 12° 7′ O
Höhe: 33 m ü. NHN
Fläche: 10,9 km²[1]
Einwohner: 106 (31. Dez. 2022)[2]
Bevölkerungsdichte: 10 Einwohner/km²
Eingemeindung: 20. Juli 1950
Eingemeindet nach: Wust
Postleitzahl: 39524
Vorwahl: 039323
Melkow (Sachsen-Anhalt)
Melkow (Sachsen-Anhalt)
Lage von Melkow in Sachsen-Anhalt
Dorfkirche Melkow
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Geografie

Melkow, ein Dorf mit Kirche, liegt zwei Kilometer südlich von Wust und 7 Kilometer nordöstlich von Jerichow und etwa 9 Kilometer östlich der Elbe am südlichen Rand der Landschaft „Der Trüben“. Die Landesgrenze zu Brandenburg verläuft zwei Kilometer östlich.[3]

Nachbarorte sind Kabelitz im Osten, Wust im Norden, Schmetzdorf im Nordosten, Sydow im Südosten, Briest im Südosten und Klein Mangelsdorf im Südwesten.[3]

Geschichte

Mittelalter bis Neuzeit

Als im Jahre 946 das Bisthum Havelberg gegründet wurde, wird in der Urkunde ein Milcuni aufgeführt.[4] Diese Stiftungsurkunde des Bistums Havelberg gilt als Fälschung des 12. Jahrhunderts.[5]

Die erste Erwähnung von Melkow ist die Nennung von Milumi im Jahre 1146. Es war im Besitz des Bistums Havelberg und gehörte zum Burgward Marienburg, dem späteren Kabelitz .[6] Weitere Nennungen sind 1150 Mileum und 1179 Melcowe.[7] Der Erzbischof Rudolf von Magdeburg bestätigte 1254 dem Kloster Jerichow den Erwerb des Dorfes Melkow von Johannes von Jerichow.[8][9]

In den erzbischöflichen Lehnbriefen des 14. Jahrhunderts heißt der Ort Melchow, Melcho und Malkow, 1563 Melkaw.[10]

Archäologie

Im Jahre 1951 wurde über den Fund von slawischen Randscherben aus einer altslawischen Siedlung nordöstlich des Dorfes berichtet. Man datierte sie in das 8. bis 9. Jahrhundert und übergab sie an das Museum Genthin.[11]

Eingemeindungen

Melkow gehörte früher zum zweiten Distrikt im Jerichowschen Kreis im Norden des Herzogtums Magdeburg. 1816 kam es zum Kreis Jerichow II, dem späteren Landkreis Jerichow II in der preußischen Provinz Sachsen, der ab dem 15. Juni 1950 Landkreis Genthin hieß.[12]

Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Melkow nach Wust eingemeindet.[13]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Jahr, Einwohner ...
Jahr Einwohner
1782[00]192[14]
1818[00]208[15]
1840[00]238[15]
1864[00]242[16]
1867256
1871267
Jahr Einwohner
1905242
1910254
1925223
1933231
1939229
1946287
Jahr Einwohner
2014124[17]
2017111[18]
2018102[19]
2019098[19]
2020101[20]
2021103[20]
Jahr Einwohner
2022[0]106[2]
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Quellen: 1867 bis 1946 Unterlagen der Volkszählung

Religion

Die evangelische Kirchengemeinde Melkow, die früher zur Pfarrei Melkow bei Wust gehörte,[21] wird heute betreut vom Pfarrbereich Jerichow im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.[22]

Die ältesten überlieferten Kirchenbücher für Melkow stammen aus dem Jahre 1680.[23]

Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Elisabeth in Tangermünde im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.[24]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

  • Die evangelische Dorfkirche Melkow ist ein kleiner einschiffiger romanischer Backsteinbau.
  • In Melkow steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten und Zweiten Weltkrieges, eine stumpfe Pyramide aus gemauerten Feldsteinen mit angebrachter allgemeiner Gedenktafel.[25]

Wirtschaft und Infrastruktur

Verkehr

Die Bundesstraße 188 verläuft nördlich zwei Kilometer entfernt. Durch das Dorf führt der Fernradweg Altmarkrundkurs.

Söhne und Töchter

Literatur

  • Bernhard Bleis: Historie des Dorfes Melkow und seiner Kirche. Hrsg.: Geschichtskreis im Evangelischen Kirchspiel Wulkow-Wust (Ev. Pfarrhaus), Großwulkow 1997
  • J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Hrsg.: J[ohann] A[ugust] F[riedrich] Hermes, M[ichael] J[ulius] Weigelt. Zweiter, oder topographischer Teil. Selbstverlag und W. Heinrichshofen in Kommission, Magdeburg 1842, OCLC 1071081004, S. 181–182, 58. Melkow (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Einzelnachweise

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