Trichlorfon

organische Phosphorverbindung, Zwischenprodukt, nicht mehr zugelassenes Pflanzenschutzmittel From Wikipedia, the free encyclopedia

Trichlorfon ist ein chirales Phosphonat, das als Pflanzenschutzmittel verwendet wird.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Struktur von Trichlorfon
1:1-Gemisch aus (S)-Form (links)
und (R)-Form (rechts)
Allgemeines
Name Trichlorfon
Andere Namen
  • (RS)-O,O-Dimethyl-2,2,2-trichlor-1-hydroxyethyl-phosphonat
  • DEP
  • TCP
Summenformel C4H8Cl3O4P
Kurzbeschreibung

farbloser Feststoff[1]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 52-68-6
EG-Nummer 200-149-3
ECHA-InfoCard 100.000.137
PubChem 5853
ChemSpider 5644
DrugBank DB11473
Wikidata Q422991
Eigenschaften
Molare Masse 257,44 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,73 g·cm−3 (20 °C)[1]

Schmelzpunkt

77 °C[1]

Siedepunkt

>87 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

leicht in Wasser (154 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[2] ggf. erweitert[1]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Gefahr

H- und P-Sätze H: 302312317334410
P: 261273284302+352+312304+340342+311[1]
Toxikologische Daten

882 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[3]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Geschichte

1952 fand Gerhard Schrader mit Mitarbeitern erstmals Trichlorfon (TCP). Trichlorfon wird seit den 1950er-Jahren großflächig eingesetzt.

Verwendung

Trichlorfon wird als Insektizid in der Landwirtschaft, Tiermedizin und im Haushalt verwendet. Es findet auch als Ausgangsstoff der chemischen Industrie Verwendung. Mit TCP wurden beispielsweise Rinder behandelt, die Hautbeulen durch eine Fliegenart aufwiesen. TCP ist im Darm nur wenig toxisch und konnte seit 1960 bei Bilharziose einige Zeit eingesetzt werden. Trichlorfon war in der Schweiz beispielsweise gegen den Traubenwickler, Erdraupen und Kohlfliegen zugelassen. Die EU-Kommission entschied 2007, Trichlorfon nicht in die Liste der zugelassenen Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe aufzunehmen. In Deutschland, Österreich und der Schweiz besteht keine Zulassung als Pflanzenschutzmittel-Wirkstoff.[4]

Sicherheitshinweise

Trichlorfon ist ein Kontakt- und Fraßgift.[5] Wie alle Phosphorsäureester ist Trichlorfon ein Hemmstoff für die Cholinesterasen Acetylcholinesterase (AChE) und Butyrylcholinesterase (BuChE) und wirkt somit neurotoxisch. Bei pH = 5,4 spaltet TCP Chlorwasserstoff ab, wobei das noch giftigere Dichlorvos (DDVP) entsteht.

Trichlorfon ist zudem unter dem Rotterdamer Übereinkommen über das Verfahren der vorherigen Zustimmung nach Inkenntnissetzung für bestimmte gefährliche Chemikalien sowie Pestizide im internationalen Handel (Anlage III) geregelt.[6]

Sonstiges

1989 verlor das kuwaitische Stückgutschiff Danah bei stürmischer See acht mit Trichlorfon gefüllte Container in der Nordsee.[7]

Einzelnachweise

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