Michael Lochner
deutscher Kirchenmusiker und Organist
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Michael Lochner (* 1952[1] in Schwarzenbach an der Saale) ist ein deutscher evangelischer Kirchenmusiker und Organist. Er war Landeskirchenmusikdirektor der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern.
Leben und Beruf
Michael Lochner studierte ab 1969 am Nürnberger Konservatorium (heute Hochschule für Musik) bei Hans-Dieter Bauer (Klavier), Rudolf Zartner (Orgel), Gottfried Müller (Musiktheorie) und Musikpädagogik. Studentische Nebentätigkeiten als Liedbegleiter, Organist in Gottesdiensten und als Klavierlehrer beim Windsbacher Knabenchor weckten sein Interesse an der Kirchenmusik. 1973 legte er die künstlerischen Staatsprüfungen mit Auszeichnung ab und gewann den Wettbewerb um den Musikförderpreis des Nürnberger Verlegers Joseph E. Drexel.[2] Darauf folgte die Einberufung zum Wehrdienst bei der Gebirgsjägerbrigade 23 in Mittenwald, wo er zugleich die nebenamtliche evangelische Kirchenmusikstelle übernehmen durfte.[3] Hier entschied er sich endgültig für die Kirchenmusik als Beruf.
1975 begann Michael Lochner das Studium der evangelischen Kirchenmusik an der Münchener Hochschule für Musik und Theater, u. a. bei Hedwig Bilgram und Diethard Hellmann. Nach dem Abschluss des A-Examens 1979 wurde er von der bayerischen Landeskirche als Dekanatskantor für die Region Weilheim-Süd übernommen, zugleich beauftragt mit der Förderung der evangelischen Kirchenmusik an den bayerischen Fremdenverkehrsorten. Daneben leitete er das Orchester der Musikschule Garmisch-Partenkirchen. 1983 wechselte er als Stadt- und Dekanatskantor nach Bad Kissingen[4]. 1984 ernannte ihn der Landeskirchenrat zum Kirchenmusikdirektor.[3]
1991 wurde Michael Lochner als Landeskirchenmusikdirektor der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern im Teildienst nach München berufen.[5] Daneben wirkte er als Kantor an der Münchener Citykirche St. Lukas, gründete den Lukas-Chor e.V. und führte mit Mitgliedern der Münchener Orchester zahlreiche Kantaten, Oratorien und Werke neuer geistlicher Musik auf. 1999 beendete er diese Tätigkeit und widmete sich wieder dem Orgelspiel in Gottesdiensten und Konzerten. 2001 nahm er den Lehrauftrag für evangelische Hymnologie, Liturgik und Kirchenmusikgeschichte an der Hochschule für Musik und Theater München an, den er bis 2014 ausübte.[3]
2005 wurde Michael Lochner als Landeskirchenmusikdirektor im Volldienst für die ganze bayerische Landeskirche bestellt, danach als Honorarprofessor der Hochschule für evangelische Kirchenmusik in Bayreuth.[3] Unter seiner Federführung entstanden Notenbücher für Kirchengesang und Orgelspiel, Dokumentationen zur Kirchenmusik in Bayern, erste Internetauftritte, neue Ausbildungs- und Prüfungsordnungen und sämtliche Rechtsvorschriften zur Kirchenmusik.[5] Sein Bestreben galt der Festigung der evangelischen Kirchenmusik in Bayern und der Aufwertung des Kantorenamtes in der Kirche. 2017 wurde er in St. Lukas in München in den Ruhestand verabschiedet.[6][7] Sein Nachfolger wurde Ulrich Knörr.
Von 2017 bis 2021 war Michael Lochner Vorsitzender des Arbeitskreises für evangelische Kirchenmusik (AEK) / Freundeskreis der Hochschule für evangelische Kirchenmusik Bayreuth e.V.[8] Sein Nachfolger ist der Bayreuther Hochschulprofessor Thomas Albus.
Michael Lochner lebt heute zurückgezogen in Benediktbeuern. Als Mitglied der evangelischen Kirchengemeinde Kochel am See wirkt er noch gelegentlich in Gottesdiensten mit.