Michael Samer

bayerischer Politiker (1879–1957) From Wikipedia, the free encyclopedia

Michael Samer (* 16. April 1879 in Niederschönenfeld; † 8. Januar 1957 in Füssen)[1] war ein bayerischer Politiker (BVP).[2]

Samer war von 1915 bis 1929 Bürgermeister der Stadt Donauwörth, von 1920 bis 1928 Mitglied des Bayerischen Landtags und von 1929 bis 1939 Bürgermeister der Stadt Füssen.[3] Von 1952 bis 1956 hatte er eine zweite Amtszeit als Bürgermeister von Füssen.[4]

Leben und Wirken

Samer stammte aus einer Bauernfamilie. Er studierte Rechtswissenschaften in München und Würzburg, promovierte 1905 und arbeitete ab 1908 als Rechtsanwalt in Donauwörth. 1911 wurde er Mitglied im Magistrat der Stadt Donauwörth und 1915 Bürgermeister. Zusätzlich wurde er 1920 und 1924 für die Bayerische Volkspartei (BVP) in den Bayerischen Landtag gewählt, wo er maßgeblich an der Schaffung der neuen Bayerischen Gemeindeordnung beteiligt war. Bis 1929 war er Bürgermeister von Donauwörth und erhielt ehrenhalber 1927 den Titel Oberbürgermeister.[5][6] Ein Dauerstreit mit einem Stadtratsmitglied, das der völkischen Bewegung angehörte, machte ihn als Bürgermeister amtsmüde und auch bei den Landtagswahlen 1928 trat er nicht wieder an. Stattdessen wurde er 1928 zum Zweiten Vorsitzenden des Kreistags von Schwaben und Neuburg gewählt.[3]

1929 schlug er ein Angebot zum Bürgermeister auf Lebenszeit in Donauwörth aus und ging nach Füssen, das auf der Suche nach einem rechtskundigen Bürgermeister von auswärts war. Dort wurde er im selben Jahr zum Bürgermeister gewählt.[7] Er führte einen strikten Sparkurs, förderte Infrastrukturprojekte und unterstützte Arbeitsdienstmaßnahmen gegen Arbeitslosigkeit, zeigte aber bei Protesten Härte.[3]

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten bewahrte er ein gewisses Maß an Unabhängigkeit und trat nicht der NSDAP bei. 1933 versuchte er im Stadtrat, die Ehrenbürgerwürde für Adolf Hitler zu verhindern, und setzte sich für christlich-individualistische Prinzipien ein. Nach kurzer Inhaftierung durch die Nationalsozialisten kehrte er ins Amt zurück. Seine Amtszeit endete 1939; er beriet aber noch bis 1942 seinen Nachfolger Hanns Frank, einen überzeugten Nationalsozialisten, und vertrat ihn auch kommissarisch.[3] Der Stadtchronist Rudibert Ettelt sah in Samer einen pragmatischen Kommunalpolitiker in einer schwierigen Zeit, der Schlimmeres verhinderte.[4]

Nach Kriegsende war Samer 1946 Mitglied des Vorparlaments Bayerischer Beratender Landesausschuss.[8] Von 1952 bis 1956 war er erneut Bürgermeister von Füssen.[4]

Schriften

  • Praktischer Führer durch das bayerische Gemeindewahlrecht. J. Schweitzer Verlag, München 1929.

Auszeichnungen und Ehrungen

  • Ehrenbürger der Stadt Füssen (1954)[9]
  • Benennung der Dr.-Samer-Straße in Füssen
  • Benennung des Dr.-Michael-Samer-Rings in Donauwörth
  • Michael Samer in der Bavariathek des Hauses der Bayerischen Geschichte

Einzelnachweise

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