Michael Scharl

deutscher Kommunalpolitiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Michael Scharl (* 1835; † November oder Dezember 1888 in Dachau, Königreich Bayern) war ein deutscher Kommunalpolitiker und Bürgermeister der oberbayerischen Stadt Dachau.

Leben und Wirken

Über die frühen Jahre von Michael Scharl ist kaum etwas bekannt. Er wurde 1835 geboren, vermutlich in Dachau. Er war Kaufmann von Beruf und wurde 1876 zum Bürgermeister von Dachau gewählt. Dieses Amt hatte er dreizehn Jahre lang bis zu seinem Tod Ende 1888 inne.

Unterschrift von Bürgermeister M. Scharl auf einer Urkunde von 1880

Als Amtsträger und angesehene Persönlichkeit wurde er Anfang 1879 als Geschworener zur ersten ordentlichen Schwurgerichtssitzung von Oberbayern einberufen, die am 20. Januar begann.[1] Während seiner Amtszeit als Bürgermeister entstanden in Dachau einige öffentliche Gebäude,[2] und unter seiner Führung kam es 1880 zur Gründung der Sparkasse des Marktes Dachau.[3]

Anfang der 1880er Jahre begann in Dachau auch die Glanzzeit der Künstlerkolonie, die dort nach und nach entstanden war. Teilweise stellte die Stadt den Künstlern günstige Wohnungen und Arbeitsräume zur Verfügung. Dass Bürgermeister Scharl selbst auch an kulturellen Themen interessiert war, zeigte sich unter anderem daran, dass er dem Germanischen Nationalmuseum aus Privatmitteln Jahresbeiträge spendete.[4]

Neben seinen vielfältigen Verwaltungs- und Führungsaufgaben in der Gemeinde war Scharl auch als Distrikts-Schulinspektor tätig. In einem Nachruf wird er als ein Mann beschrieben, der „die Schule mit Liebe gefördert“ und seine Pflichten bis zuletzt gewissenhaft erfüllt habe.[2]

Michael Scharl starb „nach 12-wöchigem Leiden“ in seinem 53. Lebensjahr in Dachau.[5] Das genaue Todesdatum – vermutlich Ende November oder Anfang Dezember 1888 – ist nicht überliefert. Am 4. Dezember wurde er in Dachau bestattet. Der Bayerische Kurier berichtete über seine Beerdigung:

„[…] Der hochw. Herr Pfarrer Riganer schilderte in seiner Grabrede den Verstorbenen als einen Mann, der die Liebe und das Vertrauen der ganzen Marktgemeinde in seltenem Maße besessen, der seit 13 Jahren sein Amt als Bürgermeister der Marktgemeinde Dachau stets zum Wohle derselben verwaltet, unter dessen Leitung so manches Gebäude entstanden, das dem öffentlichen Wohle dient, der die Schule mit Liebe gefördert und ihn als Distrikts-Schulinspektor jederzeit unterstützt habe, der die Pflichten seines Amtes stets gewissenhaft und selbst noch auf dem Krankenbette so lange erfüllte, bis die körperliche Schwäche dies unmöglich machte.“[2]

Am 17. Dezember 1888 wurde in Dachau der Zinngießermeister Caspar Krebs zu Scharls Nachfolger im Amt des Bürgermeisters gewählt.[6]

Gedenken

Heute erinnert die Bürgermeister-Scharl-Straße in Dachau an Michael Scharl.[7]

Einzelnachweise

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