Michal Friedlander

Kulturhistorikerin und Kuratorin From Wikipedia, the free encyclopedia

Michal S. Friedlander (* 1965)[1] ist eine Kulturhistorikerin und Kuratorin. Seit 2001 ist sie Kuratorin für Judaica und Angewandte Kunst am Jüdischen Museum Berlin (JMB).[2][3]

Leben

Friedlander war von 1996 bis 2001 Judaica Curator am Judah L. Magnes Museum in Berkeley (heute: The Magnes Collection of Jewish Art and Life).[4] Vor ihrem Wechsel nach Berlin arbeitete sie in Museen in New York, Los Angeles und Berkeley; ihre Arbeitsschwerpunkte liegen an der Schnittstelle von jüdischer Sachkultur und Identitätsfragen.[5]

Sie ist eine Tochter des Rabbiners Albert H. Friedlander und arbeitet in Berlin an der Vermittlung deutsch-jüdischer Geschichte.[6]

Wirken

Friedlander kuratiert, erforscht und veröffentlicht zu Judaica, angewandter Kunst und insbesondere zur Provenienzforschung von während der Zeit des Nationalsozialismus entzogenen jüdischen Kulturgütern.[7][8]

Sie gehörte 2013 zum kuratorischen Team der Ausstellung „The Whole Truth – Everything you always wanted to know about Jews“, in deren Umfeld sie öffentlich Position bezog; die Schau wurde international diskutiert.[9][10]

Mit „Tonalities. Jewish Women Ceramicists from Germany after 1933“ stellte sie 2013 Forschungsergebnisse zu Emigration und Werk deutsch-jüdischer Keramikerinnen nach 1933 vor.[11][12] Zur Ausstellung „Weihnukka. Geschichten von Weihnachten und Chanukka“ (2005/2006) trug sie Konzeption und wissenschaftliche Arbeit mit bei; zudem verfasste sie Beiträge für den begleitenden Katalog.[13][14] Für „Koscher & Co. – Über Essen und Religion“ (2009/2010) war sie einer der Herausgeber des Ausstellungskatalogs des JMB.[15]

2020 wirkte sie an der Neukonzeption der JMB-Dauerausstellung „Jüdisches Leben in Deutschland: Vergangenheit und Gegenwart“ mit.[2] Als Kuratorin verantwortet sie 2025 die Ausstellung „Widerstände. Jüdische Designerinnen der Moderne“ (11. Juli bis 23. November 2025, JMB), die Leben und Werk von mehr als 60 Gestalterinnen vorstellt.[16] Begleitend gab sie den Katalog „Widerstände. Jüdische Designerinnen der Moderne“ (Hirmer 2025) heraus und steuerte einen Essay bei; Presse und Fachwelt würdigten die editorische Arbeit.[17] Die Ausstellung verbindet Friedlanders jahrelange Recherchen zu bislang marginalisierten jüdischen Designerinnen mit einer Präsentation von über 400 Objekten in zehn thematischen Kapiteln.[18]

Fachlich veröffentlichte sie u. a. den Beitrag „From Object to Subject – Representing Jews and Jewishness at the Jewish Museum Berlin“ (2020)[19] und beteiligte sich am „Handbook on Judaica Provenance Research“ (2019).[20]

Schriften

Einzelnachweise

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