Michał Dworczyk

polnischer Politiker, Mitglied des Sejm From Wikipedia, the free encyclopedia

Michał Paweł Dworczyk (* 22. Juli 1975 in Warschau) ist ein polnischer Politiker (PP, PiS) und Historiker. Er war von 2015 bis 2024 Mitglied des Sejm in der VII., VIII., IX. und X. Wahlperiode. 2017 war er Staatssekretär im polnischen Verteidigungsministerium, von 2017 bis 2022 Chef der Kanzlei des Ministerpräsidenten von Polen und von 2019 bis 2023 Minister ohne Geschäftsbereich in der Polnischen Regierung. Bei der Europawahl 2024 wurde er in das Europaparlament gewählt. Dort gehört er der Fraktion Europäische Konservative und Reformer an.

Stanisław Tyszka (2024)

Leben und Beruf

Dworczyks Vorfahren engagierten sich für die Selbständigkeit Polens. Beide Großväter kämpften im Polnisch-Sowjetischen Krieg. Sein Vater war im Zweiten Weltkrieg in den Szare Szeregi aktiv, während seine Mutter sich in der unabhängigen Gewerkschaft Solidarność engagiert hatte.[1] Er absolvierte ein Geschichtsstudium an der Universität Warschau, das er 2001 abschloss. Außerdem absolvierte er dort einen Aufbaustudiengang in Osteuropastudien.[2] Nach dem Universitätsabschluss meldete er sich freiwillig zum Militärdienst, wo er den Dienstgrad eines Obergefreiten der Reserve erreichte.[3] Von 2001 bis 2005 war er als Mitinhaber eines Reisebüros selbständig tätig.[2] Von 2012 bis 2015 arbeitete er bei der PKO Bank Polski.

Seit Mitte der 1990er Jahre engagiert er sich in der Wspólnota Polska. Von 2002 bis 2006 war er Vizepräsident von deren Warschauer Zweigverein. Seit 2008 ist er Mitglied des Gesamtvorstandes. Dworczyks ist verheiratet und hat vier Kinder.

Politik

Dworczyk trat 2001 der Przymierze Prawicy von Kazimierz Michał Ujazdowski bei, mit der er 2002 zur Prawo i Sprawiedliwość (PiS) kam. Von 2005 bis 2006 war er Chefberater von Premierminister Kazimierz Marcinkiewicz. Bei den Selbstverwaltungswahlen 2006 wurde er für die PiS in den Gemeinderat des Warschauer Stadtbezirks Śródmieście gewählt.[4] Von 2008 bis 2010 war er Berater von Präsident Lech Kaczyński in Angelegenheiten der Polonia, insbesondere in der Kresy.[2] Bei den Selbstverwaltungswahlen 2010 gelang ihm der Einzug in den Stadtrat von Warschau.[5] Von 2010 bis 2015 war er Mitarbeiter von Jarosław Kaczyński in Fragen der polnischen Minderheitsbevölkerung in der Kresy.[6] Bei den Selbstverwaltungswahlen 2014 erfolgte dann seine Wahl für die PiS in den Sejmik der Woiwodschaft Masowien.[7]

Bei den Parlamentswahlen 2007[8] und 2011[9] kandidierte er jeweils erfolglos für die PiS im Wahlkreis Warschau. Im August 2015 rückte er für Adam Kwiatkowski, der zum Kabinettschef des polnischen Präsidenten Andrzej Duda ernannt worden war, in den Sejm nach.[10] Bei der Parlamentswahl 2015 gelang ihm dann im Wahlkreis Wałbrzych die Wahl in den Sejm.[11] Im März 2017 wurde er zum Staatssekretär im polnischen Verteidigungsministerium ernannt. Bereits im Oktober des Jahres wechselte er in das Amt des Chefs der Kanzlei des Ministerpräsidenten.[12] Bei der Parlamentswahl 2019 wurde er erneut in den Sejm gewählt[13] und anschließend als Minister ohne Geschäftsbereich wiederum Chef der Kanzlei des Ministerpräsidenten.[14] Im Dezember 2020 wurde er Beauftragter für das COVID-19-Impfprogramm.[15] Im Mai 2022 wurde er von diesem Posten abberufen.[16] Im Oktober 2022 schied er aus dem Amt als Leiter der Kanzlei des Premiers,[17] blieb aber Minister ohne Geschäftsbereich. Bei der Parlamentswahl 2023 gelang ihm die erneute Wiederwahl.[18] Wegen des Regierungswechsels schied er jedoch aus dem Ministeramt aus.

Nach seiner Wahl ins Europäische Parlament bei der Europawahl 2024[19] ist er in der 10. Legislaturperiode (2024–2029) Mitglied im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz und im Unterausschuss für Sicherheit und Verteidigung sowie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten. Er ist zudem Mitglied der Delegation im Parlamentarischen Assoziationsausschuss EU-Ukraine und der Delegation in der Parlamentarischen Versammlung EURO-NEST sowie stellvertretendes Mitglied der Delegation im Parlamentarischen Assoziationsausschuss EU-Moldau und der Delegation für die Beziehungen zur Volksrepublik China.[20]

Ehrungen

Commons: Michał Dworczyk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

Related Articles

Wikiwand AI