Michelle Auriol

französische Résistante und die Ehefrau des Staatspräsidenten Vincent Auriol From Wikipedia, the free encyclopedia

Michelle Auriol, Geburtsname Michelle Aucouturier, (geboren am 5. März 1896 in Carmaux; gestorben am 21. Januar 1979 in Paris) war eine französische Résistante und die Ehefrau des Staatspräsidenten Vincent Auriol.

Michelle Auriol
Prinz Bernhard, Königin Juliana, Vincent und Michelle Auriol

Leben

Michelle Aucouturier wurde als Tochter von Félicie Denizot und Michel Aucouturier geboren, einem aktiven Gewerkschafter, Meister der Glasherstellung und Gründer einer Glasfabrik in Genossenschaftsform in Albi; er stammte aus einer Familie aus dem Südwesten des Départements Allier.[1]

Im Jahr 1911 lernte die damals fünfzehnjährige Michelle Aucouturier den Anwalt Vincent Auriol kennen, einen Aktivisten der Section française de l’Internationale ouvrière (SFIO) und Chefredakteur des Midi socialiste, der selbst siebenundzwanzig Jahre alt war. Ein Freund von Michelles Vater, Jean Jaurès, war der Initiator dieses Treffens. Am 1. Juni 1912 heirateten die beiden. Sechs Jahre später, am 15. September 1918, kam in Toulouse ihr Sohn Paul zur Welt, der nach seiner Heirat mit Jacqueline Douet eine Führungsposition bei der Électricité de France übernahm.

Im Oktober 1942 schloss sie sich wie ihr Mann der Résistance an und beteiligte sich an der Entschlüsselung von Nachrichten, die vom alliierten Generalstab in Lyon gesendet wurden, wodurch sie unter dem Nom de guerre Madame Andrée zu einer wichtigen Figur der lokalen Résistance wurde.[2]

Am 16. Januar 1947 wurde Vincent Auriol zum ersten Präsidenten der Vierten Republik gewählt. Der Fokus Michelle Auriols lag in dieser Zeit auf der Erneuerung des durch die deutsche Besatzung in Mitleidenschaft gezogenen Élysée-Palasts. Während der gesamten siebenjährigen Amtszeit ihres Mannes unterstützte Michelle Auriol aktiv Wohltätigkeitsorganisationen und Wohltätigkeitsverkäufe und leitete gleichzeitig den vom Präsidentenamt eingerichteten Sozialdienst, der sich um die Erstversorgung von Bedürftigen kümmerte. Nach Ende der Amtszeit ihres Mannes erklärte sie allerdings: „Ah! Lieber Freund, wie glücklich sind wir, dass wir gehen können! Wir haben genug, vor allem weil Journalisten und Fotografen uns und unseren Angehörigen gegenüber besonders unausstehlich waren.“[3][A 1]

Michelle Auriol gilt als Mitautorin der Erinnerungen ihres Mannes an das Präsidentenamt, Le Journal de Septennat (erschienen bei Tallandrier). Sie ist neben ihrem Mann auf dem Friedhof von Muret begraben.[4]

Auszeichnungen und Ehrungen

  • Médaille de la Résistance[2]

1948 wurde eine Rose unter dem Namen Madame Vincent Auriol nach ihr benannt.[5]

Commons: Michelle Auriol – Sammlung von Bildern

Anmerkungen

  1. Hintergrund dazu war möglicherweise eine Affäre um einen wertvollen Wandteppich; siehe auch dazu Bertrand Meyer-Stabley als Quelle.

Einzelnachweise

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