Michelnau

Stadtteil von Nidda From Wikipedia, the free encyclopedia

Michelnau ist ein Stadtteil von Nidda im hessischen Wetteraukreis.

Schnelle Fakten Stadt Nidda ...
Michelnau
Stadt Nidda
Koordinaten: 50° 25′ N,  3′ O
Höhe: 171 (170–199) m ü. NHN
Fläche: 5,29 km²[1]
Einwohner: 243 (2022)[2]
Bevölkerungsdichte: 46 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 1970
Postleitzahl: 63667
Vorwahl: 06043
Blick auf Michelnau (Aufn. 2023)
Blick auf Michelnau (Aufn. 2023)
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Geografie

Die Ortschaft liegt in der nördlichen Wetterau (175 m über NN), östlich von Nidda, inmitten des Vulkangebiets Vogelsberg. Rings um die Ortslage steigt die hügelige Landschaft sanft an und bildet in Richtung Klippe im Hohenstein einen schmalen felsigen Einschnitt durch dessen Öffnung der Hohensteiner Bach fließt. Überregional bekannt ist ein Basalt-Schlackenvulkan, dessen rotbraun gefärbtes Lavagestein (Eisenoxid) im Steinbruch Michelnau als Michelnauer Tuff über 150 Jahre bis in die 1990er Jahre abgebaut wurde.[3] Das anstehende Gestein ist relativ weich und wird wegen seiner guten Bearbeitbarkeit auch heute noch von Bildhauern geschätzt. Die leicht sauren, kalkfreien Böden rund um die Abbaustätte, beherbergen eine spezielle Pflanzengesellschaft. Im Steinbruchgelände selbst finden sich Zauneidechsen und Blindschleichen.

Geschichte

Ortsgeschichte

Als Michelenowa wird der Ort erstmals im Jahre 1187 erwähnt, und zwar in einer Schenkungsurkunde an den Johanniterorden.[4] Pest und Dreißigjähriger Krieg (1618–1648) verursachten Zerstörung und unzähliges Leid.

Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen berichtet 1830 über Michelnau:

„Michelnau (L. Bez. Nidda) evangel. Filialdorf; liegt 12 St. von Nidda, hat 33 Häuser und 185 Einwohner, die evangelisch sind. Unter den Einwohnern befinden sich 23 Bauern und 8 Handwerker.“[5]

Im Jahr 1905 wurde eine evangelische Volksschule erbaut.

Ehemaliges evangelisches Schulhaus Michelnau, erb. 1905
Kulturdenkmal Fachwerkhaus, Johannesstraße 6
Hessische Gebietsreform (1970–1977)

Im Zuge der Gebietsreform in Hessen fusionierten zum 1. Dezember 1970 die bis dahin selbständigen Gemeinden Bad Salzhausen, Borsdorf, Fauerbach bei Nidda, Geiß-Nidda, Harb, Kohden, Michelnau, Ober-Lais, Ober-Schmitten, Ober-Widdersheim, Stornfels, Ulfa, Unter-Schmitten, Wallernhausen und die Stadt Nidda zur neuen Stadt Nidda.[6][7] Für die ehemals eigenständigen Gemeinden sowie für die Kernstadt Nidda wurden Ortsbezirke mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung eingerichtet.[8]

Verwaltungsgeschichte im Überblick

Die folgende Liste zeigt die Staaten und Verwaltungseinheiten,[Anm. 1] denen Michelnau angehört(e):[1][9][10]

Bevölkerung

Einwohnerstruktur 2011

Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Michelnau 258 Einwohner. Darunter waren 3 (1,2 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 42 Einwohner unter 18 Jahren, 111 waren zwischen 18 und 49, 66 zwischen 50 und 64 und 42 Einwohner waren älter.[20] Die Einwohner lebten in 102 Haushalten. Davon 21 Singlehaushalte, 33 Paare ohne Kinder und 42 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und 3 Wohngemeinschaften. In 15 Haushalten lebten ausschließlich Senioren/-innen und in 69 Haushaltungen leben keine Senioren/-innen.[20]

Im Jahr 1961 wurden 255 evangelische (92,73 %) und 19 katholische (6,91 %) Christen gezählt.[1]

Einwohnerentwicklung

 1791:142 Einwohner[14]
 1800:142 Einwohner[21]
 1806:147 Einwohner, 32 Häuser[16]
 1829:185 Einwohner, 33 Häuser[5]
 1867:209 Einwohner, 42 bewohnte Gebäude[22]
 1875:187 Einwohner, 45 bewohnte Gebäude[23]
Michelnau: Einwohnerzahlen von 1791 bis 2022
Jahr  Einwohner
1791
 
142
1800
 
142
1806
 
147
1829
 
185
1834
 
168
1840
 
205
1846
 
225
1852
 
248
1858
 
216
1864
 
215
1871
 
205
1875
 
206
1885
 
212
1895
 
204
1905
 
211
1910
 
237
1925
 
240
1939
 
219
1946
 
374
1950
 
351
1956
 
312
1961
 
275
1967
 
280
1970
 
275
1980
 
?
1990
 
?
1996
 
289
2000
 
294
2006
 
295
2010
 
290
2011
 
258
2016
 
244
2019
 
242
2022
 
243
Datenquelle: Histo­risches Ge­mein­de­ver­zeich­nis für Hessen: Die Be­völ­ke­rung der Ge­mei­nden 1834 bis 1967. Wies­baden: Hes­sisches Statis­tisches Lan­des­amt, 1968.
Weitere Quellen: LAGIS[1]; Stadt Nidda[24][2]; Zensus 2011[20]

Politik

Derzeitiger Ortsvorsteher ist Timo Franz (Stand: April 2024).[25]

Kulturdenkmäler

Stillgelegter Steinbruch Michelnau, aufgeschlossene seltene Basaltschlacke (syn. Basalt-Rotlava).

Die kleine Ortslage Michelnau verfügt über mehrere Kultur- bzw. Baudenkmale, siehe: Liste der Kulturdenkmäler in Michelnau

Infrastruktur

  • Südlich des Ortes verläuft die Landesstraße 3185.
  • Den öffentlichen Personennahverkehr stellt die Regionalverkehr Kurhessen GmbH sicher.
  • Im Ort gibt es einen stillgelegten Steinbruch, in dem von 1863 bis in die Mitte der 1990er Jahre der Michelnauer Schlackenbasalt abgebaut wurde. Das rötliche Gestein wurde für Massivbauten als Mauerstein, für Brückenbauwerken, Kirchenbauten und Grabmale in der näheren Umgebung von Nidda verwendet. Der Steinbruch ist seit 2010 als bedeutendes Geotop ausgewiesen und im Rahmen von Führungen für die Öffentlichkeit zugänglich.
  • Außerdem gibt es in Michelnau ein Bürgerhaus.

Anmerkungen und Einzelnachweise

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