Mihai Chițac

rumänischer Militär und Politiker From Wikipedia, the free encyclopedia

Mihai Chițac (* 4. November 1928 in Suharău, Kreis Botoșani; † 1. November 2010 in Bukarest) war ein rumänischer Militär und Politiker.

Leben

Chițac absolvierte die Offiziersschule in Sibiu und die Militärakademie in Bukarest. Von 1968 bis 1990 war er Kommandant der Chemietruppen der rumänischen Armee, zunächst im Rang eines Obersts, ab 1972 als Generalmajor (Ein-Stern-General), ab 1984 als Generalleutnant (Zwei-Sterne-General). Im Auftrag von Nicolae Ceaușescu ging er ab dem 16. Dezember 1989 mit militärischer Gewalt gegen die antikommunistischen Demonstranten im westrumänischen Timișoara vor. Dabei starben 72 Menschen, weitere 253 wurden verletzt.

Nach der Entmachtung Ceaușescus beförderte der neue Präsident Ion Iliescu ihn am 28. Dezember 1989 zum Generaloberst (Drei-Sterne-General) und ernannte ihn zugleich zum Innenminister im Kabinett Roman I war er. In dieser Position war er verantwortlich für das brutale Vorgehen gegen eine bürgerliche Demonstration auf dem Universitätsplatz in Bukarest im Jahre 1990. Am 14. Jumi 1990 trat er als Innenminister zurück – zwei Wochen später folgte die gesamte Regierung Petre Romans.

Wegen seines Schießbefehls auf Demonstranten in Timișoara im Dezember 1989 wurde Chițac 1999 wegen Totschlags im besonders schweren Fall zu 15 Jahren und wegen versuchten Totschlags zu weiteren acht Jahren Haft verurteilt, was das Berufungsgericht im Jahr darauf bestätigte. Wenige Tage nach seinem Haftantritt wurde er aber aus medizinischen Gründen wieder aus dem Gefängnis entlassen. Der neue Generalstaatsanwalt Joița Tănase setzte 2001 die Strafvollstreckung aus und beantragte beim Obersten Gericht Rumäniens eine Aufhebung des Urteils. Dieses beschloss nach dreijähriger Verzögerung 2004, das Verfahren gegen Chițac und General Victor Stănculescu neuzuverhandeln. Im Ergebnis verurteilte der Oberste Gerichtshof Chițac 2007 erneut zu 15 Jahren Haft, das Urteil wurde 2008 rechtskräftig. Er verbrachte jedoch nicht viel Zeit im Gefängnis, da der Strafvollzug insgesamt sechsmal aus medizinischen Gründen unterbrochen wurde. Er starb am 1. November 2010 gegen 10 Uhr morgens in seinem Haus.

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