Mirachowo
polnisches Dorf
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Mirachowo [] (deutsch Mirchau, kaschubisch Mirochòwò) ist eine Ortschaft in der Stadt-und-Land-Gemeinde Kartuzy im Powiat Kartuski der polnischen Woiwodschaft Pommern.
| Mirachowo | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Pommern | |
| Powiat: | Kartuzy | |
| Gmina: | Kartuzy | |
| Geographische Lage: | 54° 24′ N, 18° 2′ O | |
| Einwohner: | 913 (2005) | |
Geographische Lage
Der Ort liegt in der Kaschubei im ehemaligen Westpreußen, links der Łeba, etwa 14 Kilometer nordwestlich von Kartuzy und 40 Kilometer westlich von Danzig.
Geschichte
Wie aufgefundene Grabbeigaben aus Bronze belegen,[1] war die nähere Umgebung der Ortschaft in Pommerellen bereits in der Vorzeit besiedelt. Von 1308 bis 1466 gehörte Mirochowo oder Mirchau zum Deutschordensland Preußen und kam dann bei der Zweiteilung Preußens zum sezessionistischen westlichen Preußen, später auch als autonomes Preußen Königlichen Anteils bekannt, das sich freiwillig unter den Schutz der polnischen Krone begeben hatte. Mirchau war zu dieser Zeit Sitz eines Starosten in der 1454 gebildeten Woiwodschaft Pommerellen.[2]
Nach der ersten polnischen Teilung 1772 kam Pommerellen zum Königreich Preußen. Von 1818 bis 1920 gehörte Mirchau zum preußischen Kreis Karthaus. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wird Mirchau als ein Bauerndorf mit einem Rittergut und einer Mahl- und Schneidemühle beschrieben.[3] In der Ortschaft gab es auch eine Oberförsterei, eine Ziegelei[4] und eine Gaststätte.[5]
Im letzten Quartal des 19. Jahrhunderts waren das Dorf Mirchau und der Forstgutsbezirk Mirchau verwaltungstechnisch voneinander getrennt.[6]
Nach Ende des Ersten Weltkriegs musste der größte Teil des Kreises Karthaus, darunter auch Mirchau, aufgrund der Bestimmungen des Versailler Vertrags im Januar 1920 zum Zweck der Einrichtung des Polnischen Korridors an Polen abgetreten werden, wo er der neuen Woiwodschaft Pommerellen zugeordnet wurde. Mirchau gehörte nunmehr zum Restkreis Karthaus, Powiat Kartuski (Karthauser Kreis) genannt, der nach Abtretungen an den Kreis Danziger Höhe übrig geblieben war.
Nach dem Überfall auf Polen 1939 trat das Korridor-Gebiet mit dem Dorf Mirchau zum Deutschen Reich und wurde nun dem neuen Regierungsbezirk Danzig im Reichsgau Danzig-Westpreußen zugeordnet; am 26. Oktober 1939 wurde die bisher polnische Landgemeinde Mirachowo in Mirchau umbenannt.[7]
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs wurde Mirchau im Januar 1945 von der Roten Armee besetzt. In der Folgezeit wurden unter deutscher Besatzung zugewanderte Deutsche vollzählig, wie auch angestammte deutschsprachige Polen, soweit sie nicht vorher geflohen waren, größtenteils aus dem Kreisgebiet vertrieben.
Demographie
| Jahr | Einwohnerzahl | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1818 | 168 | [8] |
| 1840 | 411 | in 57 Häusern, einschließlich des Ritterguts[3] |
| 1864 | 467 | am 3. Dezember, davon 277 im Gemeindebezirk und 190 im Gutsbezirk[9] |
| 1871 | 500 | [10] |
| 1905 | 550 | [11] |
| 1910 | 521 | am 1. Dezember, davon 129 Evangelische, 380 Katholiken, acht Juden (150 mit deutscher, 366 mit kaschubischer und ein Einwohner mit polnischer Muttersprache)[12] |
Kirchspiel
Die evangelische Kirche in Mirchau wurde um die Mitte des 19. Jahrhunderts vom Gustav-Adolf-Werk gestiftet.[13] Sie wurde 1860 geweiht. Zuvor waren die Evangelischen in Mirchau im Kirchspiel Rheinfeld eingepfarrt gewesen.
Die Katholiken der Ortschaft gehörten im 19. Jahrhundert zum Kirchspiel Schwanau.[4]
Trivia
In der juristischen Literatur ist ein Strafprozess festgehalten worden, in dem ein am Abend des 10. November 1869 in der Nähe des Dorfes Mirchau geschehener Mord an einem Bauern verhandelt wurde.[5]
Literatur
- Mirchau, Dorf mit Domäne, Kreis Karthaus, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Mirchau (meyersgaz.org)
- Mirchau, Forstgutsbezirk, Kreis Karthaus, Provinz Westpreußen. In: Meyers Gazetteer, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912 (meyersgaz.org)
Weblinks
- Amtsbezirk Schwanau (Territorial.de)
- Amtsbezirk Sierke (Territorial.de)
- Mirchau (Uwe Kerntopf, 1998 ff.)
- Evangelische Kirche Mirchau (Uwe Kerntopf, 1998 ff.)
