Miriam Stengel
deutsche Internistin, Gastroenterologin, Geriaterin und Palliativmedizinerin
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Miriam Stengel (geb. Goebel, * 9. Januar 1981 in Berlin)[1] ist eine deutsche Internistin, Gastroenterologin, Geriaterin und Palliativmedizinerin. Sie ist seit 2024 Chefärztin der Medizinischen Klinik und Geriatrie an der SRH Klinik im Landkreis Sigmaringen sowie Ärztliche Leiterin des Konservativen Departments. Sie gilt als Expertin im Bereich funktioneller Magen-Darm-Erkrankungen, insbesondere des Reizmagen- und Reizdarmsyndroms.[2]
Ausbildung und beruflicher Werdegang
Miriam Stengel studierte Humanmedizin an der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach dem Abschluss 2006 wurde sie an der Charité – Universitätsmedizin Berlin promoviert, 2015 habilitierte sie sich ebenda. 2019 erwarb sie den Master of Health Business Administration (MHBA) an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.
Ihre klinische Laufbahn führte sie u. a. an das Martin-Luther-Krankenhaus Berlin, wo sie ihre internistische Facharztausbildung absolvierte, in die Helios Klinik Zerbst und später an die Helios Klinik Rottweil, wo sie ab 2019 als leitende Oberärztin der Inneren Medizin und Ärztliche Direktorin tätig war. 2024 übernahm sie die chefärztliche Leitung der Medizinischen Klinik an der SRH Klinik Sigmaringen. Parallel ist sie seit 2018 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universitätsklinik Tübingen in der Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie.
Ein mehrjähriger Forschungsaufenthalt als Postdoc-Stipendiatin der Deutschen Forschungsgemeinschaft führte sie an das Veterans Affairs Greater Los Angeles und die UCLA in Los Angeles, wo sie unter der Führung von Yveee Taché, George Sachs und Joseph Reeve, Jr. grundlagenwissenschaftlich zu Auswirkungen verschiedener Stressformen auf den Gastrointestinaltrakt und die neuronale Verarbeitung forschte.
Internistisch weitergebildet wurde sie mit den Zusatzbezeichnungen in Palliativmedizin, Geriatrie, klinische Akut- und Notfallmedizin und Neurogastroenterologie.
Privates
Miriam Stengel ist verheiratet und hat drei Kinder.[3]
Forschung und wissenschaftliche Tätigkeit
Miriam Stengel beschäftigt sich heute schwerpunktmäßig klinisch mit funktionellen gastrointestinalen Erkrankungen, insbesondere Reizdarmsyndrom, funktioneller Dyspepsie und deren neurogastroenterologischen Grundlagen. Sie ist Mitglied in Forschungsnetzwerken wie „GENIEUR“ und „Twin Health“ und war Sprecherin mehrerer Arbeitsgruppen der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).
Sie engagiert sich auch in der Leitlinienarbeit und war u. a. an der Erstellung der S3-Leitlinie zum Reizdarmsyndrom (2021), der S2k-Leitlinie zur chronischen Obstipation (2022) und der S1-Leitlinie zum Reizmagensyndrom (2025) beteiligt.
Mitgliedschaften und Engagement
Miriam Stengel ist u. a. Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM), Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM), Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und European Society of Neurogastroenterologa and Motility (ESNM). Sie ist zudem Gründungsmitglied und Vorsitzende des Magen-Darm-Patientenforums MAGDA sowie Gutachterin zahlreicher Fachjournale.
Veröffentlichungen (Auswahl)
Eine vollständige Liste der wissenschaftlichen Publikationen findet sich auf PubMed.[4]
Bücher und Buchbeiträge
- Neurogastroenterologie. De Gruyter, 1. Edition, 2017. Kapitel Ernährungstherapie. ISBN 978-3-11-047366-7
- Ratgeber Reizdarmsyndrom. Springer Verlag 2022. ISBN des eBooks 978-3-662-64525-3. ISBN des gedruckten Buches 978-3-662-64524-6
- Herausgeberin Neuauflage Psychosomatik in der Gastroenterologie und Hepatologie, Springer Verlag 2. Auflage 2024. XX, 357 S. 30 Abb., 15 Abb. in Farbe. ISBN des eBooks 978-3-662-68436-8. ISBN des gedruckten Buches 978-3-662-68435-1
Leitlinien
- Guideline on functional dyspepsia, a disorder of gut-brain-interaction (DGBI): S1 Guideline of the German Society for Neurogastroenterology and Motility (DGNM). Storr M, Andresen V, Frieling T, Gschossmann JM, Keller J, Langhorst J, Pehl C, Stengel A, Tebbe J, Wiemer K, Madisch A, Stengel M. Z Gastroenterol. 2025 Apr;63(4):403-422. doi:10.1055/a-2518-1430. Epub 2025 Apr 8. PMID 40199346 Free article. German.
- Andresen V, Becker G, Frieling T, Goebel-Stengel M, Gundling F, Herold A, Karaus M, Keller J, Kim M, Klose P, Krammer H, Kreis ME, Kuhlbusch-Zicklam R, Langhorst J, Layer P, Lenzen-Großimlinghaus R, Madisch A, Mönnikes H, Müller-Lissner S, Rubin D, Schemann M, Schwille-Kiuntke J, Stengel A, Storr M, van der Voort I, Voderholzer W, Wedel T, Wirz S, Witzigmann H, Pehl C; In Zusammenarbeit mit:; Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV)/Chirurgische Arbeitsgemeinschaft für Coloproktologie (CACP); Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM), Deutsche Gesellschaft für Naturheilkunde (DGNHK); Deutsche Gesellschaft für Geriatrie (DGG); Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK); Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM); Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin e.V. (DGP); Deutsche Schmerzgesellschaft e.V., MAGDA Patientenforum (MAGDA). Aktualisierte S2k-Leitlinie chronische Obstipation der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie & Motilität (DGNM) – April 2022 – AWMF-Registriernummer: 021–019. Z Gastroenterol. 2022 Oct;60(10):1528-1572
- Layer P, Andresen V, Allescher H, Bischoff SC, Claßen M, Elsenbruch S, Freitag M, Frieling T, Gebhard M, Goebel-Stengel M, Häuser W, Holtmann G, Keller J, Kreis ME, Kruis W, Langhorst J, Jansen PL, Madisch A, Mönnikes H, Müller-Lissner S, Niesler B, Pehl C, Pohl D, Raithel M, Röhrig-Herzog G, Schemann M, Schmiedel S, Schwille-Kiuntke J, Storr M, Preiß JC + Collaborators. Update S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie. Gemeinsame Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) und der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität (DGNM) – Juni 2021 – AWMF-Registriernummer: 021/016. Z Gastroenterol. 2021 Dec;59(12):1323-1415.
- Patients with functional gastrointestinal disorders-importance of communication between physician and patient assessed in a cross-sectional cohort study. Goebel-Stengel M, Paulsen U, Bennerscheidt P, Zipfel S, Stengel A. Front Psychiatry. 2023 Aug 31;14:1252268. doi:10.3389/fpsyt.2023.1252268. eCollection 2023. PMID 37720898 Free PMC article.
- Curricular representation of neurogastroenterology: A survey among medical students in Germany. Patejdl R, Demir IE, Frieling T, Goebel-Stengel M, Günther L, Keller J, Niesler B, Stengel A, Neckel PH. Neurogastroenterol Motil. 2023 Oct;35(10):e14557. doi:10.1111/nmo.14557. Epub 2023 Mar 9. PMID 36893050
- Somatic comorbidities of irritable bowel syndrome: a systematic analysis. Riedl A, Schmidtmann M, Stengel A, Goebel M, Wisser AS, Klapp BF, Mönnikes H. J Psychosom Res. 2008 Jun;64(6):573-82. doi:10.1016/j.jpsychores.2008.02.021. Epub 2008 Apr 28. PMID 18501257 Review.
- Restraint stress activates nesfatin-1-immunoreactive brain nuclei in rats. Goebel M, Stengel A, Wang L, Taché Y. Brain Res. 2009 Dec 1;1300:114-24. doi:10.1016/j.brainres.2009.08.082. Epub 2009 Sep 3. PMID 19733157 Free PMC article.
Auszeichnungen (Auswahl)
- Stiftungspreis für Neurogastroenterologie der DGVS (2016)[5]
Weblinks
- Miriam Stengel bei der Deutschen Gesellschaft für Neurogastroenterologie und Motilität
- Miriam Stengel beim MAGDA – Informationsforum für Magen-Darm-Erkrankungen