Mirjam Bolle
niederländische Holocaust-Überlebende und Autorin
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Leben
Gemeinsam mit einer jüngeren Schwester wuchs Mirjam Bolle als Tochter von Sara Levie-Oestermann und Moritz Jacob Levie (1889–1965) in Amsterdam auf. Nach Erlangung ihres Schulabschlusses ging sie einer beruflichen Tätigkeit als Sekretärin nach.
Ihr Vater war einige Jahre lang Vorsitzender des Jüdischen Nationalfonds in den Niederlanden, wo Bolle später auch als Sekretärin tätig war. Während dieser Zeit lernte sie ihren späteren Ehemann Leo Bolle (1912–1992) kennen, mit dem sie zwei Töchter und einen Sohn hatte.
Ab dem Jahre 1941 arbeitete sie als Sekretärin im Amsterdamer Judenrat (Joodse Raad voor Amsterdam), einer Einrichtung der deutschen Besatzungsmacht. Als Mitglied des Judenrates war sie zunächst von der Deportation ausgenommen.
Im Mai 1943 kam es zu der Festnahme ihrer Schwester und ihres Vaters durch die Gestapo, gefolgt von einer Verbringung in das Durchgangslager Westerbork. Am 20. Juni 1943 erfolgte dann auch die Verhaftung Bolles selbst, ihrer Mutter sowie ihrer Schwiegereltern. Mitte Januar 1944 wurden sie ins KZ Bergen-Belsen gebracht. Im Juni 1944 gelangte sie – nach nunmehr fünfmonatiger Gefangenschaft im Rahmen eines sogenannten Gefangenen-Austauschtransportes nach Palästina.[1]
Seit dem Jahre 1944 lebt Bolle in Jerusalem. Im Jahr 2003 wurden ihre Tagebücher und Briefe, die sie während ihrer Zeit im KZ schrieb, unter dem Titel Ich weiß, dieser Brief wird Dich nie erreichen veröffentlicht.[2][3]
Im September 2024 wurde Bolle für ihre jahrzehntelange Aufklärungsarbeit über die Zeit, als Die Niederlande unter deutscher Besatzung standen, mit dem Andreaspenning, der höchsten Auszeichnung der Stadt Amsterdam, geehrt.[4]
Seit dem Tod von Rose Girone im Alter von 113 Jahren im Februar 2025 gilt Mirjam Bolle als älteste Holocaust-Überlebende der Welt.