Mithridatikum

historische Kräutermixtur als Medikament From Wikipedia, the free encyclopedia

Mithridatikum ist eine der ältesten benutzten Arzneimittelzubereitungen als Universalheilmittel bzw. Gegenmittel („Gegengift“, Antidot). Der Name bezieht sich auf den pontischen König Mithridates VI. Eupator, der seit frühester Jugend mit Giften und Gegengiften experimentierte.[1] Er erweiterte angeblich mithilfe seines Leibarztes eine bereits bestehende Kräutermixtur aus Anis, Fenchelsamen und Kümmel (deren Rezept in die Mauer des Asklepieion von Kos eingemeißelt war) auf 54 Ingredienzien,[2] darunter „magische“ Zutaten wie Entenblut und Krötenfleisch, und nahm es als Vorbeugung gegen Giftanschläge. Nach ihm wurde es antidotum Mithridatis (‚Gegenmittel des Mithridates‘) und (antidotum) Mithridatium bzw. Mithridatikum[3] oder (Unguentum) Mithridaticum[4] genannt.

Medikamentengläser für Mithridatum

Die Zusammenstellung wurde später um Vipernfleisch als weitere Zutat erweitert. Die durch Neros Leibarzt Andromachus[5] um etwa zehn Zutaten erweiterte Rezeptur (mit etwa 60 bis 80 und mehr statt etwa 35 bis 60 Ingredienzen)[6][7] erhielt die Bezeichnung Theriak und verdrängte laut dem im 2. Jahrhundert n. Chr. tätigen Arzt Galen[8] das Mithridatium.

Alternative Namen

Mithridat(icum), Mithridat, Electuarium Mithridatis, ältere Schreibweisen Metridat,[9] Metridatum[10] und Medridatum.

Siehe auch

Literatur

Einzelnachweise

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