Mitra Devi

Schweizer Schriftstellerin, Filmemacherin, Journalistin und bildende Künstlerin. From Wikipedia, the free encyclopedia

Mitra Devi (* 30. Oktober 1963 als Beatrice Hänseler in Zürich; † 22. September 2018[1] ebenda) war eine Schweizer Schriftstellerin, Filmemacherin, Journalistin und bildende Künstlerin.

Leben und Wirken

Mitra Devi wurde als ältere zweier Schwestern in Zürich geboren. Nach der Primar- und Sekundarschule reiste sie als 16-Jährige nach Israel, wo sie zwei Jahre lebte. Nach einem halbjährigen Indien-Aufenthalt besuchte sie die F+F Schule für Kunst und Design in Zürich und absolvierte danach eine Ausbildung zur Sozialbegleiterin. Sie arbeitete mehrere Jahre in einer Bio-Gärtnerei sowie als Marionettenbauerin, Edelsteinschleiferin, Kursleiterin in kreativen Medien und freie Künstlerin.

2001 wurden ihre ersten Kurzgeschichten in verschiedenen Anthologien veröffentlicht. 2003 erschien ihr Kurzkrimi-Band Die Bienenzüchterin. Darauf folgten über ein Dutzend Romane und andere Werke, darunter schwarzhumorige Lyrik, zahlreiche Short Stories, von denen einige vom Schweizer Radio SRF als Hörspiele gesendet wurden, sowie die fünfteilige Reihe mit der Zürcher Privatdetektivin Nora Tabani. 2007 erhielt Devi ein halbjähriges Aufenthaltsstipendium als Leipziger Stadtschreiberin. 2009 war sie zusammen mit den deutschen Krimiautoren Tatjana Kruse und Michael Kibler Stipendiatin des Literaturhauses Wiesbaden. Kurz zuvor erschien Stumme Schuld, der erste Fall für Nora Tabani. Es folgten Filmriss, Seelensplitter, Das Kainszeichen und 2012 Der Blutsfeind. Mehrere von Devis Büchern wurden mit Literaturbeiträgen gefördert, für Preise nominiert und ausgezeichnet. Mit Kollegin Petra Ivanov gab sie die Krimi-Anthologien Mord in Switzerland, Band 1 und 2, heraus, 2017 erschien der gemeinsame Thriller Schockfrost. Nebst der Schriftstellerei war Devi einige Jahre als Kolumnistin beim Tages-Anzeiger tätig und arbeitete als freie Journalistin für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften. 2011 absolvierte sie eine Filmausbildung und realisierte in Eigenproduktion mehrere Dokumentarfilme und Ultrakurzfilme, die in Schweizer Kinos und an internationalen Filmfestivals gezeigt wurden. 2003 war sie mit ihrer Schwester, der Schauspielerin Barblin Leggio, mit szenischen Lesungen aus ihren Kurzkrimisammlungen unterwegs.

Mitra Devi starb 2018 im Alter von 54 Jahren nach schwerer Krankheit in Zürich.[2]

Werke

Kriminalromane mit Privatdetektivin Nora Tabani

Kurzgeschichten

Lyrik

Diverse Bücher

Dokumentarfilme

  • Crime. Auf Spurensuche mit Krimiautorin Mitra Devi. Regie & Kamera: Bea Huwiler, Regieassistenz: Mitra Devi. Eigenproduktion 2012, Bea Huwiler, 50 Min.
  • Vier Frauen und der Tod. Konzept, Regie & Kamera: Mitra Devi. Eigenproduktion 2013, Mitra Devi, 63 Min.
  • Long Time Love. Konzept & Regie: Mitra Devi, Kamera: Bea Huwiler. Eigenproduktion 2014, Mitra Devi, 50 Min.
  • Gothic. Konzept & Regie: Mitra Devi, Kamera: Bea Huwiler, Lia de Luca, Harald Vigano. Eigenproduktion 2014, Mitra Devi, 89 Min.

Bildende Kunst

Mitra Devi hatte Werkschauen sowie Einzel- und Gemeinschaftsausstellungen in Galerien, im Stadtcasino Baden und in der Kunstszene Zürich (Toni-Areal, Hürlimann-Areal).

Auszeichnungen, Werkbeiträge und Stipendien

  • 2003: Wilhelm-Busch-Preis
  • 2006: Werkbeitrag Stadt Uster für Filmriss
  • 2007: Halbjähriger Aufenthalt als Krimi-Stadtschreiberin von Leipzig
  • 2008: Werkbeitrag der Stadt Uster
  • 2009: Krimi-Stipendium des Literaturhauses Wiesbaden
  • 2009: Nomination für den Zürcher Krimipreis, mit Filmriss
  • 2010: Nomination für den Zürcher Krimipreis, mit Das Kainszeichen
  • 2012: Werkbeitrag Pro Helvetia
  • 2013: Literaturförderung Fondation Jan Michalski
  • 2013: Zürcher Krimipreis, für Der Blutsfeind
  • 2014: Publikumsauszeichnung des Pink Apple-Filmfestivals Frauenfeld, für Long Time Love
  • 2015: Literaturförderung Oertli-Stiftung
  • 2015: Literaturförderung Ernst Göhner-Stiftung
  • 2015: Literaturförderung Bündner Kulturamt
  • 2016: Literaturförderung Fondation Jan Michalski
  • 2017: sechswöchiges Künstleraufenthaltsstipendium in der Kartause Ittingen

Einzelnachweise

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