Mittergrabern
Dorf in der Marktgemeinde Grabern im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich
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Mittergrabern ist eine Ortschaft und eine Katastralgemeinde der Marktgemeinde Grabern im Bezirk Hollabrunn in Niederösterreich mit 340 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025)[1] und war bis Ende 1970 eine selbständige Ortsgemeinde.[2]
| Mittergrabern (Dorf) Ortschaft Katastralgemeinde Mittergrabern | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Pol. Bezirk, Bundesland | Hollabrunn (HL), Niederösterreich | |
| Gerichtsbezirk | Hollabrunn | |
| Pol. Gemeinde | Grabern | |
| Koordinaten | 48° 37′ 7″ N, 16° 0′ 51″ O | |
| Höhe | 255 m ü. A. | |
| Einwohner der Ortschaft | 340 (1. Jän. 2025) | |
| Fläche d. KG | 6,76 km² (31. Dez. 2023) | |
| Statistische Kennzeichnung | ||
| Ortschaftskennziffer | 03761 | |
| Katastralgemeindenummer | 09018 | |
Mittergrabern im Bereich der Pfarrkirche | ||
| Quelle: STAT: Ortsverzeichnis; BEV: GEONAM; NÖGIS | ||
Geografie
Das von der Waldviertler Straße erschlossene Dorf befindet sich nordwestlich von Hollabrunn und entwässert über den Windpassinger Graben, in den hier von rechts der Moosbach einfließt, in den Gmoosbach. Am 1. April 2020 umfasste die Ortschaft 176 Adressen.[3]
Geschichte
Der Ort war frühbronzezeitlich besiedelt. Urkundlich wurde der Ort um 1120/1150 genannt.
Im Jahr 1822 wurde der Ort als Dorf mit 86 Häusern genannt, das über eine Pfarre und eine Schule verfügte. Die Herrschaft Mittergrabern besaß die Ortsobrigkeit und besorgte die Konskription. Die Landgerichtsbarkeit wurde von der Herrschaft Guntersdorf ausgeübt und die Untertanen und Grundholde des Ortes gehörten den Herrschaften Mittergrabern, Guntersdorf, Immendorf, Wullersdorf, Mailberg, Kadolz, Winkelberg, Stockern und Sitzendorf sowie den Pfarren Sitzendorf, Fraundorf und Schöngrabern.[4]
Im Rahmen der Niederösterreichischen Kommunalstrukturverbesserung vereinigten sich per 1. Jänner 1971 die damaligen Ortsgemeinden Mittergrabern, Schöngrabern und Windpassing.[2]
Verbauung
Das Grabendorf hat eine durchmischte Verbauung mit Zwerch- und Hakenhöfen teils mit Putzfeldgliederung aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Im westlichen und südöstlichen Ortsteil stehen mächtige verbretterte Längs- und Querscheunen. Am südöstlichen Ortsausgang gibt es zwei Kellerzeilen, teils geschlossen verbaut, mit trauf- und giebelständigen Presshäusern.
Öffentliche Einrichtungen
In Mittergrabern befindet sich ein Kindergarten[5] und eine Volksschule.[6]
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Katholische Pfarrkirche Mittergrabern hl. Johannes der Täufer
Persönlichkeiten
- Alois Fischer (1881–1945), Politiker (CSP/VF) und Erster Landtagspräsident im Landtag von Niederösterreich
- Johanna Dohnal (1939–2010), Politikerin und erste Frauenministerin Österreichs, verbrachte hier ihren Lebensabend
Literatur
- Friedrich Wilhelm Weiskern: Topographie von Niederösterreich, in welcher alle Städte, Märkte, Dörfer, Klöster, Schlößer, Herrschaften, Landgüter, Edelsitze, Freyhöfe, namhafte Oerter u.d.g. angezeiget werden, welche in diesem Erzherzogthume wirklich angetroffen werden, oder sich ehemals darinnen befunden haben. Band 1: A–M. Druckerei Joseph von Kurzböck, Wien 1768, S. 419 (Ausgabe 1769; Mittergrabern in der Google-Buchsuche).
- Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Manhartsberg. 7 von 34 Bänden. 2. Band: Fatzihof bis Herrnlois. Mechitaristen, Wien 1834, S. 140 (Grabern (Mitter-) – Internet Archive).
- Die Kunstdenkmäler Österreichs. Dehio Niederösterreich nördlich der Donau 1990. Mittergrabern. S. 747.
- Ortsverzeichnis 2001 Niederösterreich (PDF; 4,8 MB), Statistik Austria, Wien 2005, ISBN 3-902452-42-0, S. 123.
