Mogens Klitgaard

dänischer Schriftsteller From Wikipedia, the free encyclopedia

Mogens Klitgaard (* 23. August 1906 in Kopenhagen; † 23. Dezember 1945 in Arhus) war ein dänischer Schriftsteller. Er gilt neben Knud Sønderby als Hauptvertreter der sozialrealistisch-neusachlichen Erzählkunst seines Landes. Nach etlichen Wanderjahren und antifaschistischer Widerstandsarbeit wurde er mit 39 ein Opfer der Tuberkulose.

Leben und Werk

Mogens Klitgaard wuchs in einem Waisenhaus auf, da beide Eltern verstorben waren. Er bekam eine Anstellung als Gärtner in Rødvig und besuchte Abendkurse über Literatur. Doch 1922 brach er mit dem „bürgerlichen“ Leben und führte in den nächsten 10 Jahren ein Vagabundenleben, das ihn durch halb Europa führte, von Stockholm bis Marseille. Er hielt sich unter anderem als Hausierer, Tellerwäscher, Kellner, Landarbeiter, Zigarettenschmuggler und Privatdetektiv über Wasser. Diese Erfahrungen schlugen sich vor allem in seinem zweiten Roman Gud mildner luften for de klippede får nieder.

Ein böses Erwachen wurde Klitgaard 1933 durch den Ausbruch einer Tuberkulose bereitet. Er begab sich ins Sanatorium Boserup, wo er auch die umfangreiche Bibliothek nutzen konnte. Als erste Veröffentlichungen Klitgaards erschienen im Januar 1933 die beiden Artikel Angaaende skriftsproget und Kritisk ugerevy. Sein Debütroman Der sidder en mand i en sporvogn von 1937 führt den mit viel Selbstbetrug durchsetzten Existenzkampf des „kleinen Mannes“ in Zeiten der Weltwirtschaftskrise vor. Die fiktive Handlung ist in Nachrichten aus dem Zeitgeschehen (des Jahres 1936) und in Kopenhagener Lokalkolorit gebettet. „Klitgaards feinsinnig beobachtender psychologischer Realismus liefert hier Erklärungsmuster für das angepasste Verhalten der Unterprivilegierten, in dem für gesellschaftsverändernde Ambitionen kein Raum ist.“[1] Trotz dieser pessimistischen Grundstimmung, vielleicht auch ihretwegen, schlug das Buch auf Anhieb ein, sodass sich Klitgaard dem Schreiben hauptberuflich widmen konnte. In den 1940er Jahren zählte er zum Vorstand des Autorenverbandes. Als ihm 1943 Verhaftung wegen seiner antifaschistischen Aktivitäten drohte, flüchtete er nach Schweden. Kurz nachdem er 1945 zurückgekehrt war, erlag er seiner Lungenkrankheit.

Werke

  • Der sidder en mand i en sporvogn (Da sitzt ein Mann in der Straßenbahn), Roman, 1937
  • Gud mildner luften for de klippede får (Gott mildert die Luft für geschorene Schafe), Roman, 1938; auf Deutsch Berlin 1950 und 1954
  • Übersetzung von Horváths Erzählung Jugend ohne Gott, 1939
  • De røde fjer (Die roten Federn), Roman, 1940; auf Deutsch Zürich 1941 und Berlin 1951
  • Ballade paa Nytorv (Ballade auf dem Neumarkt. Ein Rokokogemälde), Roman, 1940; auf Deutsch Zürich 1941 und Berlin 1949
  • Elly Petersen, Roman, 1941. Erster dänischer Radioroman, , verfilmt 1944 als Elly Petersen.
  • Den guddomelige hverdag, Roman, 1942
  • Brunkul, Radionovelle, 1946
  • De sindssyges klode, Roman, aus dem Nachlass 1968
  • En søndag for to Aar siden, Essay
  • Hverdagens musik, Essay, aus dem Nachlass 1989

Literatur

  • Ebbe Neergaard: Mogens Klitgaard, Kopenhagen 1941
  • Niels Kaas Johansen: Mogens Klitgaard, in: Athenäum, Heft 1, 1946, S. 76–88.
  • E. Balling Jensen: Mogens Klitgaard, P. Luno, 1957.
  • H. Stangerup: Man hanger i moget, in: Tilbageblik pa 30'erne (Hrsg. H. Hertel), Kopenhagen 1967, S. 128–133.
  • H. J. Christensen und E. B. Olsen: Arbejdsmodeller for analyse af novellesamling, roman og digtsamling, Kopenhagen 1973, S. 13–22.
  • O. Ravn: H. Herdal og den kritiske realisme, in: Kritik, Nr. 33, 1975, S. 118–142.
  • J. Lundbo Levy: Mogens Klitgaard, in: Danske digtere i det 20. arhundrede (Hrsg.: T. Brostrom und M. Winge), Band 2, Kopenhagen 1980–82, S. 313–321.
  • G. Agger (Hrsg.): Dans Litteraturhistorie, Band 7, Kopenhagen 1984, S. 430.
  • Leon Jaurnow: Den lyse vagabond – Mogens Klitgaards liv og forfatterskab, C. A. Reitzel, 2002, ISBN 87-7876-286-3.

Einzelnachweise

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