Molchow

Ortsteil von Neuruppin From Wikipedia, the free encyclopedia

Molchow ist ein Ortsteil von Neuruppin im brandenburgischen Landkreis Ostprignitz-Ruppin.[2]

Schnelle Fakten Stadt Neuruppin ...
Molchow
Stadt Neuruppin
Koordinaten: 52° 59′ N, 12° 50′ O
Höhe: 41 m
Fläche: 7,6 km²
Einwohner: 232 (31. Dez. 2023)[1]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner/km²
Eingemeindung: 6. Dezember 1993
Postleitzahl: 16827
Vorwahl: 03391
Glockenturm auf dem Dorfplatz in Molchow (2005)
Glockenturm auf dem Dorfplatz in Molchow (2005)
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Lage

Das Runddorf liegt etwa drei Kilometer nördlich von Alt Ruppin an der Ruppiner Seenkette, die vom Rhin durchflossen wird, zwischen Tetzensee und Molchowsee in der Ruppiner Schweiz.

Geschichte

Das Dorf wird im Jahre 1462 bereits erwähnt. Um 1490 war Molchow ein Teil der im Kern reichsunmittelbaren Herrschaft Ruppin unter der Landesherrschaft der Grafen von Lindow-Ruppin. Die Grafen leisteten einige Abgaben aus dem Dorf, an das Kloster Lindow, an die Kirche Neuruppin und an die von Gühlen und der Ort gehörte zur Kirchengemeinde (eingekircht) in Alt Ruppin. Im Jahre 1525 mussten die Einwohner im Vorwerk Storbeck mitarbeiten. Zu dieser Zeit besaßen der eingesetzte Lehnschulze und 12 Ganzbauern (Vollhüfner) 20 Hufen Land und 60 Morgen Kiefernwald (Kiehn Heide) zur Holzung für die Brennholzgewinnung. Durch die Nachwirkungen des Dreißigjährigen Krieges waren 5 Höfe von 13 verwüstet und am 11. April brannten 2 Häuser ab.

Vom Lassbauer (Zinspflichtiger Bauer) Caspar Thiele als Besitzer eines Anderthalbhufengutes wird aus dem Jahre 1751 überliefert, dass seine anderthalb Hufen und Wiesen ca. 6 Morgen Land bedeuteten und das seine Jahreseinnahmen mit 1 Reichstaler 5 Groschen 8 Pfennige (nach Abzug der Abgaben) als notdürftig zu bezeichnen waren.[3]

Im Jahre 1759 dezimierte ein Viehseuche den Tierbestand

In Molchow standen im Jahre 1798 24 Wohnstätten (Feuerstellen) und unter den 113 Einwohnern befanden sich 1 Schäfer und Einlieger, 2 Hirten und 27 Dienstboten. Molchow gehörte bis 1872 zu Alt Ruppin.[4]

Am 6. Dezember 1993 wurde Molchow nach Neuruppin eingemeindet.[5]

Einwohnerentwicklung

Weitere Informationen Einwohnerentwicklung in Molchow ...
Einwohnerentwicklung in Molchow[4]
Jahr1766178617982017
Einwohner9490113237
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Historische Landwirtschaft

Baudenkmal Dorfplatz 15 in Molchow
Weitere Informationen Aussaat und Tierbestand 1798 in Molchow ...
Aussaat und Tierbestand 1798 in Molchow[4]
AussaatRoggenGersteHaferErbsenWickenKartoffelnBuchweizenLeinsamen
Menge10 Winspel6 Winspel 18 Scheffel4 Winspel 12 Scheffel3 Winspel 10 Scheffel7 Scheffel4 Winspel 18 Scheffel14 Scheffel10 Scheffel
TierbestandPferdeRinderSchafeSchweine
Stück3910858057
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Die Glocke von Molchow

Die Legende nach Theodor Fontane

In der waldreichen Umgebung fanden Molchower eine angebrochene Glocke die zwischen zwei Bäumen aufgehängt war. Bei Nachforschungen über die Herkunft stellte sich heraus, dass es sich um die Glocke der ehemaligen Eggersdorfer Kirche handeln sollte. Der Ort war im Dreißigjährigen Krieg wüst gefallen und wurde nicht mehr neu errichtet.

Am oberen Rand trägt die Glocke die lateinische Inschrift „Anno domini 1522 ave Maria, gratia plena dominus tecum“ (Im Jahr des Herrn 1522 Gegrüßet seist du Maria, der Herr sei mit dir voller Gnade).

Im Jahre 1692 erbauten die Molchower einen Turm für diese Glocke.

“Aus der Mitte des Platzes wächst ein Turm auf, unheimlich und grotesk, als habe ihn ein Schilderhaus mit einer alten Windmühle gezeugt.”

Theodor Fontane 1892: Die Grafschaft Ruppin[6]

Sehenswürdigkeiten

Politik

  • Ortsvorsteher: David Kissner
  • Ortsbeiratsmitglieder: Reinhard Nebel, Peter Schade
Commons: Molchow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Ortsteil Molchow auf der Website der Stadt Neuruppin
  • Molchow in der Reihe „Landschleicher“ des Rundfunks Berlin-Brandenburg vom 26. Mai 2013

Einzelnachweise

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