Momotombo
From Wikipedia, the free encyclopedia
Der Momotombo ist ein Schichtvulkan in Nicaragua nahe der Stadt León. An seiner südlichen Flanke liegt ein Geothermalfeld. Er reicht bis an den Managuasee. Oberhalb der Waldgrenze verändert sich die Landschaft durch Erosion und Eruptionen ständig. Der Berg ist sehr symmetrisch. Sein Bild wurde auf Streichholzschachteln gedruckt und taucht auf Wandmalereien auf, er ist emblematisch für Nicaragua bzw. für León. Rubén Darío veröffentlichte ein Gedicht mit dem Titel Momotombo. 1931 kontrastierte José Coronel Urtecho in der „Oda al Mombacho“ den heroischen Momotombo mit örtlichen Vulkan des konservativen Granadas, der als dickbäuchiger Großbürger dargestellt wird, ein fetter fauler Eunuch[1]. Vor dem Ersten Weltkrieg war der Momotombo ein beliebtes Ausflugsziel, 1904 erreichten die Touristenzahlen ihren Höhepunkt, 1905 brach er aus.
| Momotombo | ||
|---|---|---|
| Momotombo | ||
| Höhe | 1297 m | |
| Lage | Departamento León, Nicaragua | |
| Gebirge | Cordillera de los Maribios | |
| Koordinaten | 12° 25′ 19″ N, 86° 32′ 24″ W | |
|
| ||
| Typ | Schichtvulkan | |
| Alter des Gesteins | 4500 | |
| Letzte Eruption | 2015 | |
Unter der Diktatur von Anastasio Somoza Debayle wurden die Leichen Oppositioneller von Geheimpolizei und Nationalgarde in den Krater des Momotombo geworfen, wo sie später entdeckt wurden.
Mit einer Erlaubnis kann der Vulkan bestiegen werden, dazu gehört ein Durchqueren des Geothermiekraftwerkes.
Geschichte
- 1522 wurde eine Eruption aufgezeichnet.
- 1609 gab es eine Eruption, und aufgrund zahlreicher Beben wurde 1610 León Viejo an den Ort des heutigen León zum Cabildo de indio Sutiaba verlagert.
- 1764 hatte er eine starke Eruption.
- 1870 polterte er anhaltend gewaltig.
- Im Oktober 1885 stieg eine große Menge Rauch auf und er polterte alle 15 Minuten.
- Im Februar 1886 wurde in den Nächten Feuer im Krater beobachtet.
- Am 20. Mai 1886 gab es einen heftigen Ausbruch großer Mengen Rauch, Asche und Lava, welche teilweise im Westen in Managua niedergingen.
- Am 23. Mai 1886 wurden die Städte León, Chinandega und Corinto durch dichte Wolken aus Asche vollständig eingedeckt.
- 1905 gab es eine Eruption mit Lavastrom.
- Im April 1918 stiegen große Mengen Rauch auf.
- 2005 gab es seismische Aktivitäten der Stufe 3 auf der Richterskala.
- Am 1. Dezember 2015 – nach 110 Jahren – gab es wieder eine Eruption. Der Vulkan stieß zuerst Asche und Gas – lange Rauchsäulen stiegen auf – und danach Lava aus, die sich auf unbewohntes Gebiet ergoss.[2] Weihnachten 2015 kam es zu 20 leichten Beben, am 2. Januar 2016, in den frühen Morgenstunden (Ortszeit) zu einer weiteren kurz dauernden Eruption von Lava, bei der keine Personen zu Schaden kamen.[3]
- Eine weitere Eruption erfolgte am 27. Februar 2016.
Siehe auch
- Ormat Technologies, Errichter und Betreiber des 28 Megawatt-Geothermiekraftwerkes Momotombo[4]


