Monika Helfer

österreichische Schriftstellerin From Wikipedia, the free encyclopedia

Monika Helfer (* 18. Oktober 1947 in Au, Vorarlberg), vormals Monika Helfer-Friedrich,[1] ist eine österreichische Schriftstellerin.

Monika Helfer 2023

Leben und Werk

Monika Helfer wuchs in Vorarlberg auf. Ihr Vater, der Verwalter in einem Erholungsheim für Kriegsversehrte war, arbeitete in der Pension als Bibliothekar.[2] Die Mutter starb an einer Krebserkrankung, als Monika Helfer noch ein Kind war.[3]

Sie hat Romane, Erzählungen und Kinderbücher veröffentlicht. Für ihre Arbeiten erhielt sie zahlreiche Auszeichnungen. Thema ihrer Bücher sind oft schwierige Familienbeziehungen, wobei sie einen besonderen Fokus auf die Kinderperspektive legt. „Die Figuren in Monika Helfers Büchern haben Mut, Überlebenswillen und den gesunden Trotz eines Kindes, nämlich den Trotz, sich von gesellschaftlichen Wertvorstellungen und Kategorisierungen nicht beirren zu lassen“, so Dorothea Zanon in ihrer Laudatio anlässlich der Verleihung des Österreichischen Ehrenkreuzes für Wissenschaft und Kunst I. Klasse.[4]

Frühe Texte veröffentlichte die Autorin unter dem Namen Monika Helfer-Friedrich.[5]

Monika Helfer hat vier Kinder, zwei davon in ihrer 1981 geschlossenen Ehe mit dem Schriftsteller Michael Köhlmeier: Sohn Lorenz Helfer ist Bildender Künstler,[6][7] die Tochter Paula Köhlmeier starb 2003 bei einem Unfall. Helfers Roman Bevor ich schlafen kann von 2010 ist ihrem Andenken gewidmet.[8][9] Helfer und Köhlmeier leben in Hohenems und in Wien.[10]

2018 wurde ihr Roman Oskar und Lilli (1994) von Arash T. Riahi unter dem Titel Ein bisschen bleiben wir noch verfilmt.[11]

In ihrem Roman Die Bagage (2020) erzählt sie die Geschichte ihrer Großeltern und deren Kinder, besonders ihrer Mutter Grete. Nach ihrem Bestseller Die Bagage folgte Helfers autofiktionaler Familienroman Vati (2021), in dem ihr Vater als Büchermensch im Mittelpunkt steht. Darin schreibt sie auch über ihre Kindheit und beleuchtet ihre Beziehungen zu ihren beiden Schwestern Gretel und Renate sowie zu ihrem Bruder Richard, der getrennt von ihnen bei ihrer Tante Irma aufwuchs.[12] In Löwenherz (2022), dem dritten Teil der Familientrilogie, verarbeitet sie das Leben und den verfrühten Tod ihres Bruders Richard. 2023 erschien mit Die Jungfrau ein Roman, der ebenso in Helfers persönlicher Vergangenheit angesiedelt ist, sich aber auf die Freundschaft zwischen Monika und ihrer Schulfreundin Gloria fokussiert.

Ihr Kurzgeschichtenband Bettgeschichten und andere (2022) wurde auf der Longlist für den Österreichischen Buchpreis 2022 nominiert.

Auszeichnungen

Werke

Prosa

Theaterstücke

Hörspiele

  • Der Zorn des Meisters. (mit Gerold Amann und Michael Köhlmeier), 1979.
  • Tondbandprotokoll. (mit Michael Köhlmeier), 1979.
  • Indische Tempeltänzerin. 1981.
  • Oskar und Lilli. 1994.

Filme

  • Die wilden Kinder. TV-Film. (Drehbuch nach dem gleichnamigen Roman von Monika Helfer) mit Christian Berger, Regie: Christian Berger, 1986/86.
Commons: Monika Helfer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Literatur von und über Monika Helfer im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
  • Monika Helfer bei IMDb
  • Kurzbiographie und Foto beim Hanser Literaturverlage
  • Schriftstellerin Monika Helfer im Gespräch. In ihrem Roman „Die Bagage“ porträtiert Monika Helfer ihre Großmutter und erzählt vom Überleben ihrer Familie und davon, wie sich eine Kinderbagage nach dem frühen Tod ihrer Eltern durchschlägt. In: WDR 3 Gespräch am Samstag. 21. März 2020, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. März 2020; (Kurzbeschreibung mit MP3-Link; s. u.).
    • MP3. (PDF; 27,3 MB) [Schriftstellerin Monika Helfer im Gespräch]. In: akamaihd.net. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 21. März 2020; (28:37 min).
  • Monika Helfer über „Vati“. Welche Rolle spielt der Vater im Leben? Monika Helfer begibt sich mit ihrem Roman „Vati“ auf die Suche nach der eigenen Herkunft. Die Reise in die Kindheit ist auch ein Porträt der versehrten Nachkriegsgeneration. In: WDR 3 Gespräch am Samstag. 20. März 2021; (Kurzbeschreibung mit MP3-Link; s. u.).
    • MP3. (PDF; 11,7 MB) [Monika Helfer über „Vati“]. In: akamaihd.net. (12:16 min).

Einzelnachweise

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