Montfoort

niederländischen Gemeinde From Wikipedia, the free encyclopedia

Montfoort (anhören/?) ist eine Gemeinde in der niederländischen Provinz Utrecht im Polder Lopikerwaard. Die Stadt Montfoort war zwischen dem 12. Jahrhundert und dem Jahr 1672 Residenz der Burggrafen von Montfoort.

Schnelle Fakten
Gemeinde Montfoort
Flagge der Gemeinde Montfoort
Flagge
Wappen der Gemeinde Montfoort
Wappen
Staat Niederlande Niederlande
Provinz  Utrecht
Bürgermeister Aukje Treep-van Hoeckel (parteilos; kommissarisch)[1]
Sitz der Gemeinde Montfoort
Fläche
 – Land
 – Wasser
38,2 km²
37,58 km²
0,62 km²
CBS-Code 0335
Einwohner 13.793 (1. Jan. 2026[2])
Bevölkerungsdichte 361 Einwohner/km²
Koordinaten 52° 3′ N,  57′ O
Bedeutender Verkehrsweg N204 N228
Vorwahl 0348
Postleitzahlen 3417, 3461
Website montfoort.nl
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Lage und Wirtschaft

Montfoort liegt im Südwesten der Provinz Utrecht in einer malerischen Polderlandschaft. Es liegt 8 km von der nächsten Autobahn, der A 12 UtrechtDen Haag, entfernt. Die nächsten Bahnhöfe sind Utrecht Centraal und Woerden.

Die Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, dem damit zusammenhängenden Handel und Kleingewerbe und in zunehmendem Maße vom Tourismus. Viele Einwohner pendeln täglich zur Arbeit in die Stadt Utrecht.

Ortsteile

  • Die Kleinstadt Montfoort, Sitz der Gemeindeverwaltung.
  • Das Dorf Linschoten.
  • Die Weiler Achthoven-West, Achthoven-Oost, Blokland, Cattenbroek, Mastwijk und Willeskop.

Geschichte

Um 1170 entstand die erste Besiedlung des Gebietes der jetzigen Gemeinde Montfoort rund um ein Schloss gleichen Namens. Der Name stammt vom Lateinischen „Mons Fortis“, das „starker Berg“ bedeutet. Die Schlossherren aus dem Geschlecht De Rover, welche unter dem Namen Van Montfoort firmierten, waren Burggrafen, die in der Gegend eine erhebliche Macht ausübten. Die Siedlung um das Schloss erhielt 1329 das Stadtrecht. Regelmäßig gab es Konflikte mit dem Landesherrn, dem Utrechter Bischof. Das führte u. a. im Jahr 1387 zu einer Belagerung und Einnahme Montfoorts durch Truppen des Bischofs. Inzwischen hatten sich im Gebiet von Linschoten, das 1172 erstmals urkundlich erwähnt wurde, vier Herren ein eigenes Schloss gebaut, und Bauern hatten sich vom Landesherrn ein Stück Sumpfland erworben, das, nachdem sie es urbar gemacht hatten, ihr Eigentum wurde. Ein solcher Vertrag hieß – wie das neu gewonnene Land – ein cope (Niederländisch: koop; Deutsch: Kauf). Ortsnamen wie Willeskop erinnern noch daran.

Im Jahr 1544 gründete der Orden der Johanniter hier eine commanderij (Kommende) mit Kirche: Siehe das Malteserkreuz in der Stadtflagge. Die Stadt Montfoort geriet Ende des 16. Jahrhunderts in Konflikt mit dem Burggrafen, als sich die Stadt zur Reformation bekannte, der Burggraf jedoch katholisch blieb.

Im Jahr 1629 wurde Montfoort von einem riesigen Feuer nahezu völlig zerstört; 1634 wurde die (jetzt protestantische) Kirche neu eröffnet. Der letzte Burggraf musste 1648 zurücktreten, weil er bankrott war. Im Jahr 1672, als Holland von den Franzosen angegriffen wurde, brannten diese u. a. das Montfoorter Schloss nieder. Danach kamen die Montfoorter mühsam durch das 18. und 19. Jahrhundert; man lebte u. a. von der Herstellung von Knöpfen und Schiffstauen. Später war die Backsteinindustrie von Bedeutung.

Politik

Die Lokalpartei Lokaal Montfoort konnte die Kommunalwahl im Jahr 2022 mit rund 29 Prozent gewinnen und damit erstmals seit ihrer Gründung zur Wahl 2018 den Ausgang für sich entscheiden.

Gemeinderat

Kommunalwahl am 16. März 2022[3]
Wahlbeteiligung: 65,50 %
 %
30
20
10
0
28,77
14,14
13,38
11,51
9,56
9,01
7,59
6,03
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2018
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
  −6
+13,57
−1,83
−1,89
−5,65
+2,43
−4,61
−1,11
−0,91
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Lokaal Montfoort
b Progressief Akkoord
f Inwonersbelangen Montfoort Linschoten
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Der Gemeinderat in Montfoort setzt sich seit 1982 folgendermaßen zusammen:

Weitere Informationen Partei, Sitze ...
ParteiSitze[3]
198219861988 a199019941998200220062010201420182022
Lokaal Montfoort24
Progressief Akkoord b4343232
CDA567754333322
VVD443334222232
D6611111
SGP01121111112
Inwonersbelangen Montfoort Linschoten c534521
ChristenUnie121111
RPF1
Progressief Montfoort ’88 b224
PvdA b221
Progressief Montfoort33
Protestants Christelijk Montfoort1
Gesamt131315151515151515151515
Schließen
Sitzverteilung im Gemeinderat von Montfort 2022
1
2
4
1
2
2
1
2
1 2 4 1 2 2 1 2 
Insgesamt 15 Sitze
  • D66: 1
  • PA: 2
  • LM: 4
  • IBML: 1
  • VVD: 2
  • CDA: 2
  • CU: 1
  • SGP: 2
Anmerkungen
a 
Aufgrund der Eingemeindung von Linschoten und Teilen von Willeskop zum 1. Januar 1989 fand eine außerplanmäßige Kommunalwahl im Jahre 1988 statt.
c 
Progressief Akkoord ist ein zur Kommunalwahl 1998 entstandener Zusammenschluss der Lokalpartei Progressief Montfoort ’88 und der örtlichen PvdA-Fraktion.
c 
Bis einschließlich 2010 kandidierte Inwonersbelangen Montfoort Linschoten unter dem Namen Leefbaar Montfoort.

Sehenswürdigkeiten

  • IJsseltor, das einzig übriggebliebene Stadttor
  • Kirche aus dem 17. Jahrhundert
  • Überbleibsel der commanderij der Johanniter
  • schmale Straße entlang des Flüsschens Linschoten mit den vielen malerischen Bauernhöfen, die das Dorfbild von Linschoten prägen
  • Polderlandschaft mit einigen der typisch holländischen Windmühlen, sehr geeignet für eine Radtour

Söhne und Töchter des Orts

Commons: Montfoort – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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