Moosbrunn

Gemeinde im Bezirk Bruck an der Leitha, Niederösterreich From Wikipedia, the free encyclopedia

Moosbrunn ist eine Gemeinde mit 1808 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2025[1]) im Bezirk Bruck an der Leitha in Niederösterreich.

Schnelle Fakten Wappen, Österreichkarte ...
Moosbrunn
WappenÖsterreichkarte
Wappen von Moosbrunn
Moosbrunn (Österreich)
Moosbrunn (Österreich)
Basisdaten
Staat: Osterreich Österreich
Land: Niederösterreich Niederösterreich
Politischer Bezirk: Bruck an der Leitha
Kfz-Kennzeichen: BL (seit 2017; alt: WU)
Fläche: 16,88 km²
Koordinaten: 48° 1′ N, 16° 27′ O
Höhe: 186 m ü. A.
Einwohner: 1.808 (1. Jän. 2025)
Bevölkerungsdichte: 107 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 2440, 2441
Vorwahl: 02234
Gemeindekennziffer: 3 07 37
Adresse der Gemeinde-
verwaltung:
Hauptplatz 9
2440 Moosbrunn
Website: www.moosbrunn.gv.at
Politik
Bürgermeister: Paul Frühling (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2025)
(19 Mitglieder)
13
6
13 6 
Insgesamt 19 Sitze
Lage von Moosbrunn im Bezirk Bruck an der Leitha
Lage der Gemeinde Moosbrunn im Bezirk Bruck an der Leitha (anklickbare Karte)BergHöfleinLanzendorfLeopoldsdorfRohrau
Lage der Gemeinde Moosbrunn im Bezirk Bruck an der Leitha (anklickbare Karte)
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
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BW

Geografie

Moosbrunn liegt im Industrieviertel südlich von Wien im Wiener Becken. Das Gemeindegebiet wird von Südwesten nach Nordosten von der Piesting in einer Meereshöhe von 180 Meter durchflossen. Das ebene Gebiet südlich des Flusses gehört zur Mitterndorfer Senke, nördlich der Piesting beginnt die hügelige Rauchenwarther Platte. Dort liegt der mit 202 Meter höchste Punkt der Gemeinde.[2]

Die Fläche der Gemeinde umfasst 16,88 Quadratkilometer. Davon werden 85 Prozent landwirtschaftlich genutzt, jeweils etwa drei Prozent sind Gärten oder Wald.[3]

Gemeindegliederung

Es existieren nur die Katastralgemeinde und Ortschaft Moosbrunn.

Außer dem Hauptort gibt es nur einen weiteren Ort, die Mitterndorfsiedlung an der Gemeinde-Ostgrenze, die schon zur Siedlungseinheit Mitterndorf an der Fischa (Gemeinden Mitterndorf und Gramatneusiedl) gehört.

Nachbargemeinden

und Orte
Velm (Gem. Himberg) Himberg (Gem.) Gramatneusiedl (Gem.)
(Münchendorf , Gem.) Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt


Ebreichsdorf (Gem., Bez. Baden)
Mitterndorf an der Fischa (Gem. Gramatneusiedl, und Mitterndorf a.d.Fischa, Bez. Baden)
 
Münchendorf grenzt als Gemeinde nicht an, da sich Himberger Gebiet als Keil dazwischenschiebt

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1120 als „Brunnen“. Der Name weist auf die feuchte Landschaft mit Quellen (Brunnen) hin. Um 1300 erfolgte die Erweiterung des Namens um „Mos“, womit das sumpfige Gebiet an der Piesting bezeichnet wurde. In den folgenden Jahrhunderten änderte sich die Schreibweise mehrfach auf Moseprunne, Mosprunne und Moosprun, bis sich um 1700 die heutige Schreibweise durchsetzte.[2]

Nach dem Anschluss Österreichs an das Dritte Reich im Jahre 1938 wurde der Ort als Teil des neugeschaffenen 23. Bezirk Schwechat nach Groß-Wien eingegliedert. Die Gemeinde wurde 1954 durch die Abtrennung von Wien wieder selbständig. Im Jahre 1960 wurde das Kurzwellen-Sendezentrum in Betrieb genommen.

Von 1954 bis zu dessen Auflösung am 1. Jänner 2017 war Moosbrunn Teil des Bezirks Wien-Umgebung.

Neben der Landwirtschaft war bis 1950 eine Glasfabrik ein wichtiger Arbeitgeber. Danach siedelten sich einige kleine Betriebe an. Durch die Nähe zu Wien stieg auch die Wohnbautätigkeit an.[2]

2006 wurde das Wasserwerk Moosbrunn, die III. Wiener Wasserleitung in Betrieb genommen.[4]

Bevölkerungsentwicklung

Nach dem Ergebnis der Volkszählung 2001 gab es 1522 Einwohner. 1991 hatte die Gemeinde 1466 Einwohner, 1981 1278 und im Jahr 1971 1197 Einwohner.

Moosbrunn: Einwohnerzahlen von 1869 bis 2025
Jahr  Einwohner
1869
 
826
1880
 
849
1890
 
911
1900
 
1.139
1910
 
1.363
1923
 
1.227
1934
 
1.355
1939
 
1.461
1951
 
1.129
1961
 
1.072
1971
 
1.197
1981
 
1.278
1991
 
1.466
2001
 
1.522
2011
 
1.632
2021
 
1.802
2025
 
1.808
Quelle(n): Statistik Austria, Gebietsstand 1.1.2021

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaftssektoren

Von den 19 landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 waren 14 Haupterwerbsbauern. Im Produktionssektor arbeiteten 66 Erwerbstätige im Bereich Herstellung von Waren, zwölf in der Bauwirtschaft und drei in der Wasserver- und Abfallentsorgung. Die wichtigsten Arbeitgeber des Dienstleistungssektors waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (63), Handel (58) und freiberufliche Dienstleistungen (25 Mitarbeiter).[5][6][7]

Weitere Informationen Wirtschaftssektor, Anzahl Betriebe ...
Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 19 25 18 27
Produktion 15 8 81 58
Dienstleistung 59 42 169 197
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1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln

Im Jahr 2011 lebten 812 Erwerbstätige in Moosbrunn. Davon arbeiteten 102 in der Gemeinde, beinahe 90 Prozent pendelten aus.[8]

Öffentliche Einrichtungen

In Moosbrunn befindet sich ein Kindergarten[9] und eine Volksschule.[10]

Kurzwellen-Sendeanlage

Mechanisch drehbare Vorhangantenne, Hochleistungsrichtantenne des ORS, Sendeleistung 500 kW, Gewicht 320 t

In unmittelbarer Nähe von Moosbrunn befand sich der Sender Moosbrunn, eine Kurzwellen-Sendeanlage der Österreichischen Rundfunksender GmbH (ORS). Sie übertrug bis Ende 2009 das Inlandsprogramm Ö1, seit 2010 wurde sie vom ORF nur mehr stundenweise für Nachrichtensendungen eingesetzt. Freie Sendekapazität wurde an andere Anbieter vermietet. Bis 2003 wurde die Anlage für den inzwischen eingestellten Auslandsdienst Radio Österreich International eingesetzt.[11]

Das bis 2009 betriebene Kurzwellenzentrum Jülich hatte einen Sender desselben Herstellers, weshalb Moosbrunn vor dem Abriss von Jülich (2010) von dort Ersatzteile übernehmen konnte.

Moosbrunn war mit Stand 2022 einer der letzten in Europa aus der Zeit des Kalten Kriegs übriggebliebenen Großsender. Nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine im Februar 2022 sendete der ORF von Moosbrunn zweimal täglich Nachrichten auf Kurzwelle zielgerichtet in die Ukraine. Es war zu erwarten, dass insbesondere Militärs beider Kriegsparteien die Sendungen hören können.[12] Der Sender wurde am 31. Dezember 2024 endgültig abgeschaltet.[13]

Ende Jänner 2025 wurde die Anlage abgebaut.[14]

Vereine

Diverse Vereine sind in der Ortschaft tätig; darunter die Freiwillige Feuerwehr Moosbrunn, ein Musikverein und der Verein „Junges Moosbrunn“.

Politik

Gemeindeamt

Gemeinderat

Der Gemeinderat hat 19 Mandatare.

Bürgermeister

  • 1983–2008 Karl Eichenseder (ÖVP)[22]
  • 2009–2018 Gerhard Hauser (ÖVP)[23]
  • seit 2019 Paul Frühling (ÖVP)

Wappen

Der Gemeinde wurde 1989 ein Gemeindewappen verliehen. Es zeigt in Bezug zum Ortsnamen einen Brunnen, die grüne Farbe steht für die Bedeutung der Landwirtschaft und einen Schlüssel, der dem Wappen des Stiftes Melk entnommen wurde. Dies symbolisiert die lange währende pfarrliche Zugehörigkeit zum Stift Melk.[24]

Persönlichkeiten

Söhne und Töchter der Gemeinde

Literatur

  • Franz Xaver Schweickhardt: Darstellung des Erzherzogthums Österreich unter der Ens, durch umfassende Beschreibung aller Burgen, Schlösser, Herrschaften, Städte, Märkte, Dörfer, Rotten etc. etc., topographisch-statistisch-genealogisch-historisch bearbeitet und nach den bestehenden vier Kreis-Vierteln [alphabetisch] gereiht. [Teil:] Viertel unterm Wienerwald. 7 von 34 Bänden. 3. Band: Klosterthal bis Neunkirchen. Mechitaristen, Wien 1831, S. 282 (MoosbrunnInternet Archive).
Commons: Moosbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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