More danico

polygyne Praxis der Wikinger From Wikipedia, the free encyclopedia

More danico (lateinisch für nach dänischer Sitte) bzw. danesche manere (normannisch) ist die Bezeichnung für eine polygyne Praxis der Wikinger, die sie auch nach ihrer Ansiedlung in der Normandie nach dem Vertrag von Saint-Clair-sur-Epte (911) beibehielten.

Trotz Bekehrung zum Christentum hatten sie, wie zuvor in Skandinavien mehrere Frauen gleichzeitig.[1] Im Unterschied zu der römischen Kirche, die eine frilla als Konkubine und deren Kinder als Bastarde betrachtete, sahen die Normannen die Nachkommen aus einer Ehe more danico als legitim an: Zwei ihrer Herzöge, Richard II. und Wilhelm I., der spätere Eroberer Englands, entstammen einer derartigen Beziehung.

Diese Tradition scheint von Wilhelm II. (1056–1100) beendet worden zu sein.

Literatur

  • Stefan Christian Saar: Ehe, Scheidung, Wiederheirat. Zur Geschichte des Ehe- und des Ehescheidungsrechts im Frühmittelalter (6.–10. Jahrhundert) (Reihe: IUS VIVENS / Abteilung B: Rechtsgeschichtliche Abhandlungen, Bd. 6), 2002, ISBN 3-8258-3081-0.
  • Robert Besnier: Le mariage en Normandie des origines au XIIIe siècle, in: Normannia, Revue trimestrielle, bibliographique et critique d’histoire de Normandie 7 (1934), Myriade: Bibliotheque de l’Union de Caen.

Einzelnachweise

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