Moritz Alexander Zille

Theologe, Schriftsteller, Kirchenlieddichter, Lehrer und Freimaurer (1814-1862) From Wikipedia, the free encyclopedia

Moritz Alexander Zille, manchmal auch nur Moritz Zille (* 31. März 1814 in Oberullersdorf; † 7. Februar 1872 in Leipzig) war ein deutscher Theologe, Schriftsteller, Kirchenlieddichter, Lehrer, Übersetzer und Freimaurer.

Moritz Alexander Zille als Meister vom Stuhl in der Loge Apollo, 1870/1872

Leben

Moritz Alexander Zille war der Sohn eines Wirtschaftsverwalters. Mit neun Jahren besuchte er die Bürgerschule in Bernstadt, ab 1825 das heutige Christian-Weise-Gymnasium in Zittau. Von 1833 bis 1836 studierte er an der Universität Leipzig Evangelische Theologie, Philologie und Philosophie. Nach dem Erreichen des Magistergrads wurde er 1838 Prediger in der Universitätskirche St. Pauli, 1845 dort ordiniert.

Von Anfang 1846 bis 1849 übernahm er die Redaktion der neuen, zweimal wöchentlich erscheinenden Allgemeinen Zeitung für Christenthum und Kirche und schuf als Schriftsteller Kirchenlieder, geistliche Lyrik und Prosa. Zudem war als Redakteur bei der Freimaurer-Zeitung[1] tätig.[2.1] Nach 1850 war er neben seiner geistlichen Tätigkeit als Lehrer am von Ernst Innozenz Hauschild gegründeten Modernen Gesamtgymnasium in Leipzig beschäftigt. 1859 wurde er Direktor und Inhaber dieser Privatschule. Am 7. Februar 1872 starb er.

Zille verband eine verinnerlichte Frömmigkeit mit Mystik, Freimaurerei und kosmopolitischen Gedanken. 1847 trat er der Leipziger Freimaurerloge Apollo bei,[2.1] dort bekleidete er von 1870 bis 1872 das Amt des Meisters vom Stuhl.[2.2]

Schriften (Auswahl)

Als Verfasser

  • Sandkörner. Maurerische Aufsätze, Vorträge und Dichtungen. Verlag der Freimaurerzeitung, Leipzig 1854 (online, abgerufen am 10. April 2026).
  • Andersen. Ein Johannis-Festspiel. Weindedel, Leipzig 1855.[3]
  • Meister Friedrich. Ein Dichterleben. Veit & Comp., Leipzig 1860.[4]
  • Spitzhammer und Kelle. Maurerische Abhandlungen und Aufsätze, Vorträge, Zeitstimmen, Gedichte. Hrsg. von Hermann Schletter. Verlag der Freimaurerzeitung, Leipzig 1872 (online, abgerufen am 10. April 2026).

Als Herausgeber

  • Die Staatsweisheit der deutschen Classiker. Band 1: Das Buch der Freiheit. Aehrenlese aus den Schriften unsrer classischen Dichter und Denker. Falk, Leipzig 1851.[5]
  • Palmenzweige. Eine Sammlung geistlicher Lieder und Dichtungen für die häusliche Andacht. Schlicke, Leipzig 1853 (online, abgerufen am 10. April 2026).
  • Schiller-Halle. Alphabetische geordneter Gedanken-Schatz aus Schiller's Werken und Briefen. Brockhaus, Leipzig 1870 (online, abgerufen am 10. April 2026).

Als Redakteur

  • Allgemeine Zeitung für Christenthum und Kirche 1 (1846) – 4 (1849), ZDB-ID 3211001-7 (online hier 1846–1848, abgerufen am 11. April 2026).

Als Übersetzer

  • Die Psalmen. Lieder der Andacht, des Trostes und der Erhebung. Nach dem Urtexte der heiligen Schrift, meist nach kirchlichen Singweisen übersetzt. Wöller, Leipzig 1844.[6]
  • Virgils Aeneide. Band 1 und 2. Leipzig 1868 (Band 1 online, Band 2 online, abgerufen am 10. April 2026).

Literatur

  • Dr. Moritz Alexander Zille. In: Johann Baptist Heindl (Hrsg.): Galerie berühmter Pädagogen, verdienter Schulmänner, Jugend- und Volksschriftsteller und Componisten aus der Gegenwart in Biographien und biographischen Skizzen. Band 2. Finsterlein, München 1859, S. 621–622 (online, abgerufen am 10. April 2026).
  • Zille, Moritz Alexander. In: Franz Brümmer: Lexikon der deutschen Dichter und Prosaisten des neunzehnten Jahrhunderts. Band 4: Scho bis Z. 4., völlig neu bearb. u. stark vermehrte Auflage. Reclam, Leipzig 1896, S. 415–416. (online, abgerufen am 10. April 2026).
  • Ludwig Fränkel: Zille, Moritz. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 45, Duncker & Humblot, Leipzig 1900, S. 225–227.

Einzelnachweise

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