Mosa Traiectum

Frührömischer Vicus und spätantike Festung in Maastricht From Wikipedia, the free encyclopedia

Mosa Traiectum oder Traiectum ad Mosam (deutsch: „Maasübergang“ oder „Übergang an der Maas“) war möglicherweise der lateinische Name eines frührömischen Vicus und einer spätrömischen Festung auf dem Gebiet des heutigen Maastrichts in der niederländischen Provinz Limburg. Der Ort lag auf dem Gebiet der Civitas Tungrorum[1] und gehörte damit administrativ zunächst zur Provinz Gallia Belgica,[2] ab domitianischer Zeit (81–96) vermutlich zur Germania inferior und in der Spätantike gesichert zur Germania secunda.[3] Zahlreiche römische Hinterlassenschaften wurden in Maastricht entdeckt und sind zumindest teilweise im modernen Stadtbild noch zu sehen oder nachzuvollziehen. Maastricht ist neben Nijmegen (Ulpia Noviomagus Batavorum) die einzige Stadt in den Niederlanden, die eine lückenlose Siedlungskontinuität seit der römischen Ära aufweist und gilt somit als eine der ältesten Städte des Landes.

Blick auf Maastricht von Höhe Stenenwal 19a aus, wo die römische Brücke über die Maas führte

Lage, Quellen, Etymologie und Forschungsgeschichte

Zum Namen Maastrichts
bei Joan Blaeu (1649)

Traiectum ad Mosam entstand rechts und links der Brücke über die Maas, die schon in augusteischer Zeit errichtet worden war, wobei sich der Siedlungsschwerpunkt und das Zentrum am westlichen Flussufer entwickelten. Die Brücke war für die heute so genannte Via Belgica bestimmt, eine strategisch wichtige römische Fernstraße, die von der Colonia Claudia Ara Agrippinensium nach Gesoriacum führte. Im Bereich von Maastricht gehen die nördlichen Ausläufer der Ardennen und der Eifel allmählich in flacheres Land über. Im südlichen Bereich von Maastricht mündet noch von Westen her der Jeker, im nördlichen von Osten her der Geul in die Maas. So bot die Topographie dort die besten Bedingungen zur Schaffung einer Querung der schiffbaren Maas. Es entstand der Kreuzungspunkt eines westöstlich verlaufenden Land- und eines nordsüdlich verlaufenden Wasserweges. An der Fernstraße lagen rund 18 Kilometer Luftlinie entfernt westsüdwestlich die Civitashauptstadt Atuatuca Tungrorum (Tongeren) und 20 Kilometer östlich Coriovallum (Heerlen). Atuatuca Tungrorum konnte zudem mit kleineren Flachbooten auch über den Jeker erreicht werden. Die Böden der Region bestehen aus Löss, der zum Teil – insbesondere im Norden der Stadt – von den Sedimenten des Flusses überlagert ist. So entstand ein fruchtbarer Ackerboden, dessen Anziehungskraft für die römischen Kolonisten auf der Hand liegt.[4][5]

In den antiken Wegbeschreibungen, wie der Tabula Peutingeriana und dem Itinerarium Antonini ist die Lokalität nicht verzeichnet. In den Quellen gibt es nur einen einzigen Hinweis, in dem der Ort beschrieben wird, ohne jedoch seinen Namen zu nennen: Bei Tacitus findet sich in den Historiae eine Beschreibung, wie Claudius Labeo,[6] der indigene, vormalige Präfekt einer Ala, die pons Mosae fluminis (Brücke über die Maas) während des Bataveraufstands (69/70) gegen die Aufständischen verteidigte.[7] Mit dieser pons Mosae fluminis ist wahrscheinlich die Brücke von Maastricht gemeint. Der Name der Siedlung selbst erscheint dann erstmals im 6. Jahrhundert als urbs treiectinsis bei Gregor von Tours in seinen Beschreibungen von Vorgängen aus der Zeit vom 4. bis zum 6. Jahrhundert.[8] Und auf zwischen 570 und 670 in Maastricht geprägten Goldmünzen wurde der Aufdruck triecto benutzt.[9] Trāiectus (-ūs, m; u-Deklination) ging als frühes lateinisches Lehnwort in die niederländische Sprache ein, in der es sich in den Endungen -trecht oder -tricht bei den Ortsnamen Utrecht (Traiectum) und Maastricht niederschlug. Im Mittelalter wurde der Name Traiectum für beide Städte verwendet, so dass es zu Verwechselungen kommen konnte, die man möglicherweise durch Namenszusätze vermeiden wollte.[10]

Titus Panhuysen (* 1949, Stadtarchäologe Maastrichts 1979-2014)

Die römischen Relikte auf Maastrichter Boden sind seit den 1840er Jahren bekannt und wurden 1843 erstmals publiziert.[11] Wissenschaftliche Ausgrabungen wurden seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts zuerst durch den limburgischen Archäologen Johannes W. H. Goossens (* 1869, † 1933) durchgeführt und 1923 publiziert.[12] Nach dem Zweiten Weltkrieg gewannen die Untersuchungen, bedingt durch zahlreiche Bauvorhaben, an Dynamik. In den 1960er Jahren grub unter anderem Julianus Egidius Bogaers die Thermen der Stadt aus und von 1979 bis 2014 leistete Titus Panhuysen als Stadtarchäologe von Maastricht eine wegweisende Arbeit. Zahlreiche epigraphische Zeugnisse gaben dabei Auskunft über Details der römischen Zeit in Maastricht.[13]

Vorrömische Zeit

In der unmittelbaren Umgebung von Maastricht reichen einzelne Funde bis ins Paläolithikum vor 250.000 Jahren zurück. Siedlungsspuren gibt es im Umland vom Neolithikum über die Bronzezeit bis zur Hallstattzeit. Im direkten Stadtgebiet haben jüngere Untersuchungen bestätigt, dass es dort bereits vor der Ankunft der Römer eine Siedlung der Latènezeit gab. Die betreffenden Schichten unter den römischen zeigten eine Straßenstruktur, die nicht der römischen entspricht, sondern dieser gegenüber schräg versetzt ist. Entsprechende Befunde in Form einer gepflasterten Straße wurden im Bereich der heutigen Plankstraat festgestellt.[14]

Fernstraße und Maasbrücke

Skulptur für die Pons Mosae südlich der Sint Servaasbrug

Den Grundstein für die römische Entwicklung Maastrichts legte sicher der Bau der römischen Fernstraße von Gesoriacum (Boulogne-sur-Mer) nach Apud aram Ubiorum (Köln), aus dem später die Colonia Claudia Ara Agrippinensium hervorging.[14] Die Straße wurde vermutlich im zweiten Jahrzehnt vor unserer Zeitrechnung, möglicherweise zur Zeit der zweiten Statthalterschaft des Marcus Vipsanius Agrippa (20-18 v. u. Z.), die Brücke um die Zeitenwende, spätestens aber in der ersten Hälfte des ersten Jahrhunderts erbaut. Spuren der Straße wurden 2003 bei Ausgrabungen an der nordöstlichen Ecke des Vrijthofs[15] durch die Universiteit van Amsterdam freigelegt. Dabei konnten insgesamt 13 Bauphasen, darunter sieben römerzeitliche differenziert werden.[16] Der heutige Name Via Belgica ist nicht authentisch antik, sondern eine moderne Wortschöpfung des Tourismusmarketings. Der Maasübergang an der Stelle einer älteren Furt wurde vermutlich anfangs durch eine Schiffsbrücke realisiert, die Errichtung eines festen Bauwerks erfolgte erst um die Zeitenwende oder geringfügig später. Dendrochronologisch konnte nachgewiesen werden, dass das Holz für die früheste Konstruktion in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts gefällt worden war. Da jedoch auch Balken aus dem 3. und 4. Jahrhundert gefunden wurden, kann auf mehrere Reparatur- und/oder Umbauphasen geschlossen werden. Während des Bataveraufstands wurde die Brücke von Claudius Labeo vergeblich gegen die Aufständischen verteidigt.[17] Ab dem 2. Jahrhundert ruhte sie auf steinernen Pfeilern.[18] Sie verlief von der Höhe des auf der östlichen Maasseite liegenden Stenenwal 19a[19] aus ans gegenüber liegende Ufer (das damals noch ein wenig weiter westlich verlief als heute). Insgesamt hatte die Brücke an dieser Stelle noch bis weit ins 13. Jahrhundert Bestand, bevor sie im Jahr 1275 einstürzte und 1280 durch die rund 100 Meter weiter nördlich verlaufende Sint Servaasbrug ersetzt wurde, die dort noch heute steht. Im heutigen Stadtbild wird die römische Brücke durch eine moderne Skulptur mit einer römerzeitlichen Replik auf ihrer Spitze am westlichen Maasufer symbolisiert.[20]

Vicus

Rekonstruktion der Jupitergigantensäule

Die Siedlung hatte weniger einen urbanen Charakter, sondern war mit seiner bebauten Fläche von insgesamt nur 15 bis 20 Hektar (auf dem Westufer) eine kleinere Straßensiedlung (Vicus), die aber ökonomisch und (in späterer Zeit) militärgeographisch von gewisser Bedeutung gewesen zu sein scheint. Sie erstreckte sich auf beiden Seiten des Flusses, im Osten in nordsüdlicher Richtung, parallel zur Maas verlaufend, im Westen um einen zentralen Bereich und von diesem ausgehend einmal ebenfalls parallel zum Fluss, aber auch in ostwestliche Richtung entlang der Straße Richtung Tongeren im Bereich der heutigen Grote Straat. Die Maas in Verbindung mit der Fernstraße und ihrer Brücke bildeten das Zentrum des Vicus. Eine gewisse Rolle scheint auch noch ein Heiligtum aus der Zeit des Marcus Aurelius (161–180, Heiligtum datiert auf 161–175) gespielt zu haben, dessen Jupitergigantensäule unter dem Hotel Derlon gefunden wurde und dessen Areal bis zum Kreuzgang der Onze-Lieve-Vrouwebasiliek (deutsch: Liebfrauenbasilika) reichte. Dieses Heiligtum sowie eine Thermenanlage[22] und einige größere Wohnhäuser waren die einzigen repräsentativen Bauwerke der ersten drei Jahrhunderte. Um 270/275 scheinen große Bereiche der römischen Siedlung, wenn auch nicht die ganze Stadt, bei Einfällen der Rheinfranken gewaltsam zerstört worden zu sein. Ein wirklich systematischer Wiederaufbau erfolgte erst in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts (siehe folgender Abschnitt). Die archäologischen Befunde auf dem östlichen Ufer wurden in nachrömischer Zeit zum größten Teil durch Hochwasser der Maas weggespült.[14]

Vicus und Spätrömisches Kastell

Der Wiederaufbau der Stadt erfolgte anfangs scheinbar nur zögerlich, aber in der ersten Hälfte des vierten Jahrhunderts wurde sie mit einem Kastell verstärkt. Als Terminus post quem seiner Erbauung konnte dendrochronologisch das Jahr 333 bestimmt werden, in dem die Bäume für die eichenen Fundamentpfähle geschlagen worden waren. Das Kastell hatte einen annähernd rechteckigen Grundriss mit einer Länge von ungefähr 170 m und einer Breite von rund 90 m (was 1,53 Hektar entspricht). Seine östliche Längsseite verlief parallel zur Maas. Vor der Mauer diente als Annäherungshindernis ein einfacher breiter Graben. Die vermutlich bis zu fünf Meter hohe Mauer war mit vier kreisrunden Eck- und sechs ebenfalls runden Zwischentürmen besetzt. Der Zugang erfolgte über jeweils ein Tor mit rechteckigem Grundriss auf der Ost- und auf der Westseite, so dass die so genannte Via Belgica durch das Kastell hindurch führte und dadurch der Reise- und Warenverkehr kontrolliert werden konnte. Bezüglich der Innenbebauung ist Vieles noch spekulativ, gesichert ist aber die Existenz eines Horreums (Getreidespeicher)[23] und dass die alten, vermutlich beim Frankeneinfall zerstörten Thermen durch einen Neubau ersetzt wurden. Trotz seiner zentralen Lage scheint die Funktion des Kastells – im Unterschied zu anderen spätantiken Befestigungsanlagen – nicht gewesen zu sein, in Krisenzeiten auch die schutzbedürftige Zivilbevölkerung aufzunehmen, sondern alles spricht dafür, dass es ausschließlich militärischen und/oder ordnungspolitischen Zwecken diente. Der Name der dort stationierten Einheit ist nicht bekannt.[24]

Gräberfelder

Die Gräberfelder erstreckten sich – römischem Gesetz entsprechend außerhalb der bewohnten Bereiche – auf beiden Flussseiten längs der sog. Via Belgica nach Osten und Westen, sowie auf der westlichen Seite der Maas an einer nach Norden, in Richtung der Ulpia Noviomagus Batavorum führenden Straße. Ihre genaue Lokalisierung fällt aufgrund späterer Überbauung schwer, jedoch wurden viele der Grabmäler, darunter teilweise monumentale Bauwerke, bei späteren Arbeiten an den Pfeilerfundamenten der Maasbrücke sekundär verwendet und konnten bei den archäologischen Untersuchungen der Brücke geborgen werden. Christliche Bestattungen fanden unter der Servaasbasiliek statt.[25] In der Übergangsphase zum Frühmittelalter (siehe unten) veränderten sich die Gräberfelder. Sie nahmen zahlenmäßig zu und der Friedhof an der Servaasbasiliek wurde nun hauptsächlich von fränkischen Adeligen genutzt, während sich die übrigen gesellschaftlichen Gruppen auf weitere Nekropolen im und außerhalb des Stadtgebietes verteilten. So finden sich aus dieser Zeit Kriegerbestattungen im Bereich des heutigen Vrijthof.[26]

Übergang zum Mittelalter

Frühchristlicher Grabstein (5. Jahrhundert)
FO: Sint-Servaasbasiliek
AO: Lapidarium Sint-Servaasbasiliek

Maastricht ist neben Nijmegen (Ulpia Noviomagus Batavorum) die einzige Stadt in den Niederlanden, die eine ungebrochene Siedlungskontinuität von der römischen Epoche bis in die heutige Zeit aufweist. Dabei ist in der christlichen Mythologie Maastrichts der Beginn der Übergangsperiode von der Spätantike zum Frühmittelalter eng mit Servatius von Tongern verbunden (niederländisch: Sint Servaas; einer der Eisheiligen, † angeblich 384). Seine Grablege bildete quasi den Grundstein der nach 549 erbauten Servatiuskirche (Servaasbasiliek).[27] Er war seit 340 Bischof von Tongeren gewesen und soll der Legende nach später den Bischofssitz von Tongeren nach Maastricht verlegt haben. In der Realität geschah dies aber erst Anfang oder Mitte des 6. Jahrhunderts. Unabhängig davon scheint die Stadt seit dem späten 4. oder frühen 5. Jahrhundert eine christliche Gemeinde beherbergt zu haben, worauf entsprechend dekorierte und/oder beschriftete Grabsteine unter der Servaasbasiliek sowie die Zunahme der Körperbestattungen gegenüber den Feuerbestattungen in dieser Zeit verweisen. Auffällig ist, dass die Bevölkerungszahl in der Übergangszeit nicht etwa zurückging, sondern zwischen der Mitte des 4. und dem Ende des 5. Jahrhunderts noch anstieg. Es wurden zwar keine Steingebäude mehr errichtet, aber Spuren von Fachwerkgebäuden und Grubenhäusern aus dieser Epoche konnten identifiziert werden. Die Verwurzelung in römischen Traditionen scheint zurückgegangen und germanische Einflüsse assimiliert worden zu sein. In der folgenden Zeit des 6. und 7. Jahrhunderts entwickelte sich Maastricht zu einem Machtzentrum des Merowingerreichs. Es wurde Bischofssitz und merowingische Könige hielten sich zeitweise dort auf und erließen Edikte. Das ehemalige Kastell diente zunächst ihnen, dann dem Bischof als Residenz. Durch letztere Umfunktionierung gewann die Kirche Platz für den Bau einer neuen Kathedrale, der Liebfrauenbasilika, deren Ursprünge durchaus auf das 6. Jahrhundert zurückgehen könnten.[28][29]

Agrarisch geprägtes Umland

Merowingisches Glas
FO: Borgharen
AO: Maastricht Museum

Die fruchtbaren Lössböden im Umland von Maastricht sorgten für eine intensive landwirtschaftliche Nutzung des Gebietes. Die typische Siedlungsform bestand aus großen Landgütern, den Villae rusticae, von denen aus jeweils bis zu 50 Hektar Landfläche bewirtschaftet wurden. Rund 60 dieser Villen konnten im Südlimburgischen lokalisiert und teilweise ausgegraben werden.[30][31][32] Typische Beispiele:

  • Die Villa Borgharen-Pasestraat[33] liegt auf einem höher gelegenen Kiesrücken westlich der ehemaligen Pasestraat und nördlich der Ortsmitte des Maastrichter Ortsteils Borgharen. Die Maas fließt wenige hundert Meter westlich, drei bis vier Kilometer östlich verlief die Via Belgica. Die Villa wurde 1982/83 entdeckt und von 1995 bis 2012 ausgegraben. Die Befunde bestanden aus Mauerzügen, Resten des Fußbodens, sowie Fundamentpfählen und Kieswegen. Das Gebäude war mit Ziegeln gedeckt und teilweise mit Hypokausten versehen. Der Boden bestand aus Opus signinum, das aufgehende Mauerwerk teilweise aus Ziegeln, teilweise aus Lehm. Ein oder mehrere Räume waren dekorativ verputzt und mit Wandmalereien versehen. Aufgrund des Fundmaterials konnte das Landgut auf das zweite Jahrhundert datiert werden, im dritten Jahrhundert wurde es vermutlich abgerissen. Bemerkenswert ist der Befund zweier Gräberfelder, dem „Grafveld Daalderveld“ mit zehn Gräbern aus dem 4. bis 6. Jahrhundert und dem etwas höher gelegenen Gräberfeld „Op de Stein“ mit 26 merowingerzeitlichen Gräbern, die von der zweiten Hälfte des 6. bis zum ersten Viertel des 7. Jahrhunderts datiert werden konnten. Diese Befunde sind ein weiteres Indiz für eine Siedlungskontinuität im nachrömischen Maastrichter Raum (siehe weiter oben unter Übergang zum Mittelalter).[34][35]
  • Die Villa rustica Maastricht-Louwberg liegt südwestlich der Stadt Maastricht. Die exakte Lage ist unsicher, weil die Vermessungen früherer Ausgrabungen uneindeutig waren, nur Teile der Anlage ausgegraben wurden und zum Teil weit voneinander entfernte Gebäude identifiziert wurden, so dass es sich auch um mehrere Villae handeln könnte. Aber die Befunde liegen gesichert am Südhang des Louwbergs,[36] ein bis zwei Kilometer südlich der Via Belgica. Die ersten Ausgrabungen fanden bereits 1879 statt. Das Fundmaterial erhielt Münzen, die sich auf den Zeitraum vom 2. bis zum 4. Jahrhundert datieren ließen.[37]

Fundverbleib, Präsentation und Denkmalpflege

Viel von dem Fundmaterial wird im Maastricht Museum[38] im Centre Céramique präsentiert.[39] Eine weitere Präsentationsstätte ist der öffentlich zugängliche Museumskeller[40] des Hotels Derlon.[41] Einige Gebäudegrundrisse sind im modernen Straßenbelag der Stadt markiert, oder im Mauerwerk jüngerer Gebäude erhalten.

Die Befunde im Museumskeller Derlon sind als Rijksmonument 527161[42] nach dem Erfgoedwet (Erbgutgesetz) vom 1. Juli 2016 unter besonderen Schutz gestellt. Die römische Maasbrücke ist als Rijksmonument 532438[43] und der römische Villenkomplex Borgharen-Pasestraat als Rijksmonument 530672[44] geschützt.

Literatur

  • Corrie C. Bakels, Wim Dijkman: Maastricht in the first millennium AD. The archaeobotanical evidence (= Archaeologica Mosana II), Maastricht 2000, ISBN 90-75472-04-8 (Digitalisat).
  • Tessa de Groot: Roman villae in the loess area of the Dutch province of Limburg. An analysis of their number, distribution and preservation. In: Berichten van de Rijksdienst voor het Oudheidkundig Bodemonderzoek, Nummer 46, 2006, S. 275–301 (Digitalisat).
  • Joep Hendriks: Het platteland van Romeins Limburg. In: Paul Tummers et al. (Hrsg.): Limburg. Een geschiedenis. Deel 1: tot 1500. LGOG, Maastricht 2015, ISBN 978-90-819602-2-9, S. 115–152 (Digitalisat).
  • Roel Lauwerier et al.: Merovingers in een villa. Romeinse villa en Merovingisch grafveld Borgharen – Pasestraat. Onderzoek 2008–2009. Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed, Amersfoort 2011, ISBN 978-90-5799-184-4 (Digitalisat).
  • Roel Lauwerier, Jan-Willem De Kort (Hrsg.): Merovingers in een villa 2. Romeinse villa en Merovingisch grafveld Borgharen-Pasestraat. Onderzoek 2012. Rijksdienst voor het Cultureel Erfgoed, Amersfoort 2014, ISBN 978-90-5799-234-6 (Digitalisat).
  • Titus Panhuysen: Romeins Maastricht en zijn beelden. Bonnefantenmuseum, Maastricht und Van Gorkum, Assen 1996, ISBN 90-232-3186-4.
  • Titus Panhuysen: Grabmäler des 2. und 3. Jahrhunderts in Maastricht. In: Kölner Jahrbuch, Band 41, 2008, S. 699–730 (Digitalisat).
  • Titus Panhuysen: A shorter history of Maastricht. Maastricht from Roman times to the Middle Ages. In: Ders. (Hrsg.): Guidebook. 60th Sachsensymposium 19–23 September 2009 Maastricht. Transformations in North-Western Europe (AD 300–1000). University of Amsterdam/Gemeente Maastricht, 2009, S. 38–44 (Digitalisat).
  • Titus Panhuysen: Giving a future to a part of Roman Maastricht. The Hotel Derlon museum cellar. In: Kölner Jahrbuch, Band 43, 2010, S. 597–606 (Digitalisat).
  • Titus Panhuysen: Sleutelfiguren uit de vroegste geschiedenis van de Sint-Servaasabdij van Maastricht. In: Publications de la Société Historique et Archéologique dans le Limbourg, Band 147, 2011, S. 9–62 (Digitalisat).
  • Titus Panhuysen: Eine kurze Geschichte Maastrichts. Von der Römerzeit bis ins Mittelalter. In: Raban von Haehling, Andreas Schaub (Hrsg.): Römisches Aachen. Archäologisch-historische Aspekte zu Aachen und der Euregio. Schnell & Steiner, Regensburg 2013, ISBN 978-3-7954-2598-2, S. 369–386 und 442–445.
  • Titus Panhuysen: De archeologie rond het Maastrichtse Vrijthof in de historie. In: Jaarboek PSHAL/Publications, Band 151, 2015, ISSN 0167-6652, S. 9–74.

Einzelnachweise

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