Moschus-Keton

aromatische organische Verbindung, Duftstoff From Wikipedia, the free encyclopedia

Moschus-Keton ist eine chemische Verbindung aus der Gruppe der Ketone und aromatischen Nitroverbindungen.

Schnelle Fakten Strukturformel, Allgemeines ...
Strukturformel
Strukturformel von Moschus-Keton
Allgemeines
Name Moschus-Keton
Andere Namen
  • Keton-Moschus
  • Musk-Keton
  • 4-tert-Butyl-2,6-dimethyl-3,5-dinitroacetophenon
  • 1-(4-tert-butyl-2,6-dimethyl-3,5-dinitrophenyl)ethanon
  • MUSK KETONE (INCI)[1]
Summenformel C14H18N2O5
Kurzbeschreibung

gelblicher Feststoff mit moschusartigem, pudrig, animalischen Geruch[2]

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 81-14-1
EG-Nummer 201-328-9
ECHA-InfoCard 100.001.209
PubChem 6669
Wikidata Q1948992
Eigenschaften
Molare Masse 294,31 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,29 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

134–137 °C[2]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser (1,9 mg·l−1)[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 (CLP),[3] ggf. erweitert[2]
Gefahrensymbol Gefahrensymbol

Achtung

H- und P-Sätze H: 351410
P: 202273280308+313391405[2]
Toxikologische Daten

> 10000 mg·kg−1 (LD50, Ratte, oral)[2]

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0°C, 1000 hPa).
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Eigenschaften

Moschus-Keton ist ein gelblicher Feststoff mit moschus­artigem, pudrig, animalischen Geruch, welcher praktisch unlöslich in Wasser ist.[2] Der Duft des künstlichen Riechstoffes Moschus-Keton kommt dem des natürlichen Moschus am nächsten.[4][5] Moschus-Keton ist leicht löslich in Alkohol, Ether oder Benzol.[6]

Verwendung

Moschus-Keton wird als Riechstoff in Kosmetika und Konsumprodukten (Wasch- und Reinigungsmitteln, Duftverbesserern, Räucherstäbchen) eingesetzt.[7] Im Jahr 1998 wurden dafür in Europa 40 Tonnen Moschus-Keton verarbeitet.[5]

Historisches

Der Chemiker und Fabrikdirektor Albert Baur hatte schon zuvor Nitroaromaten hergestellt, möglicherweise zunächst im Zusammenhang der Sprengstoffforschung[8]. Nachdem er bemerkt hatte, dass das nitrierte Propylbenzol moschusartig duftet, hatte er die „Herstellung dieses künstlichen Moschus […] in allen Ländern patentirt“ und das Produkt vermarktet.[9] Im Rahmen seiner weiteren Forschungen entdeckte er das Moschus-Keton; er veröffentlichte dies im Jahr 1898.[6] Auch das seit 2014 in der EU verbotene Moschusxylol, das ebenfalls im Tonnenmaßstab eingesetzt wurde, ist von Baur entdeckt worden.

Darstellung

Moschus-Keton kann aus Butylxylol erhalten werden, indem dieses mit Acetylchlorid zunächst in das 4-tert-Butyl-2,6-dimethylacetophenon überführt wird. Daraus erhält man das Moschus-Keton durch Nitrieren mit Salpetersäure bei 0 °C.[6]

Sicherheitshinweise

Bei Moschus-Keton besteht der Verdacht auf krebserzeugende Wirkung.[2]

Einzelnachweise

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