Mousse T.

deutsch-türkischer DJ und Musikproduzent From Wikipedia, the free encyclopedia

Mousse T. (* 2. Oktober 1966 als Mustafa Gündoğdu in Hagen[1]) ist ein deutsch-türkischer[2] Musikproduzent. „Mousse T.“ ist die Aussprache des Spitznamens „Musti“ (abgeleitet von Mustafa) in französischer („Mousse“) bzw. englischer Schreibweise („T“).

Mousse T. (2017)

Karriere

Peppermint Pavillon, nach der Expo 2000 von Mousse T. erworben

Der Sohn türkischer Einwanderer – sein Vater war Gynäkologe[3] – entdeckte zu Schulzeiten sein Talent am Keyboard. 1987 bestand er das Abitur am Kurt-Schwitters-Gymnasium in Hannover-Misburg.[4][5] Er spielte zusammen mit seinem heutigen Geschäftspartner Errol Rennals und dessen Bruder Delroy Rennals (später Rapper bei Mr. President) in der lokalen Band Fresh & Fly. Gleichzeitig betrieb er mit Ralf Droesemeyer (heute Mo’ Horizons) ein kleines Studio und tourte als DJ durch die Clubs. Bald produzierte er seine eigenen Stücke und ist seit 1993 Mitinhaber des Plattenlabels Peppermint Jam. Es hat seinen Sitz im Peppermint Pavillon, den Mousse T. nach der Expo 2000 zusammen mit seinen Partnern erwarb.

Die Stilrichtung seiner Produktionen ist hauptsächlich cluborientierte Popmusik mit starken Elementen von Jazz und Soul, was sich auch in der Auswahl seiner Gesangspartner (u. a. Emma Lanford und Andrew Roachford) widerspiegelt. Mousse T. machte sich zunächst als Remixer einen Namen. Musikgrößen wie Michael Jackson (Ghosts)[6], Quincy Jones, Gloria Estefan, Backstreet Boys, Simply Red (Angel & Your Eyes), No Angels (Let’s Go to Bed), Fine Young Cannibals (Johnny)[7] oder Moloko (Sing It Back) ließen Lieder von ihm remixen.[8] International ist er vor allem in den USA mit Remixen für Künstler wie Timbaland und Missy Elliott erfolgreich. Den Durchbruch hatte Mousse T. 1998 mit seiner Hitsingle Horny, mit der er international erfolgreich war. Mit der Single Sex Bomb, die er 1999 exklusiv für Tom Jones schrieb, schaffte Mousse T. auch den internationalen Durchbruch als Songwriter und Musikproduzent.

Von 2003 bis 2005 wurde am Schauspielhaus Hannover eine Bearbeitung von Alice im Wunderland gespielt, zu der Mousse T. und Sven Kaiser die Musik schrieben. 2007 schrieb Mousse T. die Filmmusik für die Bernd-Eichinger-Produktion Pornorama (Regie: Marc Rothemund). Die Soundtrack-CD wurde unter dem Pseudonym The Moussekateers veröffentlicht. 2007 gründete Peppermint Jam mit dem niedersächsischen privaten Rundfunksender radio ffn ein digitales Radioprogramm, das in Anlehnung an das Label Peppermint fm heißt. Empfangen werden konnte das Programm bis 1. Juli 2010[9] über Satellit, seither ist der Empfang nur noch über die Website von Radio ffn möglich. Für das digitale Radio moderiert Mousse T. regelmäßig eine Talkrunde mit Musikern, Schauspielern oder Politikern zu Themen rund um Kultur und Musik.

Mousse T.s Song Everybody wurde Ende 2008 als Titelsong der 9. Staffel der RTL-II-Fernsehshow Big Brother verwendet. Am 23. Februar 2012 nahm er an der Gedenkfeier für Opfer des Rechtsextremismus im Konzerthaus am Berliner Gendarmenmarkt teil und führte mit der Sängerin Sharon Phillips John Lennons Imagine auf.[10] Im April 2012 war er der Jurypräsident in der von Linda de Mol moderierten Sat.1-Spielshow The Winner Is …. In der 15. Staffel (2018) der RTL-Sendung Deutschland sucht den Superstar war Mousse T. Teil der Jury.

Privatleben

Mousse T. ist von seiner Frau, einer Amerikanerin, die mit dem gemeinsamen Sohn in Italien lebt,[11] getrennt.[12] Seit 2018 ist er mit der Moderatorin Khadra Sufi liiert.[13]

Mousse T. ist seit November 2018 Mitglied bei der Partei Bündnis 90/Die Grünen.[14]

Auszeichnungen

  • 1998: Grammy-Nominierung in der Kategorie „Bester Remixer“ als erster Europäer.
  • 2002: Eins Live Krone als „Bester DJ“
  • 2005: Sonderpreis des Praetorius Musikpreises
  • 2005: Echo-Nominierung als „Bester Produzent“
  • 2010: Stadtkulturpreis des Freundeskreises Hannover[15]

Diskografie

Alben

Weitere Informationen Jahr, Titel ...
Jahr Titel Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[16]
(Jahr, Titel, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH  UK
2002 Gourmet de Funk DE22
(7 Wo.)DE
AT44
(2 Wo.)AT
CH46
(7 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 20. August 2002
2004 All Nite Madness DE69
(3 Wo.)DE
CH48
(3 Wo.)CH
Erstveröffentlichung: 5. April 2004
2018 Where Is the Love DE69
(1 Wo.)DE
Erstveröffentlichung: 7. Dezember 2018
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Singles

Weitere Informationen Jahr, Titel Album ...
Jahr Titel
Album
Höchstplatzierung, Gesamtwochen, AuszeichnungChartplatzierungenChartplatzierungen[16]
(Jahr, Titel, Album, Plat­zie­rungen, Wo­chen, Aus­zeich­nungen, Anmer­kungen)
Anmerkungen
 DE  AT  CH  UK
1998 Horny ’98
DE28
(15 Wo.)DE
AT17
(12 Wo.)AT
CH11
(18 Wo.)CH
UK2
Platin
Platin

(21 Wo.)UK
feat. Hot ’n’ Juicy / Erstveröffentlichung: 11. Mai 1998
2000 Sex Bomb
Reload
DE3
Gold
Gold

(17 Wo.)DE
AT3
Gold
Gold

(14 Wo.)AT
CH1
Gold
Gold

(32 Wo.)CH
UK3
Silber
Silber

(10 Wo.)UK
mit Tom Jones / Erstveröffentlichung: 10. Februar 2000
2002 Fire
Gourmet de Funk
DE73
(3 Wo.)DE
CH36
(13 Wo.)CH
UK58
(2 Wo.)UK
feat. Emma Lanford / Erstveröffentlichung: 13. Mai 2002
Let’s Go to Bed
Now … Us!
DE12
(9 Wo.)DE
AT46
(8 Wo.)AT
No Angels mit Mousse T / Erstveröffentlichung: 18. August 2002
2004 Is It ’Cos I’m Cool?
All Nite Madness
DE33
(9 Wo.)DE
AT12
(18 Wo.)AT
CH27
(14 Wo.)CH
UK9
(14 Wo.)UK
feat. Emma Lanford / Erstveröffentlichung: 16. Februar 2004
Pop Muzak
All Nite Madness
DE19
(15 Wo.)DE
AT14
(21 Wo.)AT
CH73
(12 Wo.)CH
mit Roachford / Erstveröffentlichung: 20. April 2004
Right About Now
All Nite Madness
DE47
(9 Wo.)DE
AT49
(4 Wo.)AT
CH94
(2 Wo.)CH
UK28
(5 Wo.)UK
feat. Emma Lanford / Erstveröffentlichung: 12. Juli 2004
2006 Horny as a Dandy
DE40
(9 Wo.)DE
AT13
(11 Wo.)AT
CH30
(11 Wo.)CH
UK17
(6 Wo.)UK
vs. The Dandy Warhols / Erstveröffentlichung: 6. März 2006
2009 All Nite Long (D.I.S.C.O.)
DE71
(1 Wo.)DE
mit Suzie (Suzie Furlonger) / Erstveröffentlichung: 14. Juni 2009
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Weitere Singles

  • 1994: Mine (mit Davey Dee)
  • 1995: EP (mit Davey Dee) (EP)
  • 1996: Everybody
  • 1996: Come and Get It
  • 1997: Horny (Originalversion ohne Gesang)
  • 1998: Untitled
  • 1999: To Be Number 1 (Scorpions vs. Mousse T)
  • 1999: Ooh Song / More I Get
  • 2001: Come On Everybody (Norbi pres. Mousse T. feat. Nathalie Dorra)
  • 2003: Brother on the Run / Toscana (LocoDice Remix)
  • 2004: Il grande baboomba (mit Zucchero)
  • 2004: Remixes (mit Zucchero)
  • 2006: Sunny (Mousse T. Remix Boney M.)
  • 2010: Summer Days (mit Dino Lenny)
  • 2010: Brother on the Run
  • 2011: Horny (Radio Slave and Thomas Gandey Just 17 Mix)
  • 2013: Session 1 (mit Martin Buttrich)
  • 2013: Brother on the Run (2013 Remixes)
  • 2013: Waterdrops (Paul C & Paolo Martini feat. Mousse T.)
  • 2015: Hands In The Air (mit Brooke Fraser)
  • 2018: Boyfriend

Weitere Veröffentlichungen als Produzent (Auswahl)

Literatur

Quellen

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