Mustafa Haikal
deutscher Autor und Historiker
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Mustafa Haikal (* 1958 in Leipzig) ist ein deutscher Historiker und Autor. Seine Veröffentlichungen befassen sich hauptsächlich mit kulturgeschichtlichen Themen, Leipziger und sächsischer Regionalgeschichte sowie Unternehmensgeschichte im 18. bis 20. Jahrhundert. Außerdem schreibt er Kinderbücher, Gedichte für Kinder und Beiträge für den Hörfunk.
Leben
Haikal wurde 1958 in Leipzig geboren. Seine Mutter ist eine deutsche Journalistin, sein Vater ein ägyptischer Rechtsanwalt. Er studierte Geschichte in Leipzig, Berlin und Moskau. Mit einer Arbeit zum Anteil der KPD bei der Ausarbeitung und Durchsetzung der Strategie und Taktik der Kommunistischen Internationale in der kolonialen Frage („Die Kommunistische Partei Deutschlands und die nationale Befreiungsbewegung in Asien und Afrika 1919–1927/28“) wurde er 1987 an der Karl-Marx-Universität Leipzig promoviert. Bis 1992 arbeitete er als wissenschaftlicher Assistent an der Universität Leipzig.[1] Teile der Dissertation und der auf ihr beruhenden Studien wurden nach 1990 im Jahrbuch für Historische Kommunismusforschung, dem International Newsletter of Historical Studies on Comintern, Communism and Stalinism und in verschiedenen Sammelbänden publiziert.[2] Er besuchte als Gasthörer das Deutsche Literaturinstitut Leipzig.[3]
In mehreren seiner Schriften befasst sich Haikal mit der Geschichte der Zoologischen Gärten[4] und mit Wirtschaftsunternehmen wie der Konsumgenossenschaft Leipzig oder der Hugo Schneider AG (HASAG). Sein inzwischen in der dritten Auflage erschienenes Buch Der Kamelienwald. Die Geschichte einer deutschen Gärtnerei handelt von der sächsischen Gärtnerdynastie Seidel und der Kulturgeschichte der Kamelien. Das besondere Interesse von Haikal gilt der Kulturgeschichte der Großen Menschenaffen. Seine Monographie über die Lebensgeschichte des Gorillas M’Pungu wurde ins Amerikanische übersetzt und erschien 2020 bei Pennsylvania State University Press. Er kuratierte mehrere Ausstellungen, so zur Geschichte der Tierarzneischule Dresden und ihrer historischen Bibliothek.[5]
Werke (Auswahl)
- Söre Zauberer. Faber & Faber, Leipzig 1994, ISBN 3-928660-24-1.
- Leipzig für Kinder. Ein Stadtdetektiv. Thom, Leipzig 1994, ISBN 3-9803346-2-7.
- Der Kamelienwald. Die Geschichte einer deutschen Gärtnerei. Kiepenheuer, Leipzig 2000; 3., überarbeitete und erweiterte Auflage. Sandstein, Dresden 2010, ISBN 978-3-942422-17-8.
- Auf der Spur des Löwen. 125 Jahre Zoo Leipzig. Pro Leipzig, Leipzig 2003, ISBN 3-936508-95-X.
- mit Jörg Junhold: Vorsicht Löwe! Humorvolles aus dem Leipziger Zoo. Faber & Faber, Leipzig 2005, ISBN 3-936618-49-6.
- mit Jörg Junhold: Die Löwenfabrik. Lebensläufe und Legenden. Pro Leipzig, Leipzig 2006, ISBN 3-936508-15-1.
- Das Geheimnis der Kamelie. Sandstein, Dresden 2008, ISBN 978-3-940319-26-5.
- Gute Geschäfte. Die Geschichte der Leipziger Konsumgenossenschaft. Faber & Faber, Leipzig 2009, ISBN 978-3-86730-084-1.
- mit Winfried Gensch: Der Gesang des Orang-Utans – 150 Jahre Zoo Dresden. Edition Sächsische Zeitung, Dresden 2011, ISBN 978-3-938325-85-8.
- mit Thomas Nabert: Kongreßhalle Leipzig. Die wechselvolle Geschichte eines traditionsreichen Gesellschaftshauses. Pro Leipzig, Leipzig 2011, ISBN 978-3-936508-68-0.
- Master Pongo. Ein Gorilla erobert Europa. Transit, Berlin 2013, ISBN 978-3-88747-285-6. (Master Pongo. A Gorilla conquers Europe, Pennsylvania State University Press, University Park, Pennsylvania 2020, ISBN 978-0-271-08216-5)
- mit Peter Leonhardt: Das Neue Rathaus zu Leipzig. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2015, ISBN 978-3-86583-893-3.
- Unheimliche Nähe. Menschenaffen als europäische Sensation. Passage, Leipzig 2016, ISBN 978-3-95415-051-9.
- Von der Schönheit und den Leiden der Pferde. Die besondere Beziehung zwischen Mensch und Pferd: Geschichte der Pferdewissenschaft und Errungenschaften der Veterinärmedizin seit dem 16. Jahrhundert. wbg Theiss in Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2020, ISBN 978-3-8062-4118-1.
- Die Debatte über Kolonialgeschichte in Leipzig, die Völkerschauen im Zoo und Ernst Pinkert – eine quellenkritische Annäherung. (PDF; 1,15 MB) In: Zoo Leipzig. 2020, abgerufen am 25. August 2025.