Südasiatische Wasserfledermaus

Art der Gattung Mausohren (Myotis) From Wikipedia, the free encyclopedia

Die Südasiatische Wasserfledermaus (Myotis adversus) ist eine Art der Mausohren (Myotis) innerhalb der Fledermäuse (Chiroptera). Sie ist über Teile Südostasiens und Taiwan sowie von Neuguinea bis Australien und dem westlichen Ozeanien verbreitet.

Schnelle Fakten Systematik, Wissenschaftlicher Name ...
Südasiatische Wasserfledermaus

Dorsalansicht einer Südasiatischen Wasserfledermaus

Systematik
Ordnung: Fledertiere (Chiroptera)
Überfamilie: Glattnasenartige (Vespertilionoidea)
Familie: Glattnasen (Vespertilionidae)
Unterfamilie: Myotinae
Gattung: Mausohren (Myotis)
Art: Südasiatische Wasserfledermaus
Wissenschaftlicher Name
Myotis adversus
(Horsfield, 1824)
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Merkmale

Die Südasiatische Wasserfledermaus erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von 51 bis 53 Millimetern und eine Schwanzlänge von 33 bis 48 Millimetern. Die Hinterfüße haben eine Länge von 10 bis 13 Millimetern und die Tibia ist mit 18 Millimetern fast doppelt so lang, wodurch die Art im englischen Sprachraum als „Large-Footed Myotis“ bezeichnet wird. Die Ohren messen 14 bis 18 Millimeter und sind damit vergleichsweise klein. Insgesamt handelt es sich um eine relativ kleine Fledermausart.[1] Die Unterarmlänge beträgt 38 bis 45 Millimeter und die Tiere haben einen lang ausgebildeten Calcar an der Hand zum Aufspannen der Flughaut. Die Handflughäute enden an den Fußknöcheln.[1] Das Rückenfell ist rötlich braun, die Bauchseite dunkelbraun.[1]

Der Schädel hat eine Gesamtlänge von 15,5 Millimetern und ist zart gebaut. Die kleinen Prämolaren sind in der Zahnreihe von der Seite sichtbar, der zweite und der dritte Prämolar sind durch eine Lücke getrennt.[1]

Verbreitung

Verbreitungsgebiet (rot)

Die Südasiatische Wasserfledermaus lebt in Teilen Südostasiens, auf Taiwan sowie wahrscheinlich in einigen Regionen von Neuguinea bis Australien und dem westlichen Ozeanien.[2] Nachgewiesen ist sie von der Malaiischen Halbinsel, Singapur, Taiwan, Borneo, den indonesischen Inseln Java, Sulawesi, Mendanau, Karakelong (Talaudinseln), Westtimor und Flores sowie den Kangeaninseln und den Togianinseln. Einige nicht verifizierte Belege stammen aus den Regionen Sa Pa und Hanoi in Vietnam. Nachweise der Art aus New South Wales in Australien wurden der Südlichen Langfußfledermaus (Myotis macropus) zugeordnet und ein weiterer Nachweis aus Vanuatu ist bislang nicht bestätigt.[2][3]

Lebensweise

Über die Lebensweise und ökologischen Ansprüche der weit verbreiteten Fledermausart liegen nur sehr wenige Angaben vor. In Taiwan kommt die Art im Flachland und in mittleren Höhen vor und ruht in Höhlen und künstlichen Tunneln. Wie andere Fledermäuse ernähren sie sich von Insekten, die sie häufig im Flug über Wasserflächen fangen. Aufgrund der langen Füße und der aquatischen Jagdweise wurde zudem vermutet, dass sie kleine Fische aus dem Wasser erbeuten könnten.[1]

Systematik

Die Südasiatische Wasserfledermaus wird als eigenständige Art den Mausohren (Gattung Myotis) zugeordnet. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung stammt von Thomas Horsfield aus dem Jahr 1824, der sie anhand von Individuen von der indonesischen Insel Java beschrieb.[4][2]

Innerhalb der Art werden einschließlich der Nominatform sechs Unterarten unterschieden:[4]

  • Myotis adversus adversus: Nominatform; beschrieben von der Insel Java.
  • Myotis adversus carimatae
  • Myotis adversus orientis
  • Myotis adversus taiwanensis: endemisch auf der Insel Taiwan.
  • Myotis adversus tanimbarensis
  • Myotis adversus wetarensis

Nach Ansicht einzelner Wissenschaftler stellt Myotis adversus taiwanensis eine eigenständige Art dar.[1] Teilweise wurde in der Vergangenheit auch Myotis macropus, Myotis moluccarum und Myotis solomonis als Unterarten betrachtet, gelten heute jedoch als eigenständig.[4]

Gefährdung und Schutz

Die Art wird von der International Union for Conservation of Nature and Natural Resources (IUCN) aufgrund des großen Verbreitungsgebiets und der damit verbundenen angenommenen hohen Bestandszahlen als nicht gefährdet („least concern“) eingestuft. Größere Bedrohungen für den Artbestand sind nicht bekannt, allerdings liegen auch nur wenige Daten zum aktuellen Bestand und die Lebensweise und ökologischen Ansprüche der Art vor, zumal die Art häufig mit anderen Arten der Gattung verwechselt wird.[2] Regional könnte die Entwaldung und der Lebensraumverlust negative Effekte auf die Populationen haben.[2]

Belege

Literatur

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